Mehrere hundert Acts, 16 Bühnen und unzählige Überschneidungen: Auch am zweiten Tomorrowland-Wochenende kann niemand alles sehen. Wir haben uns durch den Timetable gearbeitet und zehn Sets ausgewählt, die mit außergewöhnlichen B2Bs, langen Set-Times oder großen Finalmomenten herausstechen.
Freitag: Hard Techno, After Hours und das große Closing
DYEN b2b Maddix
Atmosphere | 20:30 bis 21:30 Uhr
Hier treffen zwei unterschiedliche Wege zur härteren Seite der elektronischen Musik aufeinander. Maddix verbindet seine Mainstage-Wurzeln inzwischen mit Techno, Acid und Hard Dance, während DYEN für einen deutlich raueren und kompromissloseren Sound steht. Ihr gemeinsames Set auf der Atmosphere Stage dürfte zu den härtesten Kombinationen des Freitags gehören – und zeigen, wie gut sich die Festival-Energie von Maddix mit DYENs Hard-Techno-Wucht verbinden lässt.
Hardwell
Mainstage | 23:50 bis 00:50 Uhr
Nach seiner B2B-Weltpremiere mit Sub Zero Project an Weekend 1 kehrt Hardwell diesmal allein auf die größte Bühne zurück. Und zwar für den prominentesten Slot des Tages: Der Niederländer schließt am Freitagabend die Mainstage. Zu erwarten ist die volle Bandbreite seines aktuellen Sounds zwischen Big Room, Techno, Hardstyle und großen Hardwell-Klassikern. Nach seinem überraschenden Auftritt beim Gathering ist es bereits sein zweites Set innerhalb von 24 Stunden – das Mainstage-Closing dürfte trotzdem noch einmal eine völlig andere Größenordnung erreichen.
Oscar and the Wolf
CORE | 23:45 bis 00:50 Uhr
Oscar and the Wolf auf einer elektronischen Festivalbühne klingt zunächst ungewöhnlich. Genau deshalb ist dieser Auftritt so spannend. Unter dem Titel „After Hours“ zeigt Max Colombie eine dunklere und deutlich stärker auf den Dancefloor ausgerichtete Seite seines Projekts – mit unveröffentlichten Tracks, persönlichen Favoriten und einem eigens entwickelten musikalischen Ablauf. Dass der belgische Popstar damit ausgerechnet die CORE Stage schließt, macht den Slot zu einer der außergewöhnlichsten Alternativen des gesamten Wochenendes. Der einzige Haken: Das Set überschneidet sich nahezu vollständig mit Hardwell.
Samstag: Mainstage-Armin, zwei Stunden John Summit und Calvin Harris
Armin van Buuren
Mainstage | 21:25 bis 22:25 Uhr
An Weekend 1 bekam Armin van Buuren auf der Freedom Stage zweieinhalb Stunden Zeit für eine ausführliche Reise durch seinen Sound. Diesmal wechselt er in den kompakten Mainstage-Modus: eine Stunde, große Hymnen und möglichst viele Festivalmomente. Gerade dieser Kontrast macht den zweiten Auftritt interessant. Statt eines langen Spannungsbogens dürfte Armin van Buuren diesmal deutlich direkter zwischen aktuellen Produktionen, Trance-Klassikern und seinen größten Hits wechseln. Für Fans seiner großen Tomorrowland-Sets ist der Termin ohnehin Pflicht.
John Summit
Crystal Garden | 22:30 bis 00:30 Uhr
John Summit tauscht die Mainstage gegen den Crystal Garden – und bekommt dort doppelt so viel Zeit wie bei seinem Auftritt an Weekend 1. Zwei Stunden beim Closing bieten ihm deutlich mehr Raum für die clubbigere Seite seines Sounds und einen längeren Spannungsbogen. Statt im Minutentakt den nächsten Mainstage-Moment liefern zu müssen, kann John Summit hier tiefer zwischen House, Tech House und Techno eintauchen. Gerade deshalb dürfte dieses Set für viele Fans sogar interessanter werden als sein erster Auftritt des Festivals.
Calvin Harris
Mainstage | 23:45 bis 00:45 Uhr
Am vergangenen Sonntag feierte Calvin Harris endlich sein Debüt beim belgischen Tomorrowland. Nur sechs Tage später bekommt der Schotte bereits das nächste Mainstage-Closing. Mit einem Katalog voller Welthits, Dance-Klassiker und aktueller Produktionen ist Calvin Harris für diesen Slot wie gemacht. Wer seinen ersten Auftritt verpasst hat oder von Tracks wie „Feel So Close“, „Summer“ und „Miracle“ vor der neuen Mainstage nicht genug bekommen kann, erhält am Samstag die zweite Gelegenheit. Dass sein Set nahezu vollständig mit John Summit kollidiert, macht die Entscheidung allerdings nicht leichter.
Sonntag: Drum and Bass, Techno und das große Finale
Chase & Status
Mainstage | 17:35 bis 18:35 Uhr
Chase & Status gehören seit Jahren zu den größten Namen des internationalen Drum and Bass. Am Sonntag feiern die Briten nun ihr Debüt auf der Tomorrowland-Mainstage. Dass ihr kompromissloser Sound am frühen Abend zwischen Lucas & Steve und Sara Landry platziert ist, zeigt gleichzeitig, wie breit Tomorrowland die größte Bühne inzwischen aufstellt. Für Chase & Status wird es die Gelegenheit, Drum and Bass vor einem der größten Festivalpublika der Welt zu präsentieren.
Afrojack b2b R3HAB
Mainstage | 19:40 bis 20:40 Uhr
Afrojack und R3HAB verbindet weit mehr als ihre niederländische Herkunft. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren, standen schon mehrfach gemeinsam hinter den Decks und veröffentlichten mit „Worlds On Fire“ zusammen mit Au/Ra die offizielle Tomorrowland-Hymne von 2022. Ihr B2B ist also keine Premiere, aber wie geschaffen für die Mainstage. Beide verfügen über einen gewaltigen Katalog aus eigenen Hits, Festival-Klassikern und gemeinsamen Produktionen. Viel Zeit für musikalische Umwege bleibt ihnen in einer Stunde nicht – dafür dürfte das Set vom ersten bis zum letzten Track nach vorne gehen.
Amelie Lens presents AURA
Freedom | 22:00 bis 23:30 Uhr
Schon das Billing macht deutlich, dass hier mehr als ein gewöhnliches Amelie-Lens-Set geplant ist. Mit „AURA“ bringt die Belgierin ihr eigenes Showkonzept auf die Freedom Stage und übernimmt gleichzeitig den letzten Slot des Wochenendes. 90 Minuten Techno in Verbindung mit der gewaltigen Produktion der Freedom Stage könnten einen der intensivsten Abschlüsse des gesamten Festivals hervorbringen. Wer das Tomorrowland nicht mit einem klassischen Mainstage-Finale beenden möchte, findet hier eine der stärksten Alternativen.
Martin Garrix
Mainstage | 22:50 bis 23:50 Uhr
Martin Garrix bekommt das letzte Mainstage-Set des Tomorrowland 2026. Nachdem der Niederländer bereits an Weekend 1 mit der Premiere von „Fireflies“ und U2-Gitarrist The Edge für einen der größten Momente des Festivals gesorgt hat, sind die Erwartungen entsprechend hoch. Martin Garrix und Tomorrowland gehören seit vielen Jahren zusammen. Seine Mischung aus großen Progressive-House-Momenten, neuen IDs und Festivalhymnen ist wie geschaffen für diesen Slot. Damit gehört ihm das große Mainstage-Finale der belgischen Tomorrowland-Ausgabe 2026.
Die schwierigsten Entscheidungen warten damit vor allem am Ende der einzelnen Festivaltage. Am Freitag treten Hardwell, Illenium, Holy Priest und Oscar and the Wolf nahezu gleichzeitig auf, am Samstag konkurrieren John Summit, I Hate Models und Calvin Harris direkt miteinander. Und am Sonntag müssen sich die Besucher zwischen Martin Garrix, Amelie Lens, Brennan Heart und dem zweistündigen B2B von Kevin de Vries und Meduza entscheiden.
Honorable Mentions: Diese zehn Sets solltet ihr ebenfalls im Blick behalten
Bei mehreren hundert Acts reichen zehn Empfehlungen eigentlich kaum aus. Am Freitag verdienen deshalb außerdem Amber Broos b2b Juliet Fox auf der Freedom Stage, Illenium beim Closing der Great Library und Alesso mit seinem 90-minütigen Freedom-Set eine Erwähnung.
Am Samstag lohnt sich bereits früh der Gang zur Mainstage: Angemki kehrt dort nach acht Jahren mit seinem bislang persönlichsten Set zurück. Später wollen Gorgon City erstmals seit Kye Gibbons Operation wieder gemeinsam hinter den Decks stehen. Ebenfalls im Blick behalten solltet ihr HI-LO b2b Layton Giordani sowie Dimitri Vegas, der erneut ohne Like Mike auf der Mainstage steht.
Und am Sonntag warten mit Cassian b2b Joris Voorn, Kevin de Vries b2b Meduza sowie Dimitri Vegas b2b Nico Moreno drei weitere besondere Kombinationen, die es problemlos ebenfalls in die Hauptauswahl hätten schaffen können.
Fotocredit: Tomorrowland

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




