Acht Jahre Rosenkrieg um Dash Berlin: Gericht entscheidet zugunsten von Jeffrey Sutorius

Acht Jahre Rosenkrieg um Dash Berlin: Gericht entscheidet zugunsten von Jeffrey Sutorius

Trennung, Machtkampf, Anwälte: Seit 2018 streiten Jeffrey Sutorius und seine ehemaligen Partner um Dash Berlin. Nun hat ein niederländisches Berufungsgericht im wohl bekanntesten Namensstreit der Trance-Szene entschieden und das Kräfteverhältnis neu geordnet.

Ein Projekt, drei Köpfe und ein Bruch mit Ansage

Lange Zeit war Dash Berlin ein klassisches Rollenmodell der elektronischen Szene: Während Jeffrey Sutorius als Gesicht auf der Bühne stand, waren seine Partner Eelke Kalberg und Sebastiaan Molijn im Hintergrund für Musik, Management und Business zuständig. Das Projekt war allemal erfolgreich.

2018 kam es jedoch zur Trennung. Und die verlief alles andere als geräuschlos. Es folgte kein sauberer Cut, sondern ein jahrelanger Rosenkrieg um Namen, Rechte und Deutungshoheit. Wer ist Dash Berlin – der Act, die Marke oder die Person dahinter?

Erst draußen, dann kurz zurück – und wieder weg.

Nach der Trennung gingen die Markenrechte zunächst an die ehemaligen Partner über. Sutorius war vorerst außen vor, tourte unter seinem bürgerlichen Namen, veröffentlichte neue Musik und blieb so in der Öffentlichkeit präsent. Doch der Elefant im Raum war immer derselbe: Dash Berlin.

2019 schien sich der Konflikt kurz zu beruhigen. Auf Basis einer Vereinbarung durfte Sutorius den Namen „Dash Berlin” wieder nutzen. Allerdings gegen Zahlung einer Lizenzgebühr an seine ehemaligen Partner.

Der Auslöser der Eskalation

Diese Lösung hielt nicht lange. Auslöser für die erneute Eskalation war eine hohe Steuernachforderung der USA für das Jahr 2017. Sutorius berief sich auf die Vereinbarung von 2019, in der seine ehemaligen Partner zugesichert hatten, sämtliche steuerlichen Altlasten bis 2018 zu regeln. Da dies aus seiner Sicht nicht geschah, setzte er die vereinbarten Lizenzzahlungen aus.

Genau dieser Schritt brachte den Streit vor Gericht. Die ehemaligen Partner klagten und ein erstinstanzliches Urteil gab ihnen zunächst Recht. In der Folge verlor Sutorius das Recht, den Namen „Dash Berlin” zu nutzen; das Projekt trat mit neuem Frontmann auf. Für die Szene wurde die Lage zunehmend unübersichtlich und, um ehrlich zu sein, auch unerquicklich.

Das Urteil, das alles neu sortiert

Am 20. Januar 2026 hat der Gerechtshof Den Haag diese Entscheidung aufgehoben. Das Gericht stellte klar, dass Sutorius die Lizenzzahlungen aussetzen durfte, da seine ehemaligen Partner zentrale vertragliche Pflichten, insbesondere die vollständige Abwicklung der US-Steuerangelegenheiten bis 2018, nicht erfüllt hatten.

Die Konsequenz: Es gibt kein Nutzungsverbot, die Markenrechte müssen nicht zurückgegeben werden uund Jeffrey Sutorius darf den Namen „Dash Berlin” weiterhin verwenden. Wichtig dabei ist, dass es sich nicht um einen vorläufigen Beschluss, sondern um eine Entscheidung der Berufungsinstanz handelt. Juristisch also eine belastbare Richtungsentscheidung.

Was das für die Szene bedeutet

Stand jetzt gilt: Jeffrey Sutorius darf wieder als Dash Berlin auftreten, was er jedoch noch nicht wieder offiziell macht. Ein Rebranding oder neue Ankündigungen stehen noch aus. Musikalisch wirkt der Schritt allerdings folgerichtig. Sutorius’ aktuelle Sets verbinden klassische Dash-Berlin-Momente mit einem moderneren, druckvolleren Progressive-Ansatz.

Der Rosenkrieg ist damit allerdings noch nicht verklungen. Nach acht Jahren Streit ist aber erstmals klar, in welche Richtung sich das Kapitel Dash Berlin bewegen kann.

Fotocredit: Rukes


Franz Beschoner

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de