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Streaming oder Besitz? Wie DJs heute ihre Musik finden

DJ Mag Redaktion

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· 3 Min. Lesezeit
Streaming oder Besitz? Wie DJs heute ihre Musik finden

Streaming hat den Musikkonsum verändert. In der Clubkultur zeigt sich gleichzeitig, dass Besitz, Downloads und vor allem die eigene Auswahl für DJs weiterhin eine andere Bedeutung haben.

Nazen Carneiro, exklusiv für DJ Mag Germany

Streaming ist längst Alltag. Spotify, Apple Music oder SoundCloud geben innerhalb von Sekunden Zugriff auf riesige Musikkataloge, Algorithmen übernehmen einen Teil der Suche und Playlists sind für viele Menschen zum wichtigsten Zugang zu neuer Musik geworden. Für DJs funktioniert Musikkonsum allerdings nach anderen Regeln.

Wer Musik für ein Set sucht, hört nicht einfach nur. Tracks werden gesammelt, verglichen, gekauft, in Playlists und Ordner einsortiert und oft Monate später wieder hervorgeholt. Genau deshalb ist die alte Frage nach dem Besitz von Musik in der elektronischen Szene nie ganz verschwunden. Und mit ihr kommt ein Thema zurück, das eigentlich schon immer Teil der DJ-Kultur war: Digging.

Dabei geht es heute nicht mehr darum, Streaming gegen Downloads auszuspielen. Spotify und Apple Music erfüllen eine andere Funktion als Beatport, Bandcamp oder Traxsource. SoundCloud wiederum ist für viele DJs weiterhin einer der Orte, an denen Edits, Bootlegs und Musik von kleineren Artists zuerst auftauchen. Gleichzeitig positionieren sich neue Anbieter wie Volumo stärker in diesem Bereich und versuchen, Download, Discovery und DJ-orientierte Kuration miteinander zu verbinden.

Interessant ist weniger die Frage, welche Plattform am Ende „gewinnt“. Entscheidend ist vielmehr, warum gerade jetzt wieder so viel über Auswahl gesprochen wird.

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KI-generiertes Symbolbild

Technisch war DJing vermutlich noch nie so zugänglich wie heute. Software, Tutorials, Sync-Funktionen und bezahlbares Equipment haben viele Hürden beseitigt. Das ist zunächst einmal positiv. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass sauberes Mixing allein kaum noch ausreicht, um einen DJ musikalisch von anderen abzuheben.

Beatport ist in diesem Umfeld seit Jahren eine zentrale Adresse für elektronische Musik und bietet DJs Charts, Genres und umfangreiche Kataloge. Bandcamp funktioniert anders und schafft häufig einen direkteren Weg zu Artists und Labels. Traxsource hat insbesondere in House-orientierten Bereichen seinen festen Platz. Daneben entsteht mit Volumo ein vergleichsweise neuer Player, der zunehmend von DJs und Produzent genutzt wird und seinen Schwerpunkt ebenfalls auf Downloads und Discovery legt.

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Volumo versucht dabei, nicht einfach die Mechanik großer Streamingdienste zu kopieren. Statt Reichweite und bereits erfolgreiche Releases zum alleinigen Maßstab zu machen, soll die Auswahl stärker auf Musik ausgerichtet sein, die für DJs interessant sein könnte. Das Konzept trifft einen Punkt, über den die Szene ohnehin diskutiert: Wie entdeckt man Tracks, bevor sie bereits überall auftauchen?

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„Wir sortieren Musik nicht nach Popularität. Unser Ziel ist es, wirklich starke Tracks sichtbar zu machen – auch solche, die noch nicht überall gespielt werden. Genau das brauchen DJs, um Sets mit einer eigenen Handschrift zu entwickeln“, sagt Alex Dzyubenko, CEO von Volumo.

Natürlich ist auch Kuration nie vollkommen neutral. Jede Plattform entscheidet durch Kategorien, Charts, Empfehlungen oder redaktionelle Auswahl mit darüber, was sichtbar wird. Auch Beatport-Charts können Trends verstärken, während Spotify-Empfehlungen stark vom bisherigen Hörverhalten geprägt sind. Bei Bandcamp wiederum muss man häufig selbst tiefer suchen. Gerade diese Unterschiede machen die aktuelle Entwicklung interessant: Es existiert nicht mehr nur ein dominanter Weg, Musik zu entdecken.

Vielleicht ist die spannendere Entwicklung deshalb gar kein Comeback des Downloads. Es ist die Rückkehr der bewussten Auswahl in den Mittelpunkt der Diskussion. Spotify, SoundCloud, Beatport, Bandcamp, Traxsource und neue Player wie Volumo lösen unterschiedliche Probleme und werden entsprechend unterschiedlich genutzt. Für DJs bleibt am Ende eine Aufgabe bestehen, die kein Algorithmus vollständig übernehmen kann: aus einer nahezu unbegrenzten Menge an Musik die Tracks herauszufiltern, die einem Set eine eigene Identität geben.

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