Zum Hauptinhalt springen

Ibiza wehrt sich: Tausende protestieren gegen Flughafenausbau

Ibiza wehrt sich: Tausende protestieren gegen Flughafenausbau

Auf Ibiza haben Tausende gegen die geplante Erweiterung des Flughafens demonstriert. Sie befürchten noch mehr Tourismus und zusätzlichen Druck auf Wohnraum, Wasser und Infrastruktur. Während die Vorbereitungen für das Projekt weiterlaufen, wächst auch der politische Widerstand.

Es geht um den Alltag auf der Insel

Wie viel Tourismus verträgt Ibiza noch? Diese Frage hat auf der Insel Tausende auf die Straße gebracht. Am 20. September demonstrierten sie in Ibiza-Stadt gegen die geplante Erweiterung des Flughafens. Gut eine Woche später bleibt das Thema aktuell: Die Vorbereitungen für das Projekt laufen weiter, während die Inselpolitik eine gemeinsame Position gegen zusätzliche Kapazitäten sucht.

Laut ARA Balears schätzte die Nationalpolizei die Teilnehmerzahl auf rund 4.500. Die Veranstalter sprachen von 5.000 bis 10.000 Menschen. Aufgerufen hatte die Jugendorganisation Associació de Joves d’Eivissa, unterstützt unter anderem von Umweltgruppen, Nachbarschaftsinitiativen und Gewerkschaften. Für die Organisatoren reicht der Konflikt weit über das Flughafengelände hinaus. Sie warnen davor, dass mehr Besucher den Druck auf Wohnraum, Wasserversorgung und öffentliche Dienstleistungen weiter erhöhen könnten. Aus ihrer Sicht hat Ibiza seine Belastungsgrenzen bereits erreicht.

Entsprechend richtet sich der Protest gegen ein Tourismusmodell, dessen Wachstum nach Ansicht der Beteiligten immer weniger bei den Menschen ankommt, die auf der Insel leben und arbeiten. Sie fordern mehr Mitsprache bei Entscheidungen über Ibizas Zukunft.

Instagram Post blockiert

Um diesen Inhalt zu sehen, erteile bitte deine Zustimmung für Marketing-Cookies.

Was am Flughafen geplant ist

Die bislang vorgestellten Pläne umfassen zusätzliche Flugsteige, einen eigenen Bereich für Flüge außerhalb des Schengenraums sowie Veränderungen an der Abfertigung und den Aufenthaltsbereichen. Der Betreiber Aena beschreibt das Vorhaben als Modernisierung und Anpassung an neue Anforderungen. Eine Erhöhung der maximalen Flughafenkapazität bestreitet das Unternehmen nach Berichten lokaler Medien.

Dabei sind Kapazität und tatsächliches Passagieraufkommen zu unterscheiden: Auch innerhalb einer unveränderten Obergrenze kann die Zahl der abgefertigten Reisenden steigen. Der im September beschlossene staatliche Flughafenplan für 2027 bis 2031 rechnet für Ibiza mit rund 9,17 Millionen Passagieren im Jahr 2027 und etwa 9,72 Millionen im Jahr 2031. Das sind Prognosen für den Flughafenverkehr, keine Zahlen für einzelne Urlauber.

Die Vorbereitungen gehen unterdessen weiter. Wie Periódico de Ibiza am 27. September berichtete, läuft eine Ausschreibung für technische Leistungen zur Projektplanung; Angebote können demnach bis zum 1. Oktober eingereicht werden. Einen Baubeginn der Terminalerweiterung belegt das noch nicht.

Auch die Inselpolitik fordert Grenzen

Der Präsident des Inselrats, Vicent Marí, kündigte am 25. September an, Abgeordnete und Senatoren mit Bezug zu Ibiza für eine gemeinsame Position zusammenzubringen. Er befürwortet Investitionen in Sicherheit, Barrierefreiheit und bessere Dienstleistungen, lehnt jedoch zusätzliche Kapazitäten ab, die den Besucherdruck weiter erhöhen könnten.

Damit steht eine Frage im Zentrum, die auch Ibizas internationale Clubszene betrifft: Wie lässt sich die Insel als Reiseziel weiterentwickeln, ohne den Alltag ihrer Bewohner weiter zu belasten? Die Demonstranten verlangen, dass deren Interessen bei den Flughafenplänen stärker berücksichtigt werden.

Folge uns

Um keine News mehr zu verpassen

Fotocredit: A.Savin, Wikipedia

DJ Mag Germany Logo
Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de