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„Der kreative Einsatz von KI interessiert mich nicht“: Thomas Bangalter erklärt warum

„Der kreative Einsatz von KI interessiert mich nicht“: Thomas Bangalter erklärt warum

Fast drei Jahrzehnte lang verwischte Thomas Bangalter mit Daft Punk die Grenze zwischen Mensch und Maschine. Dem kreativen Einsatz künstlicher Intelligenz steht der französische Musiker allerdings ablehnend gegenüber. Für ihn entsteht Kunst auf einer Ebene, die sich weder durch Worte noch durch Prompts ausdrücken lässt.

Kreativität beginnt für Bangalter jenseits der Worte

Thomas Bangalter hat erklärt, warum er künstliche Intelligenz nicht für seine kreative Arbeit einsetzen möchte. Der frühere Daft-Punk-Musiker sprach darüber in einem von Chanel veröffentlichten Gespräch mit Yana Peel, das während der Art Basel aufgezeichnet wurde.

„Der kreative Einsatz künstlicher Intelligenz interessiert mich aus vielen Gründen nicht wirklich“, sagt Bangalter. Der wichtigste davon liege in der Funktionsweise generativer KI: Nutzer müssen ihre Vorstellungen in Worte fassen und daraus einen Prompt formulieren. Genau das widerspreche seinem persönlichen Verhältnis zu Kunst. Seine eigene Kreativität entstehe auf einer tieferen Ebene, „die sich nicht durch Worte ausdrückt“.

„Der interessanteste Teil findet nicht auf intellektueller Ebene statt“

Für Bangalter besteht der entscheidende Teil eines kreativen Prozesses nicht darin, eine bereits klar formulierte Idee technisch umzusetzen. Vielmehr gehe es darum, sich den eigenen Empfindungen anzunähern und zunächst selbst herauszufinden, was man ausdrücken möchte. „Der interessanteste Teil des kreativen Prozesses findet überhaupt nicht auf einer intellektuellen oder sprachlichen Ebene statt“, erklärt der 51-Jährige. Es sei ein Prozess, bei dem man versuche, die eigenen Gefühle zu verstehen.

Dass ihm während des Gesprächs zeitweise die passenden Worte fehlen, betrachtet Bangalter deshalb nicht als Schwäche. Im Gegenteil: Genau dieser Zustand entspreche dem, wonach er in seiner Kunst suche.

Daft Punk’s Thomas Bangalter on Life After the Helmet | CHANEL Connects

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Daft Punk standen „immer auf der Seite der Menschlichkeit“

Bangalter beschäftigt sich nicht zum ersten Mal öffentlich mit den Grenzen künstlicher Intelligenz. Bereits 2023 erklärte er gegenüber der BBC, die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Menschen und Maschinen mache ihm Angst. Auch die Roboterfiguren von Daft Punk seien nie als uneingeschränkte Begeisterung für Technologie gedacht gewesen. Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo hätten Maschinen vielmehr genutzt, um etwas emotional Bewegendes auszudrücken, das eine Maschine selbst nicht empfinden könne. „Wir standen immer auf der Seite der Menschlichkeit und nicht auf der Seite der Technologie“, sagte Bangalter damals.

Damit wirkt seine jetzige Haltung weniger wie eine nachträgliche Abkehr von der Ästhetik Daft Punks als vielmehr wie deren konsequente Fortsetzung: Technologie kann für ihn ein Werkzeug sein – den menschlichen Ursprung von Kunst ersetzt sie jedoch nicht.

Neue Wege nach Daft Punk

Seit dem Ende von Daft Punk im Jahr 2021 widmet sich Bangalter verstärkt klassischen, orchestralen und interdisziplinären Projekten. Im Juni veröffentlichte er mit „Mirage – Ballet for 16 Dancers“ sein jüngstes Soloalbum. Die acht Stücke entstanden als Musik für das gleichnamige Ballett von Damien Jalet und Kōhei Nawa.

Im Chanel-Gespräch sprach Bangalter außerdem über seine immersive Art-Basel-Produktion „Warehouse Artefacts“, seine Arbeit nach Daft Punk sowie die Einflüsse von Andy Warhol und Fritz Langs Filmklassiker „Metropolis“.

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Fotocredit: LucaFazPhotoThomas Bangalter at 82nd Venice International Film Festival-2CC BY-SA 4.0

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de