Stephan Bodzin steht im Line-up des DGTL India 2026. In der indischen Szene sorgt das für Kritik, weil BLOT! bereits Ende 2025 schwere Vorwürfe gegen einen Manager des deutschen Künstlers erhoben hatte.
Ein altes Video bekommt neue Aufmerksamkeit
Das DGTL India hat sein Line-up für 2026 veröffentlicht. Am 13. und 14. November findet das Festival zeitgleich in Mumbai und Bengaluru statt. Zu den größten Namen im Programm gehören Nina Kraviz, Colyn, Vladimir Dubyshkin und Stephan Bodzin, der in beiden Städten mit seinem Live-Set auftreten soll.
Kurz nach der Ankündigung tauchte in den sozialen Medien jedoch erneut ein Video des indischen Produzenten BLOT! auf. Darin schilderte Gaurav Malaker, wie er nach einem gemeinsamen Booking mit Bodzin von dessen Manager bedroht und herabgewürdigt worden sein soll. Inzwischen gibt es Stimmen, die vom DGTL eine Reaktion fordern und Bodzins Booking infrage stellen.
BLOT! schildert Streit nach überzogenem Set
Der geschilderte Vorfall soll sich am 24. Dezember 2025 bei „The Warehouse – Xmas Edition“ im Gold Acres in Kolkata ereignet haben. BLOT! war an diesem Abend nach Stephan Bodzin eingeplant. Nach seiner Darstellung spielte der Deutsche rund 40 Minuten länger als vorgesehen. Malaker habe den Wechsel nicht erzwungen, sondern gewartet und schließlich gefragt, ob nun umgebaut werden solle. Daraufhin sei ein offenbar alkoholisierter Manager von Bodzin auf ihn zugekommen und habe ihm wiederholt mit den Worten „Ich schlage dich“ gedroht. Außerdem soll der Manager BLOT! mit einer abfälligen Bemerkung über dessen Karriere herabgesetzt haben. Sinngemäß habe er erklärt, Malaker spiele lediglich drei Shows im Jahr und versuche nun, seinen kurzen Moment zu bekommen.
BLOT! veröffentlichte seine Schilderung Ende Dezember 2025. Der Vorwurf der Drohung richtet sich dabei ausdrücklich gegen einen Manager von Stephan Bodzin und nicht gegen den Künstler selbst. Ob Bodzin die Auseinandersetzung unmittelbar mitbekam oder später davon erfuhr, geht aus dem Video nicht eindeutig hervor.
Kritik an der erneuten Indien-Buchung
Mit der Ankündigung des DGTL India ist der Vorfall nun wieder Thema. In Beiträgen und Kommentaren wird kritisiert, dass ein internationaler Headliner erneut gebucht werde, obwohl ein etablierter Künstler aus der lokalen Szene öffentlich von einer Drohung und respektlosem Verhalten aus dessen Umfeld berichtet habe. Dabei geht es nicht nur um die mögliche Auseinandersetzung hinter der Bühne. Die Debatte berührt auch eine grundsätzliche Frage: Wie gehen internationale Headliner und ihre Teams mit lokalen Artists um, wenn Spielzeiten überschritten werden oder Umbauten anstehen?
Das DGTL India betont zur diesjährigen Ausgabe, dass die eigene Kuration auf Qualität statt Hype ausgerichtet sei. Genau deshalb fordern einige Stimmen nun, dass sich das Festival mit den Vorwürfen auseinandersetzt.
DGTL India reagiert auf die Vorwürfe
DGTL India hat sich gegenüber Rolling Stone India inzwischen zu den Vorwürfen geäußert. Das Festival erklärte, man wolle respektvolle und sichere Bedingungen für Künstler, Teams und Besucher schaffen. Da sich der geschilderte Vorfall außerhalb einer DGTL-Veranstaltung ereignet habe, prüfe man die vorliegenden Informationen, bevor man sich weiter dazu äußere.
Eine öffentliche Reaktion von Stephan Bodzin oder seinem Team ist bislang nicht bekannt. Auch der von BLOT! geschilderte Ablauf wurde bisher nicht unabhängig bestätigt. Damit steht weiterhin dessen Darstellung im Raum. Ob das Festival an Bodzins Buchung festhält, bleibt vorerst offen.
Korrektur vom 19. August 2026
In einer früheren Version dieses Artikels wurden Veranstaltung, Datum und Ort des geschilderten Vorfalls falsch angegeben. Nach aktualisierten Informationen soll er sich am 24. Dezember 2025 bei „The Warehouse – Xmas Edition“ in Kolkata ereignet haben. Die Angaben wurden entsprechend korrigiert. Zudem haben wir eine Stellungnahme von DGTL India ergänzt.
Fotocredit: Kenton Thatcher/Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




