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Nach letztem Kapitel in Serbien: EXIT Festival schlägt in Montenegro auf

Nach letztem Kapitel in Serbien: EXIT Festival schlägt in Montenegro auf

Nach dem angekündigten Abschied aus Serbien stellt das EXIT Festival seine Zukunft neu auf. Im Sommer 2026 bringt das Festival zwei große Events nach Montenegro: ein neues Format in Ulcinj und die Rückkehr des Sea Dance Festivals nach Budva.

Vom politischen Bruch zur neuen Festivalheimat

Das EXIT Festival hat eine neue Heimat gefunden. Nachdem die Veranstalter im vergangenen Jahr das letzte Kapitel in Serbien angekündigt hatten, zieht eines der prägendsten europäischen Festivals im Rahmen seiner weltweiten Festivaltour nun weiter nach Montenegro. Für den Sommer 2026 sind dort gleich zwei große Events geplant: ein neues Festivalformat am Long Beach in Ulcinj und die Rückkehr des Sea Dance Festivals nach Budva.

Für EXIT ist dieser Schritt mehr als nur eine Standortmeldung. Das Festival verlässt nach 25 Jahren den Rahmen, in dem es groß geworden ist: Novi Sad, die Festung Petrovaradin, Serbien. Der Abschied war politisch aufgeladen. EXIT hatte sich öffentlich mit studentischen Protesten und einer Bewegung für Freiheit und Gerechtigkeit solidarisiert. Danach sprachen die Veranstalter von massivem staatlichem Druck, gestrichener öffentlicher Förderung und zunehmendem Druck auf Sponsoren. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Artikel zum letzten EXIT-Kapitel in Serbien.

Der erste neue Montenegro-Termin soll Anfang Juli stattfinden, also rund um das traditionelle EXIT-Wochenende. Als Schauplatz dient der rund 13 Kilometer lange Sandstrand Long Beach in Ulcinj im Süden des Landes. Damit setzt EXIT bewusst auf ein anderes Bild als bisher: weg von der historischen Festung, hin zu einer offenen Adriakulisse. Diese soll Montenegro international als Festival-Destination positionieren.

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Parallel dazu kehrt das Sea Dance Festival nach Budva zurück. Das seit Jahren zur EXIT-Gruppe gehörende Event brachte in der Vergangenheit Acts wie The Prodigy, Jamiroquai, David Guetta, Skrillex, Underworld, Fatboy Slim, Tale Of Us, Boris Brejcha, Nina Kraviz und Amelie Lens an die montenegrinische Küste. Die kommende Ausgabe soll zu den ersten Festivals dieser Größenordnung gehören, die für Besucher kostenlos zugänglich sind.

Montenegro unterstützt das Projekt offen auf Regierungsebene. Premierminister Milojko Spajić rechnet laut Angaben der Veranstalter mit Gästen aus mehr als 100 Ländern, mindestens 210.000 Übernachtungen und einem touristischen Umsatz von mehr als 40 Millionen Euro im Jahr 2026. Das sind zwar zunächst nur Prognosen, sie zeigen jedoch, wie groß Montenegro den Wechsel der EXIT-Veranstalter denkt: nicht nur als Festivalbuchung, sondern als internationale Standortkampagne. Auch EXIT-Gründer Dušan Kovačević beschreibt Montenegro als einen Ort, der Natur, Adriaküste und Musikreisen zusammenbringen könne. EXIT sei auf dem Glauben entstanden, dass Musik und Freiheit zusammengehören. Genau diese Idee wolle man nun in Montenegro weitertragen.

Damit wird aus dem politisch erzwungenen Bruch mit Serbien ein neues internationales Kapitel aufgeschlagen. EXIT ist 2026 nicht nur in Montenegro präsent, sondern baut seine World Tour mit Stationen unter anderem in Ägypten, Kroatien und Malta weiter aus. Ob Montenegro langfristig zur festen Heimat des Festivals wird oder zunächst das Zentrum dieses neuen Sommers bildet, bleibt offen. Klar ist aber schon jetzt: EXIT versucht, aus einem Verlust eine neue Bewegung zu machen. Und Montenegro bekommt eines der bekanntesten Festivalformate Europas an seine Küste.

Fotocredit: Press Pic Sea Dance Festival

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