Eine Stunde seiner fünfstündigen Ibiza-Shows will Armin van Buuren ausschließlich mit Schallplatten spielen. Dafür greift der Niederländer nicht nur tief in seine Sammlung, sondern lässt eigens Vinyls mit angepassten Edits anfertigen.
Eine Stunde ohne Hot Cues und digitale Tricks
Vom 7. September bis zum 5. Oktober übernimmt Armin van Buuren an fünf aufeinanderfolgenden Montagen das [UNVRS] auf Ibiza. Jede Nacht umfasst ein fünfstündiges Extended Set, in das jeweils eine einstündige Vinyl-only-Session eingebaut wird. Dass die Schallplatte einen festen Platz in seiner „A State of Trance“-Residency erhält, hatte Armin van Buuren bereits Anfang Juli angekündigt. In einem neuen Instagram-Reel verrät er nun, wie aufwendig die Vorbereitung dafür ausfällt.
Neben älteren Platten aus seiner eigenen Sammlung will der 49-Jährige eigens für die Sets angefertigte Vinyls mitbringen. Da viele klassische Trance-Tracks in ihren ursprünglichen Versionen vergleichsweise lang sind, erstellt er außerdem kürzere Edits, die anschließend auf Platte gepresst werden. Für Armin van Buuren bedeutet das auch eine Rückkehr zu einer deutlich reduzierteren Form des Auflegens. Hot Cues und andere digitale Hilfsmittel, die heute zu seinen Sets gehören, stehen ihm auf den Plattenspielern nicht zur Verfügung. Auswahl, Übergänge und Timing müssen entsprechend anders vorbereitet werden.
Zurück zu den Anfängen seiner Karriere
Die bewusste Einschränkung ist ein wichtiger Teil des Konzepts. Armin van Buuren begann seine Karriere zu einer Zeit, in der die Schallplatte noch das bestimmende Medium in DJ-Booths war. „Der Klang von Vinyl und die Nostalgie, die dadurch entsteht, haben etwas Magisches“, erklärt der Niederländer. Zwischen 1999 und 2005 sei es für ihn kaum vorstellbar gewesen, mit etwas anderem als Platten aufzulegen.
An genau dieses Gefühl sollen die Vinyl-Stunden im [UNVRS] anknüpfen. Dabei geht es nicht allein um alte Trance-Klassiker, sondern auch um die andere Arbeitsweise hinter den Plattentellern: Tracks lassen sich nicht innerhalb weniger Sekunden durchsuchen, Hot Cues fallen weg und kleine Korrekturen müssen direkt am Vinyl vorgenommen werden.
Einen Vorgeschmack lieferte Armin van Buuren bereits im Sommer. Für ein einstündiges Vinyl-only-Set im Dome des [UNVRS] spielte er Klassiker von Chicane, Energy 52, Paul van Dyk, James Holden und The Thrillseekers sowie frühe Titel aus seinem eigenen Katalog.
Fünf Stunden zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die fünf Shows stehen im Zeichen des 25-jährigen Bestehens von A State of Trance. Armin van Buuren verbindet dabei Trance und Progressive House in fünfstündigen Sets. An den ersten vier Montagen kehrt zusätzlich sein Face-to-Face-Konzept zurück. Anders als bei einem klassischen B2B stehen sich die beteiligten DJs mit voneinander getrennten und spiegelverkehrt aufgebauten Setups gegenüber. Zum Auftakt am 7. September trifft Armin van Buuren auf Hannah Laing. Es folgen gemeinsame Sets mit Eli Brown am 14. September, Argy am 21. September und Funk Tribu am 28. September. Das Closing am 5. Oktober bestreitet der Niederländer ohne weiteren Gast.
Die Vinyl-Stunde wird damit nicht zu einer einmaligen Nostalgie-Einlage, sondern zu einem festen Bestandteil jeder Nacht. Zwischen neuen Produktionen, modernen DJ-Techniken und den Face-to-Face-Sets schafft Armin van Buuren bewusst Raum für die Arbeitsweise, mit der seine Karriere vor mehr als 25 Jahren begann.
Fotocredit: Rukes

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de



![Armin van Buuren Vinyl Trance Classic Set at UNVRS [25 years of ASOT]](https://img.youtube.com/vi/ZSmTmQKGPZY/maxresdefault.jpg)

