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„Der Prozess ist die Magie“: Fred again.. erklärt seine Haltung zu KI-Musik

„Der Prozess ist die Magie“: Fred again.. erklärt seine Haltung zu KI-Musik

Fred again.. möchte das Musikmachen keiner KI überlassen. In einem persönlichen Statement beschreibt der Brite, warum das Ausprobieren, Suchen und Weiterarbeiten für ihn so wichtig ist. Es geht um seine Identität, um Orientierung im Alltag und um die Freude daran, etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Eine alte Notiz, die sich für ihn aktueller denn je anfühlt

Am Anfang steht ein wiedergefundener Text auf seinem Handy. Er habe ihn vor fast einem Jahr geschrieben und gerade in seiner Notizen-App entdeckt, erklärt Fred again.. in seiner Instagram-Story. Heute empfinde er das Geschriebene stärker denn je. Deshalb wolle er es teilen.

In den am 25. September veröffentlichten Storys nähert er sich dem Thema KI über eine Frage: Was macht Musikmachen für ihn eigentlich aus? „Ich denke schon länger darüber nach: Vielleicht ist das Gegenteil von KI-Musik gar nicht menschliche Musik. Sondern das Musikmachen“, schreibt er, aus dem Englischen übersetzt. Direkt danach folgt der Satz, der seine Gedanken zusammenfasst: „Der Prozess ist die Magie.“

Für Fred again.. liegt darin eine Erfahrung, die viele kreative Menschen kennen dürften. Wer schon einmal Musik oder etwas anderes geschaffen habe, könne dieses Gefühl nachvollziehen. Er selbst verbinde einen großen Teil seiner Identität mit diesem Prozess. Deshalb habe er bislang überhaupt keinen Drang verspürt, KI-Musik auszuprobieren.

Musikmachen als täglicher Kompass

Fred again.. geht es dabei um mehr als eine Vorliebe für eine bestimmte Arbeitsweise. Beim kreativen Arbeiten finde er besonders klar zu sich selbst, erklärt er. Entsprechend wenig Interesse habe er daran, diesen Teil seines Lebens zu verkürzen. Er bezeichnet ihn als seine Meditation und seinen täglichen Kompass. „Den kreativen Prozess einer Maschine zu überlassen, würde im Kern dem widersprechen, was ich an der ganzen Sache liebe.“

Darin liegt der persönliche Kern seines Statements: Wer im Musikmachen Orientierung findet, möchte dafür möglicherweise gar keine Abkürzung. Auch die Stunden, in denen noch kein fertiger Song entsteht, können einen eigenen Wert haben.

Auch das Suchen gehört dazu

Eine ähnliche Haltung hat Thomas Bangalter beschrieben. Der frühere Daft-Punk-Musiker erklärte in einem Gespräch mit Yana Peel für Chanel, seine Kreativität bewege sich auf einer Ebene, die sich schwer in Worte fassen lasse. Das Arbeiten mit sprachlichen KI-Anweisungen passe deshalb wenig zu seinem eigenen Zugang, bei dem es darum gehe, Gefühle erst zu verstehen.

Fred again.. rückt zum Schluss seiner Storys genau dieses noch unfertige Arbeiten in den Mittelpunkt: das manchmal unbeholfene, aber beharrliche Herantasten an eine Idee. Stunden und Jahre damit zu verbringen, etwas zu erschaffen, dessen Existenz man sich wünscht, beschreibt er als ein Glück.

Seine Haltung bedeutet dabei nicht, dass er mögliche Folgen von KI sorglos betrachtet. Er beendet seinen Text mit einer Unterscheidung: „Es gibt vieles, bei dem ich mir Sorgen mache, dass KI es bedroht. Aber das wird nie dazugehören.“

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Fotocredit: Press Pic

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de