Nach dem schweren Feuer während des Aufbaus 2025 liegt nun eine unabhängige Risikoanalyse zum Tomorrowland vor. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Das Festival gilt weiterhin als sicher, soll 2026 aber in mehreren Bereichen zusätzlich nachschärfen.
Tomorrowland: Unabhängige Risikoanalyse bestätigt Sicherheit nach Mainstage-Brand
Nach dem schweren Mainstage-Brand im Sommer 2025 hat Tomorrowland seine Sicherheitsstruktur unabhängig prüfen lassen. Jetzt liegt das Ergebnis der Risikoanalyse vor – und es ist für das Festival eine wichtige Entlastung: Grundlegende strukturelle Änderungen an der Organisation seien nicht nötig, das objektive Risikoprofil werde als niedrig bis moderat eingestuft.
Die Analyse wurde nach dem Brand während des Aufbaus von Tomorrowland 2025 angestoßen. Beteiligt waren WEAREONE.world, die Gemeinden Boom und Rumst sowie der Gouverneur der Provinz Antwerpen. Koordiniert wurde die Untersuchung vom Crisis Governance Chair der Universität Antwerpen. Eingeflossen sind spezialisierte Bewertungen zu Brandschutz, Crowd Management und dem allgemeinen Risikoprofil des Festivals.
Der Kern der Bewertung: Sowohl beim Brandschutz als auch bei der Evakuierungskapazität sei der bestehende Ansatz weitgehend robust. Laut Analyse könnten Besucher in Notfällen schnell sichere Bereiche erreichen. Selbst in außergewöhnlichen Szenarien sollen die Evakuierungszeiten innerhalb der festgelegten Sicherheitsstandards bleiben.
Ganz ohne Konsequenzen bleibt der Brand von 2025 trotzdem nicht. Die Experten empfehlen mehrere gezielte Optimierungen, die Tomorrowland nun gemeinsam mit Behörden, Feuerwehr, Polizei, medizinischen Diensten und externen Sicherheitspartnern weiter umsetzt. Einige Maßnahmen seien laut Veranstalter bereits während oder direkt nach der Ausgabe 2025 angestoßen worden. Konkret will Tomorrowland 2026 stärker in Echtzeit-Crowd-Monitoring investieren. Dafür sollen unter anderem LiDAR-Technologie und Systeme zur Dichtemessung eingesetzt werden, um Besucherströme, Engstellen und mögliche Evakuierungsszenarien noch genauer überwachen zu können. Die Daten sollen in die zentrale Einsatzstruktur des Festivals eingebunden werden.
Auch beim Brandschutz wird nachgeschärft. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sollen zusätzliche Einsatzteams an strategischen Punkten wie der Mainstage und der Great Library positioniert werden. Dadurch sollen technische Zwischenfälle oder entstehende Brandsituationen schneller erkannt und bekämpft werden können.
Ein weiterer Fokus liegt auf den Durchgängen und Evakuierungstunneln an der Mainstage. Diese sollen zusätzlichen Schutz erhalten, damit sie im Ernstfall über den notwendigen Zeitraum zugänglich und einsatzfähig bleiben. Dazu kommen zusätzliche Backup-Teams für kritische operative Bereiche sowie überarbeitete Show-Stop-Prozesse. Musikunterbrechungen, Evakuierungsansagen und Crowd-Flow-Steuerung sollen künftig noch zentraler und schneller koordiniert werden.
Für Tomorrowland ist die Analyse damit mehr als ein formaler Sicherheitscheck. Nach dem Brand 2025 stand nicht nur eine Bühne in Flammen, sondern auch die Frage im Raum, wie belastbar die Infrastruktur eines Festivals dieser Größenordnung wirklich ist. Die Antwort der Untersuchung fällt deutlich aus: Das Grundsystem trägt. Aber das Festival zieht aus dem Vorfall sichtbare Konsequenzen.
Das Tomorrowland 2026 findet vom 17. bis 19. sowie vom 24. bis 26. Juli in Boom statt. Die nun angekündigten Maßnahmen dürften damit schon bei der kommenden Ausgabe eine zentrale Rolle spielen. Nicht auf, sondern hinter der Bühne, wo Sicherheit im besten Fall gar nicht auffällt.
Fotocredit: Tomorrowland

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




