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Alles nur KI? HUGEL zeigt, wie „Movin’ To The Sun“ entstanden ist

Alles nur KI? HUGEL zeigt, wie „Movin’ To The Sun“ entstanden ist

Wie viel künstliche Intelligenz steckt in „Movin’ To The Sun“? Nach entsprechenden Vorwürfen öffnet HUGEL sein Projekt und erklärt die Entstehung des Hits mit Imael Angel und Ultra Naté. Dabei bestreitet er den Einsatz von KI nicht, widerspricht aber der Darstellung, der komplette Song sei künstlich generiert.

HUGEL lässt sich ins Projekt schauen

Statt einer langen Antwort in einer beliebigen Kommentarspalte gibt es einen Blick hinter die Kulissen. In einem gut dreieinhalbminütigen Instagram-Video führt HUGEL durch die einzelnen Bestandteile von „Movin’ To The Sun“. Den Anlass liefern Nachrichten und Kommentare, in denen sein Track als vollständig KI-generiert bezeichnet werde. Seine Antwort darauf fällt ziemlich praktisch aus: Er öffnet das Projekt in Ableton und zeigt, was drin steckt.

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Die Vorlage entstand mit KI

Nach HUGELs Darstellung schrieb Imael Angel den Text und Teile der Melodien und ließ daraus mithilfe von KI einen Song entstehen. Daraus habe er Elemente gesampelt und das Stück neu arrangiert. Auch der Drop unterscheide sich von der Vorlage. Anschließend zeigt er unter anderem Drums, Bass, Piano und Effekte. Dabei kommen auch Sounds aus Sample-Packs zum Einsatz. Besonders interessant wird es beim Gesang: Laut HUGEL nahm Ultra Naté ihre Vocals neu auf. Diese kombinierte das Team mit einer KI-generierten Gesangsspur aus Imael Angels Vorlage. Im Video führt er die beiden Ebenen getrennt und zusammen vor.

Die Unterscheidung ist wichtig: Eine menschliche Gesangsaufnahme und KI-generierte Vocals können im selben Track stecken. Das eine schließt das andere nicht aus. Ebenso wenig lässt sich aus einem synthetischen Gesangspart ableiten, dass auch sämtliche Instrumente oder das komplette Arrangement aus einem KI-Generator stammen.

„Movin’ To The Sun“ erschien am 22. Mai bei Make The Girls Dance Records. HUGEL, Imael Angel und Ultra Naté werden gemeinsam als Interpreten geführt. Seitdem hat der Track auch außerhalb der Clubs ein großes Publikum erreicht. In Großbritannien kletterte er bis auf Platz zwei der offiziellen Singlecharts. In den USA erreichte er die Spitze der Billboard Dance Airplay Charts und bescherte HUGEL dort seinen zweiten Nummer-eins-Hit. Gemeint ist also die Dance-Radio-Hitliste, nicht die genreübergreifenden Hot 100. Damit geht es bei der Diskussion nicht um ein obskures KI-Experiment, sondern um einen kommerziell sehr erfolgreichen Song.

Mehr als ein einfaches Ja oder Nein

Der Blick ins Projekt ist aufschlussreich, ersetzt aber keine unabhängige Prüfung des gesamten Entstehungsprozesses. Wie einzelne Ausgangssounds entstanden sind, lässt sich allein anhand fertiger Spuren nicht abschließend beurteilen. Für die Einordnung bleibt deshalb entscheidend, zwischen HUGELs Erklärung und einem unabhängigen Nachweis zu unterscheiden. Sein Video macht nachvollziehbar, welchen Anteil er der eigenen Produktion zuschreibt und wo er KI-Material verortet.

Ob man einen solchen Umgang mit generierter Musik gut findet, ist eine andere Frage. Wer KI grundsätzlich ablehnt, dürfte sich auch durch zusätzliche Studioarbeit kaum überzeugen lassen. Wer vor allem wissen wollte, was tatsächlich mit KI entstanden ist, bekommt zumindest eine konkretere Antwort.

„Alles KI“ und „komplett ohne KI“ sind jedenfalls zwei sehr unterschiedliche Behauptungen. Dazwischen liegt genau der Bereich, über den bei „Movin’ To The Sun“ diskutiert werden muss.

Fotocredit: Press Pic

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de