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Trotz „finanzieller Vollkatastrophe“: Beauty & the Beats bleibt bei Glücksgefühle-Absage

Trotz „finanzieller Vollkatastrophe“: Beauty & the Beats bleibt bei Glücksgefühle-Absage

Beauty & the Beats bleibt bei seiner Absage für das Glücksgefühle Festival. In einem neuen Video spricht der DJ über zwei verlorene Gagen und eine „finanzielle Vollkatastrophe“. Trotzdem will er seine Entscheidung nicht zurücknehmen – und reagiert auf einen deutlichen Seitenhieb von Festivalchef Markus Krampe.

Zwei Absagen an einem Wochenende

Als Beauty & the Beats am Donnerstag seinen Auftritt beim Glücksgefühle Festival absagte, wusste er bereits, dass seine Entscheidung finanzielle Folgen haben würde. Einen Tag später hatte sich die Situation für ihn noch einmal deutlich verschärft. Ein weiteres Festival, bei dem er am Freitag auftreten sollte, wurde kurzfristig abgesagt. Damit fehlen dem freischaffenden Künstler an einem einzigen Wochenende gleich zwei Festivalgagen. Was am Vortag noch eine „halbwegs hinnehmbare finanzielle Einbuße“ gewesen sei, habe sich dadurch zu einer „finanziellen Vollkatastrophe“ entwickelt, erklärt er in einem neuen Video.

Schon bei seiner ursprünglichen Absage hatte Beauty & the Beats offen darüber gesprochen, was die Entscheidung für ihn bedeuten könnte. Neben der Gage für den Auftritt beim Glücksgefühle Festival stehe möglicherweise auch die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Festival und einem beteiligten Partner auf dem Spiel.

Trotzdem wollte der DJ nicht bei einer Veranstaltung auftreten, deren Verantwortliche Künstlerinnen und Künstler nach seiner Auffassung von deutlichen Aussagen für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte abhalten wollten.

Krampes Seitenhieb relativiert die Entschuldigung

Zwischenzeitlich geriet die Entscheidung von Beauty & the Beats noch einmal ins Wanken. Festivalchef Markus Krampe hatte die Ausladung von Alphaville öffentlich als Fehler bezeichnet, sich entschuldigt und die Band erneut eingeladen. Alphaville nahmen die Entschuldigung zwar zur Kenntnis, lehnten einen Auftritt am Hockenheimring aber weiterhin ab.

Gleichzeitig erreichten Beauty & the Beats nach eigenen Angaben Hunderte Nachrichten von Festivalbesuchern. Viele hätten sich gewünscht, dass er doch anreist und die Bühne nutzt, um vor Ort ein Zeichen zu setzen. Der DJ beschäftigte sich deshalb noch einmal intensiv mit der Frage, ob seine Absage weiterhin die richtige Entscheidung sei.

Eine anschließende Äußerung von Markus Krampe habe dessen Entschuldigung für ihn jedoch wieder relativiert. Auf einer Pressekonferenz wurde der Festivalchef auf die Absage von Beauty & the Beats angesprochen. Krampe erklärte zunächst, er finde es komisch, einen Auftritt abzusagen und dadurch erneut Öffentlichkeit zu erhalten. Anschließend wurde er noch deutlicher: „Wenn jemand mit 20.000 Followern meint, er kriegt dadurch vielleicht 30.000, dann feel free.“ Niemand könne zu einem Auftritt gezwungen werden. Das Glücksgefühle Festival sei das größte Musikfestival Deutschlands – „wer nicht dabei sein will, dann halt nicht“, sagte Krampe laut RTL.de.

Für Beauty & the Beats zeigt diese Reaktion, dass der Veranstalter den Kern seiner Kritik trotz der vorausgegangenen Entschuldigung noch nicht verstanden habe. Ihm sei es bei der Absage weder um zusätzliche Aufmerksamkeit noch um neue Follower gegangen. Vielmehr habe er bewusst finanzielle und möglicherweise auch berufliche Nachteile in Kauf genommen, um seiner Haltung treu zu bleiben.

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Die Absage bleibt bestehen

Am Freitagmittag traf Beauty & the Beats schließlich seine Entscheidung: Er werde nicht zum Glücksgefühle Festival fahren und an seiner Absage festhalten. Damit fühle er sich deutlich wohler. Für ihn gehe es darum, konsequent zu bleiben und auch dann für die eigene Haltung einzustehen, wenn daraus unbequeme persönliche Konsequenzen entstehen. Wenn seine Entscheidung anderen Menschen den Mut gebe, sich ebenfalls klar zu positionieren, sei ihm das mehr wert als eine Gage oder die Aufmerksamkeit eines großen Festivalauftritts.

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Gegen die Menschen, die das Wochenende am Hockenheimring verbringen, richtet sich seine Kritik ausdrücklich nicht. Den enttäuschten Fans bietet er stattdessen an, eine seiner kommenden Tourshows zu besuchen. Dort soll es auch günstigere Sozialtickets geben. Gleichzeitig könnten die Einnahmen dabei helfen, zumindest einen Teil der beiden ausgefallenen Festivalgagen aufzufangen.

Für Beauty & the Beats ist die Sache damit entschieden. Ein Auftritt beim Glücksgefühle Festival hätte sich nach allem, was in den vergangenen Tagen passiert ist, für ihn nicht mehr richtig angefühlt. Seine Entscheidung kostet ihn an diesem Wochenende viel Geld. Gerade deshalb will er sie nicht zurücknehmen.

Fotocredit: Press Pic/Tim Näve

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de