Der deutsche Produzent Innellea hat sich mit einem offenen Statement an seine Community gewandt. Darin beschreibt er ein Gefühl des Feststeckens sowie zunehmenden Erwartungsdrucks aus der Szene. Er kündigt an, bewusst Abstand zu nehmen, um sich künstlerisch neu zu sortieren.
Zwischen künstlerischer Freiheit und Szene-Erwartungen
In einem Social-Media-Post blickt Innellea auf seine Anfänge zurück. Sein erster Rave habe sein Leben verändert, da es dort keine Schubladen, Bewertungen oder stilistischen Grenzen gab. Genau dieses Gefühl habe von Beginn an sein Projekt geprägt.
Innellea beschreibt sein künstlerisches Selbstverständnis als bewusst offen: Lange Sets mit Ambient, melodischen Passagen, groovigem Tech-House, Breakbeats und gelegentlichen Techno-Momenten. Auch sein Live-Format mit Gesang und Gitarrenelementen sei Teil dieser Bandbreite gewesen. „It was never just one sound“, schreibt er und betont, dass es das auch heute nicht sei.
Gleichzeitig schildert er eine zunehmende Irritation: Immer häufiger lese er Kommentare darüber, wie Innellea klingen sollte. Grundsätzlich schätze er Feedback, vieles entstehe aus echter Verbundenheit. Doch er beobachtet auch, wie sich eine gesamte Szene entlang von Trends, Labels und Algorithmen verschiebt – und damit implizite Erwartungshaltungen mitformt.
Das Resultat sei ein Gefühl des Stillstands. „Locked into expectations.“ Er stellt sich aktuell die Frage, was er sich als Künstler eigentlich noch erlauben darf.
Er spricht von einem bewussten Schritt zurück. Weg von Feeds, Meinungen und äußeren Einflüssen. Er wolle sich wieder stärker mit der ursprünglichen Motivation hinter seinem Projekt verbinden.
Ob daraus eine stilistische Neuausrichtung entsteht oder lediglich eine kreative Neujustierung, lässt er offen. Klar ist jedoch: Mit seinem Statement berührt Innellea einen Nerv in einer Szene, in der Sound-Identitäten zunehmend eng definiert werden – besonders im melodischen und progressiven Spektrum elektronischer Musik.
Fotocredit: Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




