Wenn Nico Morano und seine Tochter zusammen tanzen, nennen sie sich „forever ever dancers“. Diesen Namen hat der belgische DJ und Produzent jetzt seinem neuen Album gegeben. Die zwölf Stücke erscheinen am 27. November auf seinem eigenen Label Ontourage Music.
Tanzen geht auch ohne Club
Für jemanden, der seit Jahren in Clubs und auf Festivals auflegt, kommt der Titel von „Forever Ever Dancer“ aus einem ziemlich alltäglichen Moment. Nico Morano erzählt, dass ihn am Tanzen schon immer gereizt habe, dass es dafür weder eine bestimmte Uhrzeit noch einen bestimmten Ort braucht. Mit seiner Tochter hat er dafür längst einen eigenen Ausdruck gefunden. Jetzt leiht er ihn einer Platte, auf der er sich auch musikalisch mehr Raum nimmt.
Als Teenager entdeckte Nico Morano die Musik von The Prodigy. Mit 16 kaufte er sich vom Geld aus einem Sommerjob sein erstes professionelles DJ-Equipment. In den belgischen Club Illusion kam er über einen selbst aufgenommenen Mix. Dort legte er zunächst einmal im Monat auf. Aus dem Slot wurde eine Residency, die rund zehn Jahre dauerte.
Seitdem hat Nico Morano unter anderem bei Tomorrowland gespielt und auf Labels wie Get Physical, MoBlack und DAYS like NIGHTS veröffentlicht. Unter dem Namen Ontourage veranstaltet er eigene Partys und betreibt das Label, auf dem nun auch sein Album erscheint. Auf „Forever Ever Dancer“ hört man, wie unterschiedlich die Musik ausfallen kann, die er dort zusammenbringt.
Wo Nico Morano den geraden House-Beat hinter sich lässt
Die Grundlage bleibt Melodic House. Dazu kommen Synthesizer mit Achtzigerjahre-Einschlag, Einflüsse aus dem Indie und live eingespielte Instrumente. Manche Stücke sind für den Club gedacht, andere lassen mehr Platz für Stimmen und Melodien. „Clock Me“ kommt etwa ohne den geraden House-Beat aus. „A New Dawn“ zählt Nico Morano zu den persönlichsten Stücken des Albums, während er sich auf „With You“ mit Beziehungen beschäftigt.
Wer vor dem 27. November reinhören möchte, findet mit „Endlessly“, „Always On The Run“ und „Runaway“ schon drei Stücke, auf denen Solaene zu hören ist. Auch „Neverender“ ist bereits erschienen. Auf „Falling“ kommt mit Paul Brenning eine weitere Stimme dazu. So hat „Forever Ever Dancer“ schon vor dem Release ein paar gute Einstiege. Und ob man dafür gerade im Club steht oder die Musik zu Hause aufdreht, dürfte Nico Morano ziemlich egal sein.
Fotocredit: Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




