Beim Burning Man 2026 in Nevada sind innerhalb von drei Tagen drei männliche Teilnehmer gestorben. Alle Todesfälle ereigneten sich noch während der Veranstaltung, ihre Ursachen sind bislang jedoch ungeklärt. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es nach Angaben der Behörden nicht.
Drei Männer sterben innerhalb von drei Tagen
Das diesjährige Burning Man fand vom 30. August bis zum 7. September in der Black Rock Desert statt. Während sich in Black Rock City rund 70.000 Menschen versammelten, ereigneten sich zwischen Donnerstag und Samstag drei voneinander getrennte Todesfälle.
Der erste wurde am 3. September gegen 18:30 Uhr gemeldet. Sampson Tshombe, ein Mann Mitte 50, war zuvor regungslos auf einer Straße innerhalb des Veranstaltungsgeländes gefunden worden. Rettungskräfte versuchten mehrere Minuten lang, ihn wiederzubeleben, und brachten ihn anschließend in das temporäre Festival-Krankenhaus Rampart. Dort stellte ein Arzt seinen Tod fest.
Bereits am folgenden Morgen kam es zu einem weiteren schweren medizinischen Notfall. Der 51-jährige Armando Ramirez aus Truckee erhielt zunächst auf dem Gelände lebensrettende Maßnahmen und wurde anschließend in Richtung Reno transportiert. Er starb noch während der Fahrt zum Krankenhaus. Um welche Art von medizinischem Notfall es sich handelte, ist nicht bekannt.
Am 5. September gegen 15 Uhr fanden Campmitglieder schließlich den 60-jährigen Craigh Mann tot in seinem Wohnwagen. Dieser stand innerhalb des Camps, das er mit seiner Partnerin oder seinem Partner bewohnte. Burning Man bestätigte zunächst die Todesfälle von Sampson Tshombe und Craigh Mann und sprach den Angehörigen, Freunden und Campmitgliedern sein Mitgefühl aus.
Warum zunächst nur von zwei Toten die Rede war
In frühen Berichten war lediglich von zwei verstorbenen Teilnehmern die Rede. Der Tod von Armando Ramirez wurde den zuständigen Behörden zwar bereits am 4. September bekannt, jedoch erst nach dem Ende des Burning Man öffentlich bestätigt.
Am 7. September erklärte der Sheriff von Pershing County, Jerry Allen, dass zwei Menschen innerhalb von Black Rock City und eine weitere Person während des Transports in ein Krankenhaus gestorben seien. Einen Tag später gab das Washoe County Regional Medical Examiner’s Office die Identität von Armando Ramirez bekannt.
Damit ist auch klar: Keiner der drei Männer starb erst nach dem Festival. Burning Man endete offiziell am 7. September um 18 Uhr. Armando Ramirez wird in vielen Meldungen lediglich als dritter Todesfall bezeichnet, weil sein Tod zuletzt öffentlich bestätigt wurde. Chronologisch war er bereits der zweite Mann, der während der Veranstaltung starb.
Todesursachen sind weiterhin ungeklärt
Warum die drei Männer starben, lässt sich derzeit nicht beantworten. Die Leichen von Sampson Tshombe und Craigh Mann wurden zur Autopsie und für toxikologische Untersuchungen an das Washoe County Regional Medical Examiner’s Office übergeben. Auch Todesursache und Todesart von Armando Ramirez werden dort untersucht.
Nach Angaben der Behörden gab es bei keinem der drei Fälle erkennbare Hinweise auf Fremdverschulden. Bis die vollständigen Ergebnisse der Autopsien und toxikologischen Analysen vorliegen, könnten sechs bis acht Wochen vergehen.
Das Burning Man wurde in den letzten Tagen von Regen, Schlamm und starkem Wind getroffen. Zufahrten und der Flughafen von Black Rock City mussten zeitweise geschlossen werden. Ein Zusammenhang zwischen den Wetterbedingungen und den Todesfällen wurde bislang jedoch nicht festgestellt. Auch für Spekulationen über Drogen oder andere mögliche Ursachen gibt es derzeit keine belastbare Grundlage.
Dass drei Menschen bei einer Ausgabe sterben, ist ungewöhnlich. Laut Sheriff Jerry Allen wird im Zusammenhang mit dem Burning Man durchschnittlich etwa ein Todesfall pro Jahr registriert. Zuletzt hatte 2025 ein mutmaßliches Tötungsdelikt für Aufsehen gesorgt: Der 37-jährige Vadim Kruglov war damals während der Veranstaltung mit tödlichen Stichverletzungen gefunden worden. Der Fall ist weiterhin ungeklärt. Hinweise auf eine vergleichbare Gewalttat liegen bei den drei aktuellen Todesfällen nicht vor.
Fotocredit: Kyle Harmon from Oakland, CA, USA, Burning Man aerial, CC BY 2.0

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




