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Prismatic statt Musical Freedom? Tiësto denkt über neuen Labelnamen nach

Prismatic statt Musical Freedom? Tiësto denkt über neuen Labelnamen nach

Seit 17 Jahren begleitet Musical Freedom Tiëstos Karriere. Doch der Name steht für ihn inzwischen zu stark für die EDM-Ära. Im Gespräch mit beFesti bringt er deshalb „Prismatic Records“ als mögliche neue Bezeichnung ins Spiel.

Die Idee entsteht mitten im Interview

Eigentlich wird Tiësto im Podcast „beFesti Backstage“ nur nach der aktuellen Ausrichtung von Musical Freedom gefragt. Seine Antwort führt plötzlich zu einer ganz anderen Frage: Braucht das Label nach 17 Jahren einen neuen Namen?

Vieles in seiner neuen musikalischen Phase entstehe derzeit spontan, erklärt der Niederländer. Er wisse zwar, in welche Richtung er gehen wolle, sei dort aber weder musikalisch noch mit seinem Label vollständig angekommen. Dann lässt er den entscheidenden Satz fallen: „Ich denke gerade darüber nach, vielleicht den Namen des Labels zu ändern.“

Eine fertige Entscheidung verkündet Tiësto damit aber ausdrücklich nicht. Im Gespräch wird sofort klargestellt, dass der Gedanke offenbar gerade erst entstanden ist. Einen möglichen neuen Namen hat er trotzdem bereits im Kopf: Prismatic Records. Tiësto fragt daraufhin sogar die beiden Moderatoren nach ihrer Meinung und schlägt vor, auch seine Fans abstimmen zu lassen: „Prismatic oder Musical Freedom?“

Tiësto on his return to trance, his Olympic set, favorite sneaker & more | beFesti Backstage

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Musical Freedom sollte immer für musikalische Freiheit stehen

Tiësto gründete Musical Freedom im Jahr 2009. Das Label sollte ihm die Möglichkeit geben, unabhängig vom jeweiligen Genre genau die Musik zu veröffentlichen, die er selbst spielen und hören wollte. Auch anderen Künstlern wollte er möglichst viel Freiheit lassen. Nach eigener Aussage wurden Acts deshalb grundsätzlich nicht langfristig für mehrere Alben verpflichtet. Sie konnten einen einzelnen Track veröffentlichen und anschließend weiterziehen oder ein eigenes Label gründen.

Mit der Zeit entwickelte sich Musical Freedom jedoch zu einer der bekanntesten Adressen für den großen Festival-Sound der EDM-Ära. Bis heute wird das Label deshalb vor allem mit den Mainstage-Produktionen der 2010er-Jahre verbunden. Genau darin liegt für Tiësto inzwischen das Problem. Musical Freedom habe den Ruf bekommen, nur für diesen Sound zu stehen. Das sei nie der ursprüngliche Plan gewesen.

Musikalisch hat sich der Katalog längst wieder verändert. 2026 erschienen auf Musical Freedom zahlreiche Trance-Releases, darunter „Ready To Fly“ von Bryan Kearney und Modeā sowie Tiëstos Remix von KUKOs „Voicemail“. Spinnin’ Records übernimmt laut Tiësto weiterhin die Infrastruktur und den Vertrieb des Labels. In die kreative Ausrichtung greife das Unternehmen dagegen nicht ein.

Prismatic steht längst für Tiëstos neue Ära

Der mögliche neue Name kommt nicht aus dem Nichts. Mit Prismatic hat Tiësto bereits ein vollständiges Konzept rund um seine aktuelle musikalische Phase aufgebaut. Nachdem er Ende 2025 seine langjährige Radioshow Clublife beendet hatte, startete er Anfang dieses Jahres mit Prismatic eine neue Sendung. Hinzu kommen speziell kuratierte Prismatic-Shows und sein kommendes Trance-Album.

Für Tiësto beschreibt der Begriff jedoch nicht nur seine Rückkehr zu Trance. Prismatic stehe vielmehr für die Mischung unterschiedlicher Stile und Einflüsse, die inzwischen wieder in seinen Sets zusammenkommen. Eine Umbenennung in Prismatic Records würde deshalb nicht bedeuten, dass das Label künftig ausschließlich Trance veröffentlicht. Im Gegenteil: Der neue Name soll deutlicher machen, dass dort mehr als nur eine musikalische Richtung Platz findet.

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Ob Tiësto den Gedanken tatsächlich umsetzt, bleibt offen. Eine offizielle Umbenennung wurde bislang nicht angekündigt. Musical Freedom ist also noch nicht Geschichte – doch nach 17 Jahren steht der Name erstmals öffentlich zur Debatte.

Fotocredit: Rudgr

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de