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Armin van Buuren über Genregrenzen: „Ich folge einfach meinem Herzen“

Armin van Buuren über Genregrenzen: „Ich folge einfach meinem Herzen“

Armin van Buuren hat in einem ADE-Pro-Gespräch über musikalische Offenheit, Genregrenzen und die Aufgabe von DJs gesprochen. Der Niederländer erklärt, warum er bei der Vorbereitung seiner Sets nicht zuerst in Schubladen denkt, sondern danach sucht, was Menschen bewegt.

Armin van Buuren spricht über musikalische Offenheit

Armin van Buuren gehört zu den prägenden Figuren der elektronischen Musik. Über Jahrzehnte wurde sein Name vor allem mit Trance verbunden, doch sein Blick auf DJ-Sets ist deutlich offener, als manche Genre-Debatte vermuten lässt.

In einem ADE-Pro-Gespräch mit Armada Music, an dem auch Hannah Laing und Joris Voorn beteiligt waren, sprach van Buuren über die Vorbereitung seiner Sets. Dabei machte er deutlich, dass er Musik nicht zuerst nach Kategorien sortiert. „Wenn ich ein Set vorbereite, gehe ich nicht auf Beatport und sage: Das kann ich nicht spielen, weil es kein Trance oder kein Techno ist“, erklärte er sinngemäß. Stattdessen verlasse er sich auf sein Gefühl: „Ich folge einfach meinem Herzen.“ Wenn ein Track in sein Set passe, sei die Genrefrage für ihn zweitrangig. Sollte jemand sagen, er spiele gerade eine Techno-Nummer, lautet van Buurens Antwort schlicht: „Es ist doch ein guter Track, oder?“

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Der Gedanke trifft einen Nerv in einer Szene, die sich längst freier bewegt, als es manche Schubladen noch abbilden. Techno, Trance, House, Hard Dance und Mainstage-Sounds laufen heute immer häufiger ineinander. Gerade große DJs müssen entscheiden, ob sie sich eng an ein Genre halten – oder einem Set den Raum geben, sich organisch zu entwickeln.

Was einen DJ heute ausmacht

Van Buuren machte in dem Gespräch auch klar, dass sein eigener Musikgeschmack weit über Clubmusik hinausgeht. Er höre Jazz, klassische Musik, gelegentlich auch Top-40-Pop – und im Dezember, wenn es draußen dunkel werde, Frank Sinatra. „Ich bin ein Mensch“, sagte er dazu. Der stärkste Satz des Gesprächs fällt aber dort, wo van Buuren die Rolle eines DJs mit seiner eigenen Haltung als Künstler verbindet. „Mein Job als DJ ist es, zu verstehen, was Menschen bewegt“, sagte er. „Aber mein Job als Mensch ist es, zu verstehen, was mich bewegt. Und das ist alles.“

Auch Hannah Laing und Joris Voorn brachten in der Runde ihre Perspektiven auf künstlerische Entwicklung, Publikum und langfristige Karrieren ein. Alle drei stehen auf unterschiedliche Weise für Artists, die sich nicht allein über einzelne Trends definieren, sondern über die Fähigkeit, mit der Szene in Bewegung zu bleiben.

Kurz vor der 30. Ausgabe des Amsterdam Dance Events passt das Thema natürlich besonders gut. Das ADE ist längst mehr als nur Festival und Branchenmesse. Dort wird jedes Jahr auch darüber diskutiert, wie sich DJ-Kultur verändert, wie offen Sets heute sein dürfen und ob feste Genregrenzen überhaupt noch zeitgemäß sind. Armin van Buurens Antwort darauf ist ziemlich klar. Am Ende zählt nicht das Etikett auf einem Track, sondern ob er etwas auslöst.

Fotocredit: Philipp Mathes

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