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AVAION im Exklusivinterview: „Alle Anschuldigungen gegen mich sind Lügen“

AVAION im Exklusivinterview: „Alle Anschuldigungen gegen mich sind Lügen“

Schwere Vorwürfe, abgesagte Festivalauftritte und mehrere Gerichtsverfahren: Seit April steht AVAION im Zentrum einer öffentlichen Auseinandersetzung. Im ersten ausführlichen Interview seit Bekanntwerden der Anschuldigungen nimmt der DJ und Produzent Stellung. DJ Mag Germany hat anschließend auch seine Ex-Freundin Caroline konfrontiert und die vorgelegten Unterlagen ausgewertet.

Triggerwarnung: Der folgende Artikel behandelt Vorwürfe sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt.

Schwere Vorwürfe und weitreichende Konsequenzen

Im April erhob die Ex-Freundin von DJ und Produzent AVAION in einem YouTube-Video schwere Vorwürfe gegen ihn, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Beleidigung. Mehrere Festivals nahmen den DJ daraufhin aus ihren Line-ups, auch Künstlerkollegen distanzierten sich öffentlich. AVAION und seine Familie erhielten nach eigenen Angaben infolge der Anschuldigungen Morddrohungen.

Nachdem er sich kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe bereits in einem Video auf seinen Social-Media-Kanälen geäußert hatte, spricht AVAION nun erstmals in einem ausführlichen Interview darüber. Er schildert seine Sicht auf die Anschuldigungen, ihre Konsequenzen und seine Entscheidung, den rechtlichen Weg zu gehen, damit, wie er sagt, „die ganze Wahrheit ans Licht kommt“.

Das Interview wurde am 23. Juli 2026 geführt. Danach konfrontierte DJ Mag Germany Caroline mit zentralen Aussagen und wertete ihre Antworten, eine ergänzende Stellungnahme AVAIONs, die vorgelegten Unterlagen sowie mehrere zivilgerichtliche Entscheidungen aus. Die Fragen und autorisierten Antworten bleiben unverändert. Ergänzende redaktionelle Hinweise sind kursiv gekennzeichnet.

„Ich habe sie nicht vergewaltigt und nicht geschlagen“

Chris, im April wurdest du von deiner Ex-Freundin öffentlich in einem YouTube-Video beschuldigt, sie vergewaltigt, beleidigt und geschlagen zu haben. Zudem äußert sie in dem Video den Verdacht, dass du auch andere Frauen missbraucht haben könntest. Wir werden im Laufe des Interviews näher auf einzelne Anschuldigungen eingehen. Was am schwersten auf dir lastet, ist vor allem der Vorwurf der Vergewaltigung. Was ist an diesen Anschuldigungen dran?

AVAION: Ich habe sie nicht vergewaltigt und nicht geschlagen. Ich bin kein verurteilter Straftäter, wie sie in dem Video sagt, und ich habe auch keiner anderen Frau jemals etwas Derartiges angetan. Es gab diesbezüglich in meinem ganzen Leben auch keine einzige Anzeige, nicht von Caroline oder irgendeiner anderen Frau. Sie hat mir das zum ersten Mal vor ca. eineinhalb Jahren in einem Chat vorgeworfen. Davor war ein derartiger Vorwurf nie Thema, obwohl die Vergewaltigung laut ihrem Video 2021 vorgefallen sein soll. Ich habe sie mehrfach danach gefragt, wie sie darauf kommt. Es war eher Teil unserer toxischen Beziehung, dass sie mir Dinge vorwirft, die nie passiert sind. Sie wollte mich zerstören, meine Karriere, meine Psyche, mein Leben. Wir haben uns gegenseitig mit Worten psychisch und emotional fertiggemacht. Aber nochmals, ich habe sie nicht vergewaltigt. Ich habe ihr und keiner anderen Frau jemals Gewalt angetan.

Einordnung der Redaktion: AVAION weist die Vorwürfe zurück. Eine strafrechtliche Verurteilung wegen der hier behandelten Vorwürfe liegt nicht vor. Über deren Wahrheitsgehalt ist damit jedoch nicht entschieden.

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Wieso wirft sie dir das dann vor?

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AVAION: Es war Teil ihres Plans. Sie hat immer wieder im Streit gesagt, dass sie mir alles nehmen wird und kann. Dass alle ihr glauben werden, wenn sie „irgendwann“ irgendwas behaupten wird. Das hat sie mir immer und immer wieder geschrieben und mir im Streit immer wieder angedroht, diese Lügen über mich zu verbreiten. Sie hat mir mehrmals geschrieben, dass sie einen lückenlosen Plan hat, um mich, meine Familie, Freunde und mein Umfeld zu zerstören und Gesetze ihr egal seien, um mein Leben zu ruinieren. Zudem hat sie des Öfteren Geld gefordert mit immer höheren Beträgen. Sie sagte, wenn ich ihr das Geld zahle, dann wäre alles gut.

In dem Video beschreibt sie eben auch die Situation der Vergewaltigung, in der wir 10 Tage in meinem Elternhaus gewohnt haben. In der Zeit litt ich wieder extrem an Panikattacken und Angststörungen. In dieser Zeit hatten wir keinen Sex. Dazu war ich rein mental auch nicht in der Lage. In dieser Zeit, in der wir keinen Sex hatten, soll diese Vergewaltigung stattgefunden haben. Das hat sie sich ausgedacht.

„Wir haben uns gegenseitig psychisch und emotional fertiggemacht“

Du hast im Vorgespräch gesagt, dass die ganze Beziehung toxisch war und ihr euch immer wieder verrannt habt. Du erklärst dir ihre Vorwürfe und Handlungen mit eben dieser Toxizität.

Triggerwarnung: Die folgende Antwort enthält Schilderungen von Suizidaufforderungen und Tötungsdrohungen.

AVAION: Ja, ein Streitpunkt war immer Eifersucht. Am einen Tag hatten wir uns unendlich lieb, am nächsten haben wir uns gegenseitig beleidigt. Die Kommunikation war ganz oft sehr böse. Da sind Schimpfworte gefallen und verletzende Worte, in beide Richtungen, was man in einer respektvollen Beziehung nicht machen sollte. Sie ist aber regelmäßig heftig ausgerastet und wollte mich sogar dazu bewegen, dass ich mich umbringe. Sie hat mir so oft den Tod gewünscht und gesagt, sie hört erst auf, wenn ich sterbe. Sie hat mir sogar beschrieben, wie sie mich umbringen will.

Wieso bist du nicht gegangen? Wieso hast du all dem kein Ende gesetzt?

AVAION: Weil ich nicht konnte. Ich hatte Angst, ich habe mich geschämt, ich habe mich schwach gefühlt. Ich wollte aus all dem raus, aber ich konnte es nicht, damals zumindest nicht. Ich hatte Angst um meine Familie, meine Freunde, meine Musik. Dass sie mir meine Musik und meine Karriere wegnimmt, das hat sie oft gesagt. Das wollte ich einfach nicht. Ich hänge so sehr an der Musik und liebe so sehr, was ich tue. Ich hatte ’ne Scheißangst, jeden Tag.

Sie hat Ankündigungen zu Tour oder bei Shows immer als Druckmittel genommen und gesagt, wenn ich sie nicht absage, sorge sie schon dafür, dass ich es tue. Sie sagte immer, dass ja alles wieder gut wäre, wenn ich Shows absage. Es täte mir nicht gut, weil es mein Ego zu sehr pushen würde. Sie ist auch mehrfach einfach vor meinem Studio oder dem Elternhaus aufgetaucht. So wurde daraus eine Spirale aus Angst und Erpressung, die sich immer weiter hochgeschaukelt hat, obwohl die Beziehung 2021 eigentlich beendet war.

Ich dachte all die Jahre, ich könnte das alleine und selbst handeln. Erst nach der Veröffentlichung des Videos habe ich mir zum ersten Mal so richtig Hilfe bei meinem Management und Umfeld gesucht sowie professionelle Hilfe. Ich bin jetzt in Therapie und begreife langsam, dass mich diese Beziehung kaputtgemacht hat, und ich will da wieder rauskommen.

Welche Verantwortung übernimmt AVAION selbst?

Du sagst die ganze Zeit, was sie alles gemacht hat. Aber welche Grenzen hast du überschritten? Was hast du ihr konkret angetan?

AVAION: Ich habe mich geschämt, weil ich wusste, dass mich keiner versteht. Nicht, weil ich Grenzen ihr gegenüber überschritten habe. Ich habe meine eigenen Grenzen überschritten, indem ich das jahrelang mit mir machen lassen habe. Die Sachen, die von meiner Seite aus nicht in Ordnung waren, sind Momente, in denen man hätte gehen können. Aber dann kamen die Gefühle wieder hoch und man hatte Hoffnung und ich habe deswegen wieder den Kontakt gesucht. Als sie keinen Kontakt wollte, habe ich mich trotzdem bei ihr gemeldet. Habe ich nicht den Kontakt gesucht, wurde mir das auch vorgeworfen. Also, egal wie, ich konnte es einfach nicht richtig machen. Sie sagte, ich soll ehrlich sein und sagen, wenn ich gehen möchte. Als ich es tat, war die Reaktion: „Ja, dann wirst du schon sehen, was passiert.“ Mehr habe ich nicht getan.

War eure Beziehung von Anfang an so böse, so toxisch, wie du sagst?

AVAION: Nein, anfangs war die Beziehung sehr harmonisch und schön. Sie hat damals den Wunsch verspürt, mit mir nach Berlin zu ziehen, was ich am Anfang auch wollte. Ich litt aber schon damals an Angst- und Panikattacken und wollte dann doch nicht umziehen, weil es mich zu sehr unter Druck gesetzt hat. Sie kam mit der Entscheidung überhaupt nicht klar. In dieser Zeit hatten wir die ersten richtigen Streitigkeiten, die angefangen haben zu eskalieren.

Wir haben uns in der Coronazeit kennengelernt. Wir waren kaum zusammen draußen, wir waren immer nur zu zweit, unter uns, nie so wirklich in der realen Welt. Wir haben in der Beziehung und auch in den Off-Zeiten oft über eine Paartherapie gesprochen. Irgendwie haben wir natürlich gemerkt, dass das nicht normal ist, wie wir miteinander umgehen. Aber dann haben wir uns wieder im gleichen Kreislauf befunden, immer und immer wieder. Wir haben uns permanent kontrolliert, in unsere Handys geschaut, den Standort des anderen getrackt und gerade wenn ich Shows gespielt habe, ist es immer eskaliert.

Wie meinst du das?

AVAION: Sie war dann einfach extrem eifersüchtig. Sie hat teilweise den Veranstaltern geschrieben und irgendwas angedroht. Sie wollte mir im Streit ab einem gewissen Punkt immer schaden, sie wollte immer, dass ich das Gefühl habe, dass sie meine Karriere jederzeit beenden kann – und mich zerstören kann.

Eine Sprachnachricht und der Vorwurf eines Plans

Also hast du geahnt, dass sie diese Vorwürfe gegen dich irgendwann ins Internet stellt?

AVAION: Ich habe gespürt, dass sie das irgendwann tut, ja. Sie hat es in den letzten eineinhalb Jahren mehrfach angedroht. Wann genau, das wusste ich nicht, nein. Ich hatte sie dann ein paar Tage vor Veröffentlichung blockiert, aber wir hatten bis dahin immer wieder Kontakt.

Mir war einfach nicht klar, welche Ausmaße das Ganze annehmen würde – sie hat hunderte Stunden in das Video und den Plan gesteckt und monatelang nichts anderes gemacht. Wie im Vorgespräch erwähnt, kündigt sie außerdem seit Veröffentlichung des Videos an, zahlreiche andere Vorwürfe anderer Frauen zu veröffentlichen, was nie passiert ist, weil es diese Frauen einfach nicht gibt.

Hierzu gibt es auch eine Sprachnachricht, die sie an jemanden geschickt hat und in der sie sagt – ich zitiere: „Eigentlich, jetzt, wo ich so darüber nachdenke, heutzutage kannst du es eigentlich mit AI machen, weil wir werden ja keine Frauen finden, die das mitmachen einfach so, sondern man kann es auch einfach mit AI machen. Ich meine, ich bin Grafikdesignerin, ich mache nichts anderes, außer den ganzen Tag im Photoshop abzuhängen.“ Diese Sprachnachricht liegt uns auch vor. Hier sieht man, dass ihr jedes Mittel recht ist, ihr Ziel zu erreichen.

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Heimliche Aufnahmen, Körperverletzung und ein verletztes Trommelfell

Dir wird unter anderem auch vorgeworfen, Frauen absichtlich emotionalen und physischen Schmerz zugefügt zu haben, um diese Erfahrungen als Inspiration und „Stoff“ für deine emotionalen Songs zu nutzen. Es heißt, das hättest du 2018 sogar selbst zugegeben. Es heißt auch, dass du Frauen beim Sex heimlich gefilmt hast.

AVAION: Nein, das habe ich nicht. Ich habe nie einer Frau absichtlich Schmerz zugefügt. Weder physisch noch emotional. Der Chatverlauf, den sie zeigt, ist falsch dargestellt und ich verletze keine Frauen, um Stoff für meine Songs zu haben. Ja, ich verarbeite meine Ängste und Sorgen in meinen Songs, aber das ist Teil der Musik. Mein Leid habe ich in Songs verarbeitet, aber keine Gewalt.

Mit die besten Songs entstehen aus dem Leid des Künstlers. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Musikgeschichte. Was aber nicht heißt, dass ich anderen Menschen, insbesondere Frauen, absichtlich Leid zufüge, um diesen Vibe zu schaffen. Meine Songs gehen nicht um sie oder eine bestimmte Person. Und nein. Auch das stimmt nicht. Ich habe Frauen nie heimlich gefilmt.

Das bestätigt auch die Frau, von der Caro zum Beispiel in ihrem Video behauptet hat, dass sie mir vorwirft, sie gefilmt zu haben oder ihr was angetan zu haben. Diese Frau hat sich bei mir gemeldet und gesagt, dass sie das so nie gesagt hat und völlig verdreht wurde und falsch dargestellt wird.

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Sie wirft dir auch Körperverletzung vor. Sie sagt: Beim „friedlichen Rangeln“ hast du ihr mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen und ihr Trommelfell dabei gesprengt.

AVAION: Das stimmt nicht. Auch das ist gelogen. Wir haben gerangelt, ja, so, so oft. Das war unser Ding, immer friedlich. Aber ich habe ihr nie das Trommelfell zerschmettert oder sie geschlagen. Wir haben uns obsessiv geliebt, aber Gewalt war nie ein Thema. Ich habe sie nach Rangeleien auch gefragt, ob sie es als zu hart wahrgenommen hat. Wir haben darüber immer gesprochen und das geklärt.

Wir hatten aber immer wieder Sex miteinander, der auch von ihrer Seite kam. Sich Lügen auszudenken, sich gegenseitig zu manipulieren und mir immer das Gefühl zu geben: „Ich kann dich zerstören“, waren eben genau Teil dieser toxischen Beziehung, Teil unseres gestörten Miteinanders. Alle Anschuldigungen sind Lügen.

Bereits in unserer Kennenlernphase erzählte sie mir, dass sie ein Rauschen im Ohr hat. Ich kann mich noch gut erinnern. Wir fuhren zum ersten Mal gemeinsam mit dem Auto und haben dabei laut Musik gehört. Sie erzählte, dass sie ein Rauschen bekommt, wenn sie zu laute Musik hört. Sie ging dann auch zum Arzt. Daraufhin teilte sie mir mit, dass sie einen Riss im Trommelfell hat und wie crazy das jetzt ist, dass sie quasi ein Pflaster auf das Trommelfell bekommen hat. Das ist die wirkliche Geschichte dazu.

Als ich in ihrem Video dann gesehen hab, dass sie behauptet, das Ganze sei beim friedlichen Rangeln passiert, wurde mir wieder einmal klar, was sie mit den damaligen Chatverläufen, die sie im Video zeigt, erreichen wollte. Sie hatte mir eben in einer dieser Chatnachrichten vorgeworfen, dass ich sie beim Rangeln geschlagen hätte und ihr das Trommelfell zerrissen hätte.

Einordnung der Redaktion: DJ Mag Germany hat Caroline mit zentralen Aussagen AVAIONs konfrontiert. Sie hält an ihren Vorwürfen fest und stellte der Redaktion Dokumente, Chats und Aufnahmen zur Verfügung. Die Behandlungsdokumentation bestätigt eine traumatische Trommelfellperforation. Darin ist festgehalten, Caroline habe bei einem Gerangel mit ihrer Schwester einen Schlag auf das linke Ohr erhalten. Caroline erklärt heute, sie habe diese Angabe damals aus Angst gemacht und besitze keine Schwester. Wer die Verletzung verursacht hat, lässt sich durch das Dokument nicht feststellen. In der vollständigen, eine Minute und neun Sekunden langen Sprachnachricht spricht Caroline davon, Personen mittels KI „dazuzustellen“. Eine Absicht, weitere Frauen oder deren Vorwürfe zu erfinden, geht daraus nicht eindeutig hervor. Caroline gibt an, mit weiteren Frauen in Kontakt zu stehen, die ähnliche Erfahrungen schildern, und bot der Redaktion Einblick in zusätzliches Material an. Die Zahl dieser Frauen und ihre konkreten Erlebnisse konnten wir bislang nicht unabhängig bestätigen. Carolines zentrale Vorwürfe sexualisierter und körperlicher Gewalt wurden vom Landgericht München I als unwahr bewertet und daher verboten.

Zwischen Vorverurteilung und juristischer Aufarbeitung

Nach all diesen Vorwürfen haben sich Menschen von dir distanziert.

AVAION: Ja, und ich verstehe größtenteils, warum sie das getan haben. Natürlich sollte man solche Vorwürfe einer Frau sehr ernst nehmen. Wird allerdings diese Thematik missbraucht, um Aufmerksamkeit zu bekommen oder um jemandes Leben zu zerstören, wird tatsächlichen Opfern die Glaubwürdigkeit genommen und das ist sehr gefährlich.

Wie gesagt, verstehe ich, dass das ein sensibles Thema ist und sein sollte und man da vorsichtig sein möchte. Es ist nur wichtig zu unterscheiden: Eine gesunde Skepsis ist verständlich, aber eine Vorverurteilung, als wäre die Schuld schon bewiesen – das ist nicht fair. Und leider gingen manche Veranstalter sowie Artists so mit der Situation um, als wäre ich verurteilt und hätte all das getan.

Meine Familie und meine engen Freunde und, ja, auch einige Veranstalter und Wegbegleiter haben zu mir gestanden. Sie wussten, dass ich in einer toxischen Beziehung bin und sie wussten auch, dass mir meine heutige Ex-Freundin schon mehrfach angedroht hatte, mich zu vernichten, vor allem meine Karriere zu zerstören. In meinem Umfeld habe ich ganz viel Unterstützung und Liebe erfahren. Hätte ich das in dieser schlimmen Zeit nicht gehabt – ich weiß nicht, was ich getan hätte.

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Im Vorgespräch hast du erzählt, dass deine Familie und du infolge der Veröffentlichungen Morddrohungen bekommen habt.

AVAION: Ja. Nach der Veröffentlichung hatte ich den tiefsten Punkt in meinem Leben und meine Familie auch. Es hat uns mitten aus dem Leben gerissen, aber es hat uns auch noch näher zusammengeschweißt.

Dir war es wichtig, den rechtlichen Weg zu gehen. Wieso?

AVAION: Ich möchte alles offenlegen, ich möchte, dass das alles ans Licht kommt und dass jeder sieht, dass es eine toxische Beziehung von 2 Menschen war. Daher habe ich schon direkt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt, damit die Staatsanwaltschaft ermittelt. Natürlich wehre ich mich auch zivilrechtlich gegen die rechtswidrigen Anschuldigungen.

Die Veröffentlichungen all ihrer Behauptungen mir gegenüber, die Veröffentlichung aus dem Zusammenhang gerissener Chatverläufe und Sprachnachrichten wurden vom Gericht verboten. Diese Beziehung hat nichts mit meinem Umgang mit anderen Frauen und meiner Rolle und meinem Verhalten in der Öffentlichkeit zu tun. Es gab nie einen Vorwurf in diese Richtung.

Ich bin kein verurteilter Straftäter, ich habe niemals eine Frau vergewaltigt, geschlagen oder ihr Böses angetan. Ich bin kein Täter. Ich möchte auch, dass Frauen geglaubt wird, denen so etwas wirklich passiert. Aber in diesem Fall werde ich zu Unrecht beschuldigt. Mir werden Dinge vorgeworfen, die ich nie getan hab. Ich will, dass das alles aufgeklärt wird.

Mit meiner Musik habe ich für mich und hoffentlich auch für viele Leute einen Safe Space geschaffen und gerade diese Werte möchte ich weiterhin vermitteln und unterstützen.

Einordnung der Redaktion: In verschiedenen zivilrechtlichen Eilverfahren wurde die Verbreitung konkreter Aussagen untersagt. Das LG Hamburg untersagte Caroline im Mai 2026 zahlreiche Äußerungen sowie die Veröffentlichung privater Chat- und Sprachnachrichten aus ihrem YouTube-Video. Die Verfügung wurde im Juli nach mündlicher Verhandlung bestätigt. Die uns vorliegenden Entscheidungen enthalten keine Begründung, weshalb sich daraus nicht ableiten lässt, inwieweit der Wahrheitsgehalt der einzelnen Vorwürfe geprüft wurde. In einem separaten Verfahren untersagte das LG Hamburg dem Bayerischen Rundfunk die Verbreitung eines Vergewaltigungsverdachts, weil es keinen ausreichenden Mindestbestand an Beweistatsachen für eine zulässige Verdachtsberichterstattung sah. Eine Unwahrheit des Vorwurfs stellte das Gericht damit nicht fest. Am 2. September 2026 untersagte das LG München I Caroline zahlreiche konkrete Aussagen gegenüber einem Veranstalter sowie einen Instagram-Kommentar. Nach Auskunft von AVAIONs Anwalt beurteilte das Gericht zahlreiche dieser Behauptungen als unwahr. Soweit der Antrag zurückgewiesen wurde, habe das Gericht die betreffenden Äußerungen als Meinungsäußerungen bewertet. Gegen das Urteil ist eine Berufung möglich. Keine dieser zivilgerichtlichen Entscheidungen stellt eine strafrechtliche Feststellung über Schuld oder Unschuld dar.

„Ich möchte wieder auflegen“

Wie geht es für dich jetzt weiter? Wirst du weiterhin Musik veröffentlichen und auftreten?

AVAION: Ja. Ich habe den rechtlichen Weg ja unter anderem auch gewählt, weil ich wollte, dass alles, wirklich alles, ans Licht kommt. Ja, ich habe mich in der Beziehung nicht gut, nicht gesund verhalten. Aber ich bin kein Vergewaltiger, ich habe Frauen nie benutzt, ihnen nie etwas Schlimmes angetan.

Gerade auf Festivals und in meinem beruflichen Umfeld hatte ich immer eine gute Zeit mit den Teams, mit den Fans … Ich möchte wieder auflegen und erste Bookinganfragen erhalte ich auch schon wieder. Ich möchte, dass Menschen wieder zu meinen Auftritten kommen und meine Musik hören. Ich möchte wieder das Leben spüren und ich möchte vor allem wieder das tun, was mir immer schon die meiste Freude gemacht hat: Musik.

Danke für das Gespräch!

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Katrin Fuhrmann

Autor

Katrin Fuhrmann

CEO & Founder