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Felix Jaehn über die Krise hinter dem Erfolg: „Ich funktionierte einfach weiter“

Felix Jaehn über die Krise hinter dem Erfolg: „Ich funktionierte einfach weiter“

Felix Jaehn erzählt im Stern von Panikattacken, die verborgen bleiben sollten, und der Angst, durch eine Auszeit die Karriere zu verlieren. Seine Schilderungen zeigen, wie wenig selbst ein gelungener Festivalauftritt darüber verrät, wie es dem Menschen hinter den Decks geht.

Auf der Bühne funktionierte es noch

Auch in den schwierigsten Phasen konnte Felix Jaehn auftreten, ohne dass das Publikum das Ausmaß der Belastung mitbekam. „In meinen allerschlimmsten Phasen habe ich auf der Bühne für eine Stunde perfekt funktioniert“, erzählt Felix Jaehn im Stern-Interview mit Viorica Engelhardt vom 24. Oktober. Danach sei der tiefe Einbruch gekommen.

Felix Jaehn, auch unter dem Namen Fee bekannt, beschreibt das Zusammenspiel aus öffentlicher Aufmerksamkeit, ständigem Reisen, Arbeit ohne freie Tage und der damals noch ungeklärten eigenen Identität als permanente Überforderung. Nach außen lief die Karriere weiter. Eine wichtige Perspektive für eine Branche, die ihre Erfolge gern in ausverkauften Shows und großen Festivalmomenten erzählt. Ein Mensch kann seinen Beruf noch ausüben und gleichzeitig dringend Unterstützung brauchen. Vom Dancefloor aus lässt sich das kaum beurteilen.

Die Angst, mit einer Pause alles zu verlieren

Offen darüber zu sprechen, erschien Felix Jaehn lange als zusätzliches Risiko. Im Interview berichtet Fee, der damalige Manager habe nach einer Panikattacke vor einem Treffen mit der Plattenfirma geraten, sie zu verheimlichen. Die Sorge dahinter: Das Label könnte das Vertrauen in das Projekt verlieren.

Solche Erwartungen wirkten offenbar lange nach. Selbst als Felix Jaehn im Sommer 2024 professionelle Hilfe in einer Klinik suchte, war zunächst nur eine vierwöchige Unterbrechung der Tour geplant. Erst während der Behandlung fiel die Entscheidung, die verbleibenden Sommerauftritte abzusagen.

Felix Jaehn erzählt von der damaligen Angst, nach einer Pause womöglich nicht mehr zurückkehren zu können. Eine Auszeit wird unter diesen Voraussetzungen zu einer schweren Entscheidung: Wer sich ohnehin schlecht fühlt, muss zusätzlich befürchten, mit dem notwendigen Rückzug die berufliche Zukunft aufs Spiel zu setzen.

Wieder Freude am eigenen Beruf

Inzwischen beschreibt Felix Jaehn ein anderes Verhältnis zu den Auftritten. Rund 15 große internationale Shows seien 2026 möglich gewesen – und hätten wieder richtig Freude gemacht. Vorausgegangen waren Behandlung und Veränderungen im Alltag.

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„Ich habe mir Schritt für Schritt mein Leben zurückgeholt“, sagt Felix Jaehn.

Darin steckt mehr als die Rückkehr auf eine Bühne. Es geht darum, wieder gern dort zu stehen. Wie erfolgreich eine Karriere von außen aussieht, erzählt eben nur einen Teil der Geschichte. Ob sie sich für den Menschen dahinter noch gut anfühlt, lässt sich weder an der Größe der Bühne noch am Applaus ablesen.

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Fotocredit: Viktor Schanz

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de