Gästezimmer, Gärten und kalte Getränke: Rund um das Tomorrowland verdienen sich einige Anwohner mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro dazu.
Drei Zimmer für 900 Euro pro Nacht
Wenn Hunderttausende Menschen zum Tomorrowland nach Boom reisen, verdienen nicht nur Hotels, Restaurants und das Festival selbst daran. Auch einige Anwohner haben längst erkannt, dass sich mit freien Zimmern, dem eigenen Garten oder einem Getränkestand gutes Geld verdienen lässt. Ein aktueller Bericht des flämischen Rundfunks VRT zeigt, wie einfallsreich die Nachbarschaft geworden ist.
Karen Depaepe und Tom Provost aus Boom vermieten während des Tomorrowland erstmals drei Zimmer in ihrem Haus. Bis zu sechs Gäste können dort übernachten, Frühstück inklusive. Der Preis: insgesamt 900 Euro pro Nacht. Was zunächst nach einer gewaltigen Summe klingt, relativiert sich zumindest etwas. Bei voller Belegung zahlen die Gäste 150 Euro pro Person und Nacht. Günstig ist das nicht, angesichts der enormen Nachfrage nach Unterkünften rund um das Festival aber offenbar kein Hindernis.
Nicht einmal einen Tag lang war das Angebot bei Airbnb verfügbar, da waren bereits alle drei Zimmer gebucht. Freunde aus der Nachbarschaft hätten mit der Vermietung während des Tomorrowland schon gute Erfahrungen gemacht, erklärte das Paar gegenüber VRT. Mit den Einnahmen wollen sich die beiden nun selbst einen Urlaub finanzieren.

Der eigene Garten wird zum Campingplatz
Wer keine freien Gästezimmer besitzt, kann trotzdem mitverdienen. Ein Mann aus dem benachbarten Rumst stellt seinen Garten während des Festivals als Zeltplatz zur Verfügung. Laut dem Bericht bringt ihm das rund 500 Euro pro Tomorrowland-Wochenende ein.
Für die Besucher ist das eine einfache Unterkunft in unmittelbarer Nähe zum Festival. Für den Besitzer wird aus einer sonst ungenutzten Rasenfläche für einige Tage ein kleiner Campingplatz.
Kalte Getränke finanzieren den Fußballverein
Auch der Fußballverein Reetse Veteranen Vrienden hat sich auf die internationalen Besucher eingestellt. In der Nähe des DreamVille-Campingplatzes betreibt der Verein seit einigen Jahren einen eigenen Getränkestand.
Vor allem kalte Getränke mit zusätzlichen Eiswürfeln seien bei den vorbeiziehenden Festivalbesuchern gefragt, erklärt Vereinsvorsitzender Patrick De Maeyer. Über beide Tomorrowland-Wochenenden nimmt der Verein damit nach eigenen Angaben rund 3.000 Euro ein. Das Geld fließt direkt zurück in den Vereinsbetrieb. Davon werden unter anderem der Fußballplatz bezahlt, die Trikots gereinigt und zwei große Vereinsmaskottchen repariert.
Das Tomorrowland bringt Boom und die umliegenden Gemeinden jedes Jahr für zwei Wochenenden in einen Ausnahmezustand. Einige Anwohner haben daraus inzwischen ihr ganz eigenes kleines Geschäftsmodell gemacht. Reich werden sie damit nicht – für einen Urlaub, den Vereinsbetrieb oder einige zusätzliche Rechnungen reichen die Einnahmen aber allemal.

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




