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„Scary as f***“: deadmau5 warnt nach KI-Deepfake-Promo vor Missbrauch

„Scary as f***“: deadmau5 warnt nach KI-Deepfake-Promo vor Missbrauch

Ein unbekannter DJ soll ein KI-Deepfake von deadmau5 genutzt haben, um eigene Tracks zu bewerben. Der Produzent bezeichnet das als „scary as f***“ und warnt vor weiterem Missbrauch der Technologie.

deadmau5 als KI-Klon missbraucht

Joel Zimmerman, besser bekannt als deadmau5, hat auf seinen Social-Media-Kanälen öffentlich gemacht, dass ein DJ ohne seine Zustimmung ein Deepfake-Video von ihm verbreitet hat. In dem Clip soll eine KI-Version des Produzenten den anderen Künstler und dessen Musik bewerben.

deadmau5 zufolge sei das Video „vollständig KI-generiert“, die Stimme „nicht ganz 100 Prozent, aber verdammt überzeugend“. Sein Fazit: „fucking scary as fuck.“ Den Namen des betreffenden DJs nennt er bewusst nicht, da er ihm keine zusätzliche Reichweite verschaffen will.

Deutlich wird: Hier geht es nicht um einen Meme-Clip oder Fan-Art, sondern um gezielte Promotion mit einer simulierten Identität.

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deadmau5 spart nicht mit klaren Worten. Er warnt davor, dass „talentlose“ Akteure generative KI nutzen könnten, um sich durch den Missbrauch fremder Gesichter und Stimmen Vorteile zu verschaffen. KI an sich findet er spannend, generative Systeme ohne klare Regeln hingegen problematisch.

Die Sorge ist berechtigt: Die Deepfake-Technologie wird immer zugänglicher, während verbindliche Kennzeichnungspflichten oder klare Haftungsregeln vielerorts noch fehlen. Für Künstler bedeutet das ein reales Risiko – nicht nur für ihre Marke, sondern auch für das Vertrauen ihrer Fans.

NO FAKES Act & CLEAR Act: Neue Regeln für KI?

Der Fall fällt in eine Phase, in der in den USA mehrere Gesetzesinitiativen zum Umgang mit KI diskutiert werden. Dazu zählt der sogenannte NO FAKES Act, der ein „Digital Replica Right“ einführen soll, also ein Recht, die eigene Stimme und das eigene Abbild im Kontext von KI zu kontrollieren und gegebenenfalls zu monetarisieren.

deadmau5 unterstützt diesen Vorstoß. Menschen sollten die Kontrolle über „ihre eigenen Gesichter und Stimmen“ behalten, so seine Position. Kritiker wiederum warnen vor zu weitreichenden Eingriffen in die Meinungsfreiheit und die Innovationsfreiheit.

Parallel wird über den CLEAR Act debattiert, der mehr Transparenz bei Trainingsdaten für KI-Modelle schaffen soll. Auch hier prallen die Interessen der Musikindustrie und der Tech-Lobby frontal aufeinander.

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Zwischen Album-Comeback und KI-Skandal

Das Timing ist brisant: deadmau5 arbeitet aktuell an seinem ersten Album seit 2016 und hat angekündigt, seine ikonische „Cube“-Stage-Produktion in Rente zu schicken, um ein neues Live-Konzept zu starten. 2026 soll ein neues Kapitel beginnen.

Derzeit steht jedoch eine andere Debatte im Fokus, die die gesamte elektronische Szene betrifft. Wenn Deepfakes zur Marketing-Praxis werden, ist nicht die Frage, ob es weitere Fälle gibt. Sondern wann.

Klar ist: Der Fall zeigt, wie schnell technologische Möglichkeiten zu einem Reputationsrisiko für Künstler werden können. Die Branche muss dringend klären, wo kreative Spielerei endet und Identitätsmissbrauch beginnt.

Fotocredit: Rukes

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