„Calling“, „Reload“, „Million Voices“: Auf Refune erschienen einige der bekanntesten Tracks der Progressive-House-Ära. Jetzt meldet sich Sebastian Ingrossos Label nach jahrelanger Funkstille zurück – mit der Ankündigung neuer Musik.
Ein Zuhause für Alesso und große Festivalmelodien
Manchmal reichen ein Labelname und ein paar Songtitel, damit die Musik im Kopf sofort wieder läuft. Refune ist so ein Fall. Sebastian Ingrossos Label veröffentlichte „Calling“, „Reload“ und „Million Voices“ – Tracks, die für viele bis heute untrennbar mit den Festivalnächten der frühen 2010er verbunden sind.
Jetzt kündigt Refune seine Rückkehr an. Auf dem offiziellen Instagram-Account erschien am 23. September die kurze Botschaft: „Same Label. New Music.“ Gleiches Label, neue Musik. Welche Künstler und Tracks den Neustart einläuten sollen, verrät die Ankündigung noch nicht.
Ingrosso gründete Refune 2003 in Stockholm, lange bevor Swedish House Mafia weltweit Arenen füllten. Über die Jahre veröffentlichte das Label neben seinen eigenen Produktionen auch Musik von Steve Angello, Dirty South und Laidback Luke. Besonders eng ist die Geschichte von Refune mit Alesso verbunden. 2011 erschien dort dessen „Dynamite EP“, im selben Jahr folgte die gemeinsame Single „Calling“ mit Ingrosso. Die Instrumentalversion brachte bereits alles mit, was den Track auszeichnete: eine sofort erkennbare Melodie und einen Aufbau, der auf den großen Moment im Set zusteuerte.
Mit Ryan Tedders Gesang wurde daraus 2012 „Calling (Lose My Mind)“. Ebenfalls auf Refune erschienen Alessos „Years“ mit Matthew Koma und Otto Knows’ „Million Voices“. Dazu kam „Reload“, zunächst als Instrumental von Ingrosso und Tommy Trash, bevor später die Version mit John Martin folgte.
Wer damals melodischen Festival-House hörte, kam an diesem Katalog kaum vorbei. Refune gab Ingrosso zugleich die Möglichkeit, jenseits von Swedish House Mafia eigene Akzente zu setzen und andere Produzenten aufzubauen.
2022 hatte Ingrosso das Ende angekündigt
Die oft genannten sechs Jahre Pause beziehen sich auf die letzte Veröffentlichung: Im Juni 2020 erschien eine digitale Neuauflage von „Umbrella“, Ingrossos Zusammenarbeit mit Steve Angello aus dem Jahr 2007. Das Ende von Refune kündigte Ingrosso dagegen erst im März 2022 an. Damals stellte er mit Young Guru Lab ein neues Labelprojekt in Aussicht. Dass er nun den Namen Refune zurückholt, ist also auch eine Rückkehr zu einer Marke, deren Geschichte zwischenzeitlich abgeschlossen schien.
Ob das kommende Programm an die großen Festival-Melodien von damals anknüpft, lässt die Ankündigung offen. Auch ein erster Veröffentlichungstermin wird darin nicht genannt. Für den Moment steht ein Versprechen: neue Musik. Wie Refune 2026 klingen soll, muss das erste Release zeigen.
Fotocredit: Rukes

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




