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Zwei Länder, zwei Partys, zwölf Stunden: Red Bull Midsummer war ein weltweiter Traum für Fans elektronischer Musik

DJ Mag Redaktion

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· 11 Min. Lesezeit
Zwei Länder, zwei Partys, zwölf Stunden: Red Bull Midsummer war ein weltweiter Traum für Fans elektronischer Musik

Am 20. Juni feierte Red Bull Midsummer die globale Clubkultur mit zeitgleich stattfindenden Partys in sieben Städten rund um den Globus. DJ Mag folgte der Sonne von Berlin nach London, besuchte zwei Rooftop-Events in zwei der bedeutendsten Metropolen der elektronischen Musik und sprach mit DJs über die Bedeutung dieser internationalen Verbindungen.

Red Bull Midsummer – ein Konzept, das verbindet

Wie verbringt man das Wochenende der Sommersonnenwende am besten? Mit einem Ausflug an den Strand? Auf einem Campingplatz? Oder gemütlich im Biergarten?

Natürlich sind das alles gute Möglichkeiten – oder man macht es wie DJ Mag und besucht zwei außergewöhnliche Open-Air-Rooftop-Partys in zwei der wichtigsten Städte der Welt für Fans elektronischer Musik. Genau das ist der Sinn hinter dem Red Bull Midsummer: ein weltweites Event, das an einem einzigen Tag in sieben Städten gleichzeitig stattfindet und die internationale Clubkultur feiert. Von der Morgensonne in Berlin bis zum Sonnenuntergang in London wird deutlich, wie dieses ambitionierte Konzept lokale Szenen, unterschiedliche Sounds und DJs miteinander verbindet und damit die internationale Vernetzung der elektronischen Musik sichtbar macht. Eine clevere Idee, um den längsten Samstag des Jahres zu feiern.

Gegen 11 Uhr morgens erreichen wir das Rooftop der Kalle Halle im Berliner Stadtteil Neukölln. Schon jetzt zeigt das Thermometer rund 30 Grad Celsius, und die Sonne brennt auf uns herab, während wir uns auf den ersten Teil des Tages einstimmen – bevor es später für Teil zwei nach London weitergeht.

Das Konzept von Red Bull Midsummer ist eigentlich ganz einfach. Inspiriert vom Erbe elektronischer Tagesveranstaltungen – von den frühen Acid-House-Partys bis hin zur legendären Open-Air-Kultur Ibizas – interpretiert Red Bull dieses Erlebnis auf globaler Ebene neu. Über einen Zeitraum von 28 Stunden finden Veranstaltungen in Berlin, London, Wien, New York, Los Angeles, Mumbai und Tokio statt. Jede Party wird aufgezeichnet; ausgewählte Highlights werden in Echtzeit an alle anderen Veranstaltungsorte übertragen und verbinden die Besucher weltweit zu einem gemeinsamen Erlebnis.

Die Line-ups vereinen internationale Größen mit vielversprechenden lokalen Nachwuchstalenten. Insgesamt stehen rund 50 DJs auf den Bühnen. Zu den Headlinern gehören unter anderem der australische Superstar und „Losing It“-Produzent FISHER in Wien, die aktuelle DJ-Mag-Coverkünstlerin Jyoty in London, DJ Seinfeld in Berlin sowie TOKiMONSTA, Gründerin von Young Art, in Los Angeles. In Tokio führt das vielseitige Ausnahmetalent Vegyn das Line-up an, während Andre Power und Arjun Vagale in New York beziehungsweise Mumbai für die musikalische Energie sorgen.

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Unsere Eindrücke aus Berlin

Zurück in Berlin erleben wir die lokale Produzentin, Singer-Songwriterin und Live-Künstlerin JOPLYN, die eines ihrer gefeierten Sets präsentiert. Mit tiefen, kraftvollen House-Grooves und ihrem eindrucksvollen Live-Gesang sorgt sie für einen verträumten und zugleich mitreißenden Auftakt – genau die richtige Stimmung, um den Tag zu beginnen und die besondere Atmosphäre der Location auf sich wirken zu lassen.

Die Kalle Halle verbindet den unverwechselbaren Charme Berlins, das für seine DIY-Clubkultur bekannt ist, mit einem modernen und hochwertigen Ambiente. Das ehemalige Kaufhaus liegt direkt neben einer Filiale von Rough Trade Records. Im Erdgeschoss befinden sich offene Küchen und ein Food Market, die in einen Barbereich im Stil einer klassischen Dive Bar übergehen. Von dort aus gelangt man mit dem Aufzug auf das Dach.

Oben angekommen erstrecken sich rund 4.000 Quadratmeter mit Gärten, Terrassen und gemütlichen Veranstaltungsräumen im Innenbereich. Besucher können frei zwischen den verschiedenen Bereichen wechseln oder einfach den spektakulären Blick über die deutsche Hauptstadt genießen. Der markante Fernsehturm prägt die Skyline ebenso wie die Reichstagskuppel und die Dächer der Museumsinsel. Ganz in der Nähe ziehen eindrucksvolle Wandgemälde an den Fassaden die Blicke auf sich.

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JOPLYN im Interview in Berlin

„Die Stimmung heute ist einfach großartig“, sagt JOPLYN lächelnd nach ihrem Auftritt. „Ich meine, wir stehen auf einem Rooftop in der Sonne! Mein Set hat unglaublich viel Spaß gemacht. Es war zwar extrem heiß und sowohl das Mischpult als auch die CDJs waren so aufgeheizt, dass es teilweise schon wehgetan hat, sie anzufassen. Das war definitiv eine Herausforderung, aber trotzdem hat es unglaublich viel Spaß gemacht.“

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Auf die Frage, wie das Jahr 2026 bisher für sie verlaufen ist, spiegelt JOPLYNs Antwort genau die kreative Energie wider, die das internationale Line-up von Red Bull Midsummer verbindet.

„In den ersten Monaten des Jahres habe ich mich eigentlich komplett im Studio eingeschlossen und einfach nur Musik gemacht. Das hat sich unglaublich gut angefühlt“, erzählt sie. „Nach dem vergangenen Jahr, das durch die vielen Reisen sehr intensiv war, habe ich musikalisch wieder zu mir selbst gefunden – und das war genau das, was ich gebraucht habe.“

Mit Blick auf die kommenden Monate verrät JOPLYN, dass sie derzeit an einem neuen Album arbeitet und große Pläne für die zweite Jahreshälfte hat. Noch am selben Abend steht bereits der nächste Auftritt in Frankfurt an.

„Für mich geht es jetzt vor allem darum, neue Musik zu veröffentlichen und mit meinen Shows Räume zu schaffen, in denen Ideen zusammenkommen können“, sagt sie. „Ich interessiere mich unglaublich für Musik und alles, was damit zusammenhängt. Gleichzeitig reizt es mich aber auch, Projekte umzusetzen, die vielleicht etwas stärker in Richtung Mode, Kunst oder gesellschaftlicher Bedeutung gehen.“

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Swimming Paul: „Im Sommer erwacht all die Arbeit zum Leben, die man monatelang investiert hat“

Zurück auf der Tanzfläche in Berlin genießen die Besucher inzwischen die volle Mittagssonne. Gerade hat der in Paris geborene und heute in London lebende DJ Swimming Paul sein Set begonnen. Mit seinem charakteristischen Mix aus emotionalem und energiegeladenem „Stutter House“ trifft er den Nerv der Veranstaltung perfekt. Auch seine gemeinsame Produktion mit Beaux Neptune, „Good Time“, passt kaum besser zu diesem Moment: warm, euphorisch und darauf ausgelegt, Menschen zum Tanzen zu bringen und ihre Stimmung zu heben.

Nach seinem Set, bevor er direkt weiter zu seinem nächsten Auftritt nach Glasgow reist, spricht er mit DJ Mag über die besondere Bedeutung des Sommers.

„Der Sommer war für mich schon immer eine ganz besondere und intensive Jahreszeit“, erzählt er. „Überall auf der Welt finden Festivals und Shows statt. Es liegt einfach etwas in der Energie dieser Jahreszeit, das alles ein bisschen magischer wirken lässt.“

Für Künstler sei diese Zeit besonders aufregend.

„Innerhalb kürzester Zeit kommt man mit unglaublich vielen Menschen in Kontakt“, erklärt er weiter. „Es fühlt sich fast wie der Höhepunkt des gesamten Jahres an – der Moment, in dem all die Arbeit, die man monatelang investiert hat, endlich vor Publikum zum Leben erwacht.“

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Red Bull Midsummer x Refuge Worldwide

Auch der Berliner Community-Radiosender und Fundraising-Verein Refuge Worldwide ist Teil von Red Bull Midsummer. Das Team überträgt das Event live und betreibt zusätzlich eine zweite Bühne.

Der Hauptsitz von Refuge Worldwide befindet sich nur wenige Gehminuten von der Rooftop-Location entfernt. Mitgründer George Patrick, der als DJ unter dem Namen No Plastic auflegt, erzählt, dass viele Mitglieder der eigenen Community sowohl als Künstler als auch als Besucher vor Ort sind.

„Das Ziel von Red Bull war es, die Berliner Musikszene authentisch abzubilden. Deshalb haben sie uns mit ins Boot geholt“, erklärt er.

„Es ist großartig, mit Menschen aus unterschiedlichsten Städten und Kulturen in Kontakt zu kommen. Genau darum geht es auch bei unserem Radiosender: Netzwerke und Communities aufzubauen, Menschen aus verschiedenen Regionen zusammenzubringen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Wir sollten miteinander feiern können – ganz unabhängig davon, woher wir kommen.“

Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch alle Gespräche, die wir an diesem Tag führen. Es beschäftigt uns auch noch, als wir in ein angenehm klimatisiertes Taxi steigen und anschließend zwischen zwei der bedeutendsten Club-Metropolen der Welt zum zweiten Event des Tages nach London fliegen. Während wir von einer Hauptstadt in die nächste reisen, wird deutlich, wie sehr beide Städte die Geschichte elektronischer Musik geprägt haben – und wir freuen uns auf weitere unvergessliche Momente auf der nächsten Tanzfläche.

Jyoty High Energy DJ Set for DJ Mag Presents at Skatecafe, Amsterdam

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Stimmung auf dem höchsten Level: So war das Event in London

Als wir auf dem Rooftop des Wagtail in London ankommen, werden wir von der Abendsonne empfangen. Wieder ein Rooftop, wieder ein atemberaubender Ausblick: Der Wolkenkratzer The Shard scheint zum Greifen nah, während sich die Skyline der City of London und der Docklands links und rechts in der Ferne erstreckt.

Normalerweise ist das stilvolle Penthouse auf zwei Ebenen eine exklusive Rooftop-Bar mit Restaurant, in der Cocktails serviert und gehobene, aber dennoch entspannte Küche angeboten wird. Heute hat sich die Location jedoch in eine Tanzfläche voller feiernder Menschen verwandelt. Viele Gäste sind bereits am Mittag gekommen, um das Line-up mit seiner Mischung aus internationaler Clubmusik und britischen Bass-Sounds in vollen Zügen zu genießen. Durch die scheinbar unerschöpfliche Energie des heutigen MCs Ramzee bleibt die Stimmung den gesamten Tag über auf höchstem Niveau.

Keyrah fühlt den Red Bull Midsummer Vibe

Wir treffen die DJ Keyrah, die ursprünglich aus Birmingham stammt und heute in London lebt. Erst am Morgen ist sie aus Ibiza zurückgekehrt, wo sie am Vorabend ihr Debüt auf der Terrasse des Clubs Amnesia gefeiert hat.

„Red Bull Midsummer vermittelt ein unglaubliches Gefühl von Zusammengehörigkeit“, sagt sie begeistert. „Musik schafft das zwar grundsätzlich ganz von selbst, aber es ist trotzdem ein besonderes Gefühl zu wissen, dass in diesem Moment an so vielen Orten auf der ganzen Welt gleichzeitig genau das Gleiche passiert. Überall werden unterschiedliche Sounds gespielt – und trotzdem ist jeder Teil desselben Erlebnisses.“

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Sie erzählt weiter:

„Ich habe Freunde, die heute für Red Bull Midsummer in Los Angeles auflegen, andere spielen in New York. Das macht dieses Konzept einfach unglaublich besonders.“

Auch ihr eigenes 90-minütiges Set folgt genau diesem Gedanken. Ganz intuitiv entwickelt sie ihren musikalischen Spannungsbogen und lässt sich dabei vollständig von der Atmosphäre vor Ort leiten.

„Eigentlich bin ich musikalisch überall unterwegs gewesen“, erzählt sie lachend. „Ich habe mit Hip-Hop angefangen, obwohl ich das ursprünglich gar nicht geplant hatte. Danach wurde es etwas souliger, weil ich das Tempo erst einmal langsam aufbauen wollte.“

Anschließend wechselte sie zu funkigem House mit einer etwas raueren Note, bevor sie ihr Set schließlich mit Disco ausklingen ließ.

„Wenn man das so erzählt, klingt es wahrscheinlich total chaotisch“, sagt sie schmunzelnd. „Aber am Ende hat alles perfekt zusammengepasst.“

Für sie lasse sich ein DJ-Set ohnehin nicht komplett im Voraus planen.

„Natürlich kann ich mir ungefähr vorstellen, wie sich eine Rooftop-Day-Party anfühlen wird. Aber erst wenn ich vor Ort bin, sehe ich, wie das Publikum reagiert, wie die Location tatsächlich wirkt, was der DJ vor mir gespielt hat und wer nach mir auflegt. Erst dann kann ich entscheiden, welche Richtung mein Set nehmen soll. Das muss man einfach im Moment herausfinden.“

Jarreau Vandal: „Red Bull Midsummer erweitert den eigenen Horizont“

Wenig später setzen wir uns mit dem in Amsterdam lebenden Jarreau Vandal zusammen. Nachdem er zunächst seine Vorfreude auf den späteren Auftritt von Headlinerin Jyoty zum Ausdruck bringt und Keyrah für ihr Set lobt, richtet sich das Gespräch auf den internationalen Einfluss, der seine eigenen DJ-Sets prägt.

Seine Auftritte verbinden unterschiedlichste Genres aus aller Welt zu energiegeladenen Dancefloor-Erlebnissen. Genau dieser offene musikalische Ansatz beeinflusst nicht nur seine aktuellen Produktionen, sondern auch die Reisen, die er unternimmt, um andere Musikkulturen intensiv kennenzulernen.

Erst kürzlich verbrachte er einige Zeit in Brasilien, tauchte dort in neue Klangwelten ein und gab gleichzeitig sein Debüt in Rio de Janeiro.

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Anschließend sprechen wir über die Gemeinsamkeiten zwischen den Dancefloors seiner Heimatstadt Amsterdam und denen in Großbritannien.

„In London und generell im Vereinigten Königreich gibt es einen starken jamaikanischen und karibischen Einfluss. Das ist in Amsterdam ganz ähnlich – dort leben viele Menschen mit Wurzeln in Suriname, so wie ich, oder auf Curaçao“, erklärt er.

„Deshalb hören wir alle Dancehall und afrokaribische Musik. Gleichzeitig spielen House, Garage und Techno eine große Rolle, und über Ländergrenzen hinweg sind daraus unzählige spannende Kollaborationen entstanden. Wir haben zum Beispiel Happy Hardcore, ihr habt Jungle. In gewisser Weise sind wir so etwas wie der kleine Bruder oder die kleine Schwester Londons. Wir feiern genauso gerne wie ihr – deshalb passt das einfach perfekt zusammen.“

Über das Konzept von Red Bull Midsummer sagt Vandal: „Das ist wirklich ein unglaublich verrücktes Konzept.“

Dabei beeindruckt ihn nicht nur der enorme organisatorische Aufwand hinter einer Veranstaltung dieser Größenordnung, sondern vor allem die Idee, Menschen über ein gemeinsames Erlebnis miteinander zu verbinden.

„Man verfällt leicht in eine lokale Denkweise oder übernimmt bestimmte Sichtweisen, die dort verbreitet sind, wo man lebt. Oder nicht einmal unbedingt dort, wo man lebt, sondern einfach die Perspektiven, die einem der eigene Algorithmus ständig zeigt.“

Er fügt hinzu:

„Ich möchte hier niemandem eine Predigt halten, aber durch das Reisen habe ich das Privileg, mit vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen. Das kann ich wirklich jedem empfehlen: Geht raus, hört euch neue Musik an, sprecht mit anderen Menschen, seid offen und versucht, nicht vorschnell zu urteilen.“

Seiner Meinung nach erweitert genau das den eigenen Horizont.

„Man beginnt, Dinge aus einer neutraleren Perspektive zu betrachten. Gerade als Künstler sollte man den Austausch mit anderen suchen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Sprecht über eure Erfahrungen und Herausforderungen – das hilft einem zu erkennen, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist.“

Zum Abschluss fasst er seine Gedanken in einem Satz zusammen: „Wenn wir zusammenkommen, macht uns das als Gemeinschaft nur stärker.“

Fotocredit: DJ Mag / Red Bull Music

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