Mit „The Freaks Come Out“ und „(You Got Me) Burning Up“ schrieb Cevin Fisher Klassiker der House-Musik. Nun ist der US-amerikanische DJ und Produzent nach kurzer Krebserkrankung gestorben. Seine Karriere verband die Clubkultur von New Jersey und New York mit Tanzflächen auf der ganzen Welt.
Cevin Fisher starb wenige Tage nach seinem Geburtstag
Cevin Fisher ist am Donnerstag, 29. Oktober 2026, im Alter von 63 Jahren gestorben. Das geht aus einem Nachruf hervor, der auf seinen offiziellen Social-Media-Kanälen veröffentlicht wurde. Demnach starb er nach kurzer Krebserkrankung, nur drei Tage nach seinem Geburtstag. Er hinterlässt seine Frau und seine Familie.
Sein Name steht für eine Zeit, in der House aus amerikanischen Clubs heraus immer mehr Menschen erreichte. Fisher war ein Teil dieser Entwicklung: als DJ, als Produzent und als jemand, dessen Platten weit über die eigene Heimat hinaus ihren Weg in die Plattentaschen fanden.
Mit 17 hinter den Decks des Zanzibar
Geboren wurde er als Kevin Fisher in East Orange im US-Bundesstaat New Jersey. Seine ersten Erfahrungen als DJ sammelte er in der Bar seines Vaters. Mit 17 Jahren bekam er eine Residency im Club Zanzibar in Newark, einem wichtigen Ort der amerikanischen House- und Garage-Geschichte.
Später zog es ihn nach New York. Dort arbeitete er unter anderem in Arthur Bakers Shakedown Studio und für Motown. Zu seinen Remix-Aufträgen gehörten Aufnahmen von Chaka Khan und Quincy Jones. Danny Tenaglia ermutigte ihn schließlich, sich stärker auf eigene Veröffentlichungen zu konzentrieren.
Aus dieser Arbeit entstanden Stücke wie „The Way We Used To“, „Music Saved My Life“ und schließlich jene Tracks, mit denen sein Name für viele House-Fans bis heute verbunden ist.
„The Freaks Come Out“ fand immer wieder neue Tanzflächen
„The Freaks Come Out“ wurde Ende der 1990er-Jahre zu einem seiner bekanntesten Stücke. Mit „(You Got Me) Burning Up“ und der Stimme von Loleatta Holloway erreichte Fisher 1999 außerdem Platz 14 der britischen Singlecharts.
Wie lange seine Musik nachwirkte, lässt sich an den späteren Neuauflagen hören. 2019 erschien gemeinsam mit David Guetta unter dessen Alias Jack Back „2000 Freaks Come Out“ auf Toolroom. Nicole Moudaber legte 2024 einen Remix von „The Freaks Come Out“ vor, Tedd Patterson folgte 2025 mit einer weiteren Version auf Faith Recordings. Ein Track aus den Neunzigern blieb so auch Jahrzehnte später Teil aktueller Sets.
Auch Fisher selbst veröffentlichte weiterhin neue Musik. Im Mai und Juni erschienen seine Tracks „J’adore“, „Emotions“ und „I’m Special“. Seine Geschichte endete musikalisch also keineswegs mit den Erfolgen zur Jahrtausendwende.
Die Familie erinnert an den Menschen hinter der Musik
In ihrer Mitteilung beschreibt seine Familie einen herzlichen Menschen, der andere gern zum Lachen brachte. Neben der Musik begeisterte er sich für Fitness und Basketball, arbeitete als Personal Trainer und entdeckte später das Skifahren in den Bergen nahe seinem Zuhause in Frankreich.
Wer seine Platten über Jahre aufgelegt hat, wird eigene Erinnerungen mit ihnen verbinden. Wer Cevin Fisher bisher nicht kannte, kann ihn darin noch kennenlernen. „The Freaks Come Out“, „Music Saved My Life“, „The Way We Used To“: Es gibt einiges zu entdecken – und gute Gründe, diese Musik weiterzuspielen.
Fotocredit: Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




