OSWALD haben am Freitag mit „wir waren hier“ ihr erstes Album herausgebracht. 13 Tracks, die im Kopf bleiben. Ihrem Stil und ihrer Tiefgründigkeit bleiben sie mit diesem Album nicht nur treu, sie setzen sogar noch einen drauf.
Vier Freunde und ein Sound, der unter die Haut geht
OSWALD haben meinen Sommer geprägt. Ihre Musik steht schon länger ganz weit oben bei mir, weil sie eben nicht das ist, was ich bereits hunderte Male gehört habe. OSWALD haben etwas geschafft, auf das ich schon so lange warte … eine ganz persönliche Review.
Kurz vorab, wer die Band noch nicht kennt: OSWALD sind ein vierköpfiges Kreativkollektiv aus Berlin, das Melodic Techno und House mit emotionalen deutschen Vocals verbindet – eine seltene Schnittstelle, an der Techno, Indie und Pop organisch ineinanderfließen. OSWALD sind aus einer Freundschaft entstanden, die Jungs kennen sich schon ewig, wie man so schön sagt. Das Quartett versteht sich als kreatives Gesamtkonstrukt, in dem Musik, Visualität, Performance und Community untrennbar miteinander verbunden sind. Und das spüre ich bei jeder Show, bei jedem Track und einfach generell bei Ihrem musikalischen Schaffen. Die Musik von OSWALD hat etwas mit mir gemacht.
Auf das Album von OSWALD habe ich mich seit Wochen gefreut, seit heute ist es endlich draußen!
Warum mich neue Musik nur noch selten wirklich packt
Musik begleitet mich schon mein ganzes Leben, wie sicher viele von euch auch. Als US5-Fan der ersten Stunde habe ich damals in meinen Teenie-Zeiten schon immer richtig viele Emotionen mit Musik verbunden und durch sie verarbeitet. Bedingt durch meinen Job habe ich zwangsläufig in den vergangenen Jahren ganz viel Musik „konsumiert“. Das war und ist Fluch und Segen zugleich. Ich bin von ganz viel Musik nämlich einfach nur noch gelangweilt, zum Teil sogar genervt. Für mich klingt zunehmend alles gleich: kaum Innovation, kaum Experimente, kaum Tiefgründigkeit. Viele Texte wirken trotz langer Writing-Prozesse nicht mehr wie echte Kunst, sondern wie „Arbeit nach Vorschrift“. Das ist okay, aber mich holt die Musik da draußen nicht mehr richtig ab. Mir fehlt etwas. OSWALD haben endlich mal wieder etwas geschafft, auf das ich schon sehr lange warte: mich richtig vom Hocker gerissen. 😉
Die einzige Musik, die mich über die Jahre wirklich abgeholt, beeindruckt und tief berührt, ist jegliche Arbeit der Chainsmokers. Jedes Album und jeder Track ist für mich ein Meisterwerk und bringt genau das mit, was Musik in meinen Augen erreichen sollte. Ich habe aber auch einen gewissen Anspruch an Musik. Mich freut es also wirklich sehr, dass mich nach so langer Zeit nochmal ein Act so richtig „gepackt“ hat.

Die Band begleitet mich schon eine ganze Weile und zum Glück wird ihre Musik gerade auch nicht langweilig, weil die Jungs ihrer Linie so unglaublich treu bleiben. Mit „wir waren hier“ veröffentlicht das Quartett ein Debütalbum, was mich wirklich beeindruckt. Die Platte bündelt die wichtigsten Stationen der bisherigen Reise und ergänzt die bereits veröffentlichten Singles um fünf neue Songs. Entstanden ist ein Album, das gleichermaßen Rückblick und Momentaufnahme ist – eine Sammlung von Nächten, Begegnungen, Aufbrüchen und Erinnerungen, die den bisherigen Weg von OSWALD dokumentiert und zugleich den Blick nach vorne richtet.
Ein Sommer, der nach OSWALD klingt
„sommer“ ist zwar schon länger draußen, aber einer meiner absoluten Favoriten. Der Track lief in dieser Festival-Saison bei jeder Autofahrt. Ich hab das ganze Team „infiziert“. Wir haben ihn live mitgegrölt. Wir haben zu ihm getanzt, geweint und fühlen ihn immer noch sehr. So oft stand ich diesen Sommer zwischen dem ganzen Festival-Trubel auf dem Laufband und hörte den Song auf Dauerschleife. Von den aktuell mehr als drei Millionen Streams auf Spotify gehen schätzungsweise 120.000 auf mein Konto.
Die meisten Tracks des Albums habe ich auf sämtlichen Festivals, auf denen die Jungs in dieser Saison gespielt haben, schon etliche Male gehört und dazu getanzt und den Alltag dabei vergessen. „unendlichkeit“ und „mitternacht“ sind wegen ihrer Texte und der Message in meinen Augen schon besonders stark. Gott, „unendlichkeit“ sorgt bei mir für dieses Gefühl von purer Glückseligkeit. Von den neuen Tracks stechen für mich vor allem „augenblick“ und „ozean“ heraus.

OSWALD haben das erreicht, was ich mir schon so lange gewünscht hab’: Musik zu schaffen, die mich wieder begeistert, die nicht klingt, wie alles andere, was gerade auf dem Markt ist. Ihre Musik geht unter die Haut, bleibt im Kopf, setzt Emotionen frei und ist eben wirklich mal was ganz anderes. Was ich an der Stelle auch noch sagen muss: Ich kann mir keine Musik mehr geben von Künstlern, die ich nicht mag. Auch das ist Fluch und Segen zugleich. In meinem Job treffe ich so viele Acts, lerne sie kennen, erlebe, wie sie sich backstage verhalten, und manchmal wünschte ich mir, ich könnte die Augen davor verschließen, weil sich da immer wieder menschliche Abgründe auftun. Die Jungs von OSWALD haben mich auch hier längst überzeugt (haha): super höflich, wertschätzend, manchmal ein bisschen ironisch (😜), aber immer absolut respektvoll und niiice. So, genug geschwärmt!
Jungs, danke für dieses Album. Es kommt nicht ganz an all die Alben der Chainsmokers ran, aber ganz, ganz nah. ❤️ Mit dem Album habt ihr mich auf jeden Fall ein kleines bisschen geheilt.
Fotocredit: OSWALD/Arne Schirmer/Olivier Moser

Autor
Katrin Fuhrmann
CEO & Founder




