Stephan Bodzin steht im Line-up des DGTL India 2026. In der indischen Szene sorgt das für Kritik, weil BLOT! bereits Ende 2025 schwere Vorwürfe gegen einen Manager des deutschen Künstlers erhoben hatte.
Ein altes Video bekommt neue Aufmerksamkeit
Das DGTL India hat sein Line-up für 2026 veröffentlicht. Am 13. und 14. November findet das Festival zeitgleich in Mumbai und Bengaluru statt. Zu den größten Namen im Programm gehören Nina Kraviz, Colyn, Vladimir Dubyshkin und Stephan Bodzin, der in beiden Städten mit seinem Live-Set auftreten soll.
Kurz nach der Ankündigung tauchte in den sozialen Medien jedoch erneut ein Video des indischen Produzenten BLOT! auf. Darin schilderte Gaurav Malaker, wie er nach einem gemeinsamen Booking mit Bodzin von dessen Manager bedroht und herabgewürdigt worden sein soll. Inzwischen gibt es Stimmen, die vom DGTL eine Reaktion fordern und Bodzins Booking infrage stellen.
BLOT! schildert Streit nach überzogenem Set
Der geschilderte Vorfall soll sich am 31. Oktober 2025 beim Spacetech Halloween in Gurugram ereignet haben. BLOT! war an diesem Abend direkt nach Stephan Bodzin eingeplant. Nach seiner Darstellung spielte der Deutsche rund 40 Minuten länger als vorgesehen. Malaker habe den Wechsel nicht erzwungen, sondern gewartet und schließlich gefragt, ob nun umgebaut werden solle. Daraufhin sei ein offenbar alkoholisierter Manager von Bodzin auf ihn zugekommen und habe ihm wiederholt mit den Worten „Ich schlage dich“ gedroht. Außerdem soll der Manager BLOT! mit einer abfälligen Bemerkung über dessen Karriere herabgesetzt haben. Sinngemäß habe er erklärt, Malaker spiele lediglich drei Shows im Jahr und versuche nun, seinen kurzen Moment zu bekommen.
BLOT! veröffentlichte seine Schilderung Ende Dezember 2025. Der Vorwurf der Drohung richtet sich dabei ausdrücklich gegen einen Manager von Stephan Bodzin und nicht gegen den Künstler selbst. Ob Bodzin die Auseinandersetzung unmittelbar mitbekam oder später davon erfuhr, geht aus dem Video nicht eindeutig hervor.
Kritik an der erneuten Indien-Buchung
Mit der Ankündigung des DGTL India ist der Vorfall nun wieder Thema. In Beiträgen und Kommentaren wird kritisiert, dass ein internationaler Headliner erneut gebucht werde, obwohl ein etablierter Künstler aus der lokalen Szene öffentlich von einer Drohung und respektlosem Verhalten aus dessen Umfeld berichtet habe. Dabei geht es nicht nur um die mögliche Auseinandersetzung hinter der Bühne. Die Debatte berührt auch eine grundsätzliche Frage: Wie gehen internationale Headliner und ihre Teams mit lokalen Artists um, wenn Spielzeiten überschritten werden oder Umbauten anstehen?
Das DGTL India betont zur diesjährigen Ausgabe, dass die eigene Kuration auf Qualität statt Hype ausgerichtet sei. Genau deshalb fordern einige Stimmen nun, dass sich das Festival mit den Vorwürfen auseinandersetzt.
Eine Stellungnahme steht noch aus
Eine öffentliche Reaktion von Stephan Bodzin, seinem Management oder dem DGTL India auf die aktuelle Debatte ist bislang nicht bekannt. Auch der geschilderte Ablauf wurde bisher nicht unabhängig bestätigt.
Damit steht zunächst die Darstellung von BLOT! im Raum. Ob das Festival an der Buchung festhält oder sich noch zu dem Vorfall äußert, bleibt offen. Sollte eine Stellungnahme folgen, werden ihr das bei uns erfahren.
Fotocredit: Kenton Thatcher/Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




