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„Wenn jemand jeden Drop filmt, macht mich das traurig“: Novah über Handys auf dem Dancefloor

„Wenn jemand jeden Drop filmt, macht mich das traurig“: Novah über Handys auf dem Dancefloor

Handyvideos haben Novah dabei geholfen, sich international einen Namen zu machen. Trotzdem sieht die Hard-Techno-DJ kritisch, wenn Fans jeden Drop aufnehmen – weil dabei das eigentliche Erlebnis verloren gehe.

Wenn vom Set vor allem Handyvideos bleiben

Ein kurzer Clip vom Lieblingsmoment, eine Erinnerung für später: Damit hat Novah kein Problem. Wenn Fans ein Set jedoch fast nur noch durch ihren Bildschirm verfolgen, kippt die Sache für die Belgierin. Dabei kennt sie den Widerspruch aus ihrer eigenen Karriere nur zu gut: Ohne Handyvideos und Social Media hätte sie viele Menschen wohl nie erreicht.

In einem Interview mit DJ Mag beim Tomorrowland 2026 sprach Novah über ihr zwiespältiges Verhältnis zu Handys auf dem Dancefloor. „Wenn jemand jeden Drop filmt, macht mich das traurig“, erklärte sie. Fans könnten ruhig einige Momente festhalten, sollten zwischendurch aber auch versuchen, die Geschichte eines Sets, die Musik und ihre eigenen Emotionen wahrzunehmen. Novah erinnert sich noch gut an die Zeit, in der sie selbst regelmäßig im Publikum stand. Ihr Handy habe sie beim Feiern kaum in der Hand gehabt – manchmal verlor sie es sogar im Laufe der Nacht. Videos von diesen Sets besitze sie deshalb fast keine.

Dafür habe sie die Musik unmittelbar erlebt und sei vollständig im Moment gewesen. Wer dagegen ständig filme, könne einem Set nicht dieselbe Aufmerksamkeit schenken. Genau diese Erfahrung möchte Novah auch ihren Fans mitgeben. Um ein komplettes Handyverbot geht es ihr dabei nicht. Ein paar Erinnerungen aufzunehmen, sei völlig in Ordnung. Das Filmen sollte nur nicht wichtiger werden als der Moment, den man eigentlich festhalten möchte.

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Novah verdankt Social Media einen Teil ihres Erfolgs

Dass Novah Handyvideos nicht pauschal verurteilt, hat auch mit ihrer eigenen Karriere zu tun. Clips aus Clubs und von Festivals hätten ihr enorm dabei geholfen, eine Plattform aufzubauen und international bekannter zu werden. „Heute braucht man Social Media“, räumte die Hard-Techno-DJ ein. Deshalb wolle sie niemanden angreifen, der während eines Sets sein Handy herausholt. Trotzdem wünsche sie sich, dass zwischen den Aufnahmen noch genügend Raum für die Musik bleibt.

Damit beschreibt Novah einen Konflikt, der längst zur elektronischen Musik gehört. DJs, Clubs und Festivals profitieren von Videos, die innerhalb kürzester Zeit ein riesiges Publikum erreichen können. Gleichzeitig versuchen immer mehr Veranstalter, das Filmen einzuschränken oder die Kameras der Smartphones beim Einlass abzukleben. Novahs Haltung ist weniger radikal: Das Handy muss nicht die gesamte Nacht in der Tasche bleiben. Es sollte aber auch nicht bei jedem Drop vor dem Gesicht landen.

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Das Interview entstand backstage während des ersten Tomorrowland-Wochenendes. Novah spielte dort erstmals auf der Mainstage. Eine Woche später stand sie noch einmal in der Atmosphere Stage hinter den Decks.

Fotocredit: Tomorrowland

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de