Das Bora Bora Ibiza ist zurück. Unter dem Motto „Another Chance to Dance“ wird der frühere Beachclub-Mythos an der Playa d’en Bossa 2026 neu aufgelegt – eingebettet in den Playa-Soleil-Komplex und mit Formaten wie Sunwaves, Hot Creations, Cécille Records und NuSuN.
Ein Stück Ibiza-Geschichte bekommt eine neue Form
Bora Bora Ibiza gehört zu den Namen, die untrennbar mit der Clubgeschichte der Insel verbunden sind. Seit den frühen 1980er-Jahren stand der Ort an der Playa d’en Bossa für ein Ibiza, das weniger nach VIP-Glamour und mehr nach Tanzfläche, Strand, langen Tagen und offenen Nächten klang. Nach der Schließung im Oktober 2022 kehrt Bora Bora nun zurück. Allerdings nicht exakt so, wie viele es noch kennen.
Das neue Kapitel läuft unter dem Motto „Another Chance to Dance“. Bereits der Name knüpft bewusst an den Abschied der alten Ära an, als sich Bora Bora nach rund 40 Jahren mit „The Last Chance to Dance“ verabschiedete. Nun wird der Name im neu gestalteten Umfeld der Bora-Bora-Apartments und des benachbarten Playa Soleil wiederbelebt. Im Mittelpunkt steht ein Format, das Tag, Sonnenuntergang und Nacht miteinander verbinden soll.
Das Opening findet am Sonntag, dem 28. Juni 2026, statt. Zum Auftakt spielt Hernán Cattáneo ein Extended Set. Außerdem stehen Guti (live), LUM, Marcelo Burlon und Bohem auf dem Programm. Die Party startet am Nachmittag und soll sich bis tief in die Nacht ziehen. Passend zu einem Ort, dessen Geschichte immer auch von fließenden Übergängen lebte.
Musikalisch setzt das neue Bora-Bora-Kapitel auf mehrere starke Säulen. Mittwochs bringt Sunwaves seine Ibiza-Ausgabe an die Playa d’en Bossa. Das rumänische Festival gilt seit Jahren als Fixpunkt für lange, detailverliebte Sets zwischen Minimal, House und Techno und passt damit gut zu einem Ort, der nicht nur auf schnelle Peak-Time-Momente setzen will.
Freitags kommen unter anderem die Labels Hot Creations und Cécille Records ins Spiel. Hot Creations, das Label von Jamie Jones und Lee Foss, hat House und Tech House über Jahre hinweg weltweit maßgeblich mitgeprägt. Cécille Records, das Label von Nick Curly, steht ebenfalls für einen Sound, der eng mit der Entwicklung der modernen House-Ästhetik verbunden ist.
Zwischen Mythos und Neustart
Das Bora Bora war für viele nie einfach nur ein Beachclub. Wer dort war, erinnert sich an Nachmittage, die plötzlich in exzessive Sonnenuntergänge kippten, an Flugzeuge über der Playa d’en Bossa und an eine Crowd, in der Locals, Touristen, DJs und Saisonarbeiter ganz selbstverständlich nebeneinander tanzten. Genau deshalb weckt die Rückkehr des Namens bis heute so viele Emotionen.
Ob sich dieses Gefühl im Jahr 2026 wirklich zurückholen lässt, wird sich erst auf der Tanzfläche zeigen. Die Insel hat sich verändert, die Playa d’en Bossa sowieso. Aus vielen wilden Orten sind durchkuratierte Konzepte geworden, aus spontanen Nachmittagen oft teure Tagesprogramme. Aber genau darin liegt die Spannung dieses Neustarts: Bora Bora kehrt in ein Ibiza zurück, das seine alten Freiheiten nicht mehr als selbstverständlich betrachtet.
Wenn das neue Konzept mehr sein will als ein großer Name auf einem Flyer, muss es diesen alten Kern spürbar machen. Nicht durch Nostalgie, sondern durch Energie. Durch Musik, die mehr ist als nur Kulisse. Durch eine Crowd, die nicht nur konsumiert, sondern bleibt. Und durch Momente, in denen Ibiza wieder kurz so wirkt, als könne der Tag einfach in die Nacht übergehen, ohne dass jemand die Übergänge kontrolliert.
Fotocredit: Sergey Kozak, Bora Bora Ibiza Bar Restaurant, CC BY 2.0

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




