Plagiatsvorwurf: Ben Hemsley schießt gegen HUGEL & Matt Sassari

Plagiatsvorwurf: Ben Hemsley schießt gegen HUGEL & Matt Sassari

Ben Hemsley erhebt schwere Plagiatsvorwürfe gegen HUGEL und Matt Sassari. Auf seinen Social-Media-Kanälen wirft der Brite den beiden Produzenten vor, seine Idee eines „It Feels So Good“-Edits übernommen zu haben, und teilt dabei öffentlich und ungefiltert aus.

Streit um „It Feels So Good“ und eine Idee aus dem Jahr 2016

Ben Hemsley hat HUGEL und Matt Sassari öffentlich des Plagiats bezichtigt. In einem Social-Media-Post beschuldigt der britische DJ und Produzent die beiden Franzosen, seine Tech-House-Idee für eine Neuauflage von Soniques Klassiker „It Feels So Good” übernommen zu haben, ohne ihn zu nennen oder zu beteiligen.

Konkret geht es um Ben Hemsleys eigenen Edit des Tracks, den er im Alter von 19 Jahren im Jahr 2016 auf SoundCloud veröffentlichte. Dieser Edit war nie offiziell lizenziert, wurde jedoch laut Hemsley von Matt Sassari in seinen Sets gespielt. Als Beleg teilte er in den sozialen Medien einen Side-by-Side-Vergleich seines Edits mit der im Jahr 2024 erschienenen Version von HUGEL und Matt Sassari, die mittlerweile über 167 Millionen Streams auf Spotify verzeichnet.

„So there’s no excuse that he didn’t hear it“, schreibt Hemsley zudem in den Kommentaren seines Posts und verweist auf alte Tracklists von Matt Sassari, in denen sein Edit auftauchte. „No excuses for this one.“

Hemsley betont mehrfach, dass es ihm nicht primär um finanzielle Forderungen geht, auch wenn er rechtliche Schritte theoretisch für möglich hält. Vielmehr störe ihn der Umgang mit kreativen Ideen innerhalb der Szene, insbesondere wenn Ideen junger oder damals noch unbekannter Künstler später in kommerziell erfolgreichen Produktionen landen.

„Looool at the scene … robbing a 19-year-old version of myself and still not managing to make it as good“, schreibt er weiter. Die Wortwahl ist bewusst drastisch, der Frust ist deutlich spürbar. Auch rückblickend zeigt sich Hemsley enttäuscht darüber, dass seine Idee zunächst gespielt, später aber ohne Rücksprache weiterverwertet wurde.

Rechtlich sauber – kreativ umstritten?

Ein zentraler Punkt in der Debatte ist: Während Hemsleys Edit nie offiziell veröffentlicht oder lizenziert wurde, haben HUGEL und Matt Sassari das Sonique-Sample ordnungsgemäß lizenziert und ihre Version regulär auf allen Streaming-Plattformen veröffentlicht. Juristisch bewegen sich somit beide Seiten auf sehr unterschiedlichem Terrain.

Genau diese Konstellation macht den Fall jedoch brisant. Denn eine rechtliche Freigabe bedeutet nicht automatisch kreative Originalität – zumindest nicht aus der Sicht vieler Produzenten, für die Edits, Bootlegs und Clubversionen eine wichtige Spielwiese für neue Ideen sind. Wo Inspiration endet und Ideenübernahme beginnt, ist in der elektronischen Musik seit jeher eine Grauzone.

Der Fall Ben Hemsley vs. HUGEL & Matt Sassari reiht sich in eine lange Liste ähnlicher Konflikte innerhalb der Dance-Szene ein. Immer wieder entzünden sich Diskussionen daran, wie mit inoffiziellen Edits umgegangen wird. Vor allem, wenn diese später als Grundlage für kommerziell erfolgreiche Veröffentlichungen dienen.

Bislang haben HUGEL und Matt Sassari nicht öffentlich auf die Vorwürfe reagiert.

Fotocredit: Press Pic


Franz Beschoner

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de