Felix Jaehn hat beim Glücksgefühle Festival deutliche Worte gegen Rechtsextremismus gefunden. Während des Sets richtete der DJ eine unmissverständliche Botschaft an mögliche Nazis im Publikum und berichtete von einer eigenen Erfahrung mit rechter Gewalt. Damit machte Felix Jaehn genau das wahr, was vor dem Festival angekündigt worden war.
Felix Jaehn richtet sich direkt an Nazis
Es war die Ansage, auf die nach den turbulenten Tagen rund um das Glücksgefühle Festival viele gewartet hatten. Felix Jaehn stand am Samstag auf der Bühne des Hockenheimrings – und nutzte den Auftritt nicht nur für Musik.
„Falls sich hier noch ein Nazi verirrt hat – nach einer Stunde Felix Jaehn: Hau ab! Wir wollen dich hier nicht“, sagte der DJ während des Sets. Das Publikum reagierte mit lautem Jubel. Gleichzeitig stellte Felix Jaehn klar, dass diese Worte nicht als Aufruf zur Gewalt gemeint waren. Jemanden zu verprügeln, bringe nichts. „Gewalt erzeugt immer mehr Gewalt“, erklärte Felix Jaehn.
Wie persönlich das Thema für den DJ ist, wurde unmittelbar danach deutlich. Felix Jaehn berichtete davon, selbst bereits von einem Nazi angegriffen worden zu sein. „Als jemand, der schon mal von einem Nazi auf die Fresse bekommen hat – fürs Schwulsein –, muss man das auch einfach mal rausbrüllen dürfen“, sagte Felix Jaehn.
Bei einer kurzen Ansage gegen Nazis blieb es nicht. Felix Jaehn warnte davor, die zunehmende Gefahr durch Rechtsextremismus zu unterschätzen. „Wir müssen die Gefahr von rechts wirklich ernst nehmen, Leute, bevor es zu spät ist“, sagte der DJ. Felix Jaehn wolle auch in einigen Jahren noch als queere Person in Deutschland leben und auftreten können. Dafür müsse man kämpfen.
Zum Abschluss richtete sich Felix Jaehn noch einmal direkt an das Publikum. Solidarität mit queeren Menschen dürfe sich nicht auf den Pride Month beschränken: „Wir brauchen euch nicht nur im Juni. Wir brauchen euch jeden fucking Tag.“
Die angekündigte Antwort auf den Alphaville-Eklat
Die Ansprache kam nicht überraschend. Felix Jaehn hatte sich bereits vor dem Festival mit deutlichen Worten in die Debatte um die Ausladung von Alphaville eingeschaltet. Das Glücksgefühle Festival hatte die Band zunächst ausgeladen, nachdem deren Management eine Aufforderung abgelehnt hatte, während des Auftritts auf politische Äußerungen zu verzichten. Alphaville-Sänger Marian Gold hatte sich bei vorherigen Veranstaltungen unter anderem gegen Rechtsextremismus und für Demokratie ausgesprochen.
Nach massiver Kritik entschuldigte sich Veranstalter Markus Krampe und lud die Band erneut ein. Alphaville nahm die Entschuldigung zur Kenntnis, sagte den Auftritt aber dennoch ab. Die zuvor entstandene Atmosphäre lasse einen Auftritt nicht mehr zu, erklärte die Band.
Auch Felix Jaehn zeigte sich damals schockiert. Kunst könne nicht unpolitisch sein, schrieb der DJ und kündigte an, sich das Recht auf eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus nicht nehmen zu lassen. Die Bühne beim Glücksgefühle Festival wolle Felix Jaehn deshalb ausdrücklich nutzen.
Genau das ist nun passiert. Aus dem angekündigten „Jetzt erst recht“ wurde beim Auftritt eine sehr persönliche Botschaft – und einer der deutlichsten Momente des gesamten Festivalwochenendes.
Fotocredit: Viktor Schanz

Autor
Franz Beschoner
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