Zum Hauptinhalt springen

Boys Noize wollte neue Tracks für seine Sets. Daraus wurde „7LLVSION“

Boys Noize wollte neue Tracks für seine Sets. Daraus wurde „7LLVSION“

Fünf Jahre nach „+/−“ hat Boys Noize wieder ein Soloalbum veröffentlicht. Für „7LLVSION“ hatte er sich vorgenommen, nur Stücke aufzunehmen, die er selbst im Club spielen würde. Wie weit er diese Idee fasst, zeigt das neue Video zu „Ycore“: Darin trifft Mayah Alkhateris Gesang auf Arabisch auf Gitarren, einen Cold-Wave-Basslauf und 150 BPM.

Was ihm in seinen Sets fehlte

Seit seinem letzten Soloalbum hat Alex Ridha aka Boys Noize mit Nine Inch Nails getourt, am Soundtrack zu „TRON: Ares“ mitgearbeitet und mit Trent Reznor und Atticus Ross als Nine Inch Noize beim Coachella gespielt. Die von ihm mitproduzierte Single „As Alive As You Need Me To Be“ brachte Reznor und Ross den Grammy für den besten Rocksong ein. Ob er selbst noch einmal ein Album machen würde, wusste Ridha nach „+/−“ trotzdem eine Zeit lang nicht.

Im Gespräch mit The FADER erzählt er, was ihm wieder Lust darauf machte: Ihm fehlten Tracks, auf die er sich in seinen eigenen Sets richtig freute. Also ging er zurück zu Musik, die ihn schon früh geprägt hatte. Er hörte Synth-Bands aus den Achtzigern und Produktionen von Conny Plank, etwa für DAF und Can. Daraus wurden zwölf Stücke für „7LLVSION“, ausgesprochen wie das englische „illusion“. Das Album ist seit dem 6. November auf seinem Label ONES and ZEROS erhältlich.

Was zwischen ZEP und Halsey alles Platz hat

Als wir im September über das Album berichtet haben, gab es mit „1+1+1“ und den Punk-Vocals von ZEP schon einen ersten Eindruck. Auf der Platte folgt darauf direkt „Take Me Out“, das mit einem Blues-Shuffle einen ganz anderen Rhythmus anschlägt. In „Baile DF“ kommt mit Adame DJ, Thalia Abdon und MC DA FRANÇA brasilianischer Baile Funk dazu. Den spielt Ridha selbst gern und findet darin genau die Energie, die er am Punk mag.

Spotify Player blockiert

Um diesen Inhalt zu hören, erteile bitte deine Zustimmung für Marketing-Cookies.

Manche Stücke bekamen ihre Form erst durch die Leute, denen er sie vorspielte. Als Ridha am Album von Brutalismus 3000 mitarbeitete, zeigte er dem Duo auch eigene Demos. Eine davon gefiel ihnen so gut, dass daraus „Nächstenliebe“ wurde. Auf „I Need Luv“ ist ABRA über einer Produktion von Boys Noize und Safety Trance zu hören. Und bei „Wake Me Up“ mit Locked Club lohnt sich ein Blick über die Tracklist hinaus: In den Credits ist Halsey für den Gesang aufgeführt. Ridha hat auch die Musik für den kommenden Film „Replacer“ geschrieben, in dem sie mitspielt.

Spotify Player blockiert

Um diesen Inhalt zu hören, erteile bitte deine Zustimmung für Marketing-Cookies.

Bei „Ycore“ kam die Stimme zuerst

Bei „Ycore“ war eine Gesangsspur der Ausgangspunkt. Ridha hatte Mayah Alkhateri von Kiss Facility über Sega Bodega kennengelernt. Im Studio spielte er einen Basslauf zu ihrer Stimme ein. Rund zwei Stunden später hatte er einen Cold-Wave-Track mit arabischem Gesang vor sich. Für Ridha, der irakische Wurzeln hat, war es das erste Mal, dass er so etwas in seiner eigenen Musik ausprobierte.

Spotify Player blockiert

Um diesen Inhalt zu hören, erteile bitte deine Zustimmung für Marketing-Cookies.

„Ycore“ steht fast am Ende des Albums, ist aber ein guter Einstieg. Wer danach noch einmal zu „1+1+1“ zurückspringt, hört, wie unterschiedlich zwei Tracks sein können, die Boys Noize für denselben Zweck geschrieben hat: Er will sie auflegen. Wie das im Club zusammenkommt, lässt sich im Dezember auch in Berlin erleben. Am Freitag, 18. Dezember, stehen Boys Noize und Brutalismus 3000 bei Live From Earth im Berghain auf demselben Line-up.

Hier könnt ihr „7LLVSION“ streamen.

Fotocredit: Ian Buosi

Folge uns

Um keine News mehr zu verpassen

DJ Mag Germany Logo
Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de