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Mit eigenen Tracks zum ADE 2026: Diese Anlaufstellen sollten Produzenten kennen

Mit eigenen Tracks zum ADE 2026: Diese Anlaufstellen sollten Produzenten kennen

Der USB-Stick steckt im Rucksack, die eigenen Tracks sind vorbereitet. Aber wo hört beim ADE eigentlich jemand zu? Zwischen Demo-Feedback, offenen Treffpunkten und Produktionssessions gibt es in Amsterdam einige gute Adressen für alle, die selbst Musik machen. Wir zeigen euch, wo sich ein Besuch lohnt und was ihr dafür wissen müsst.

Raus aus dem eigenen Studio, rein ins Gespräch

Irgendwann kennt man den eigenen Track so gut, dass man kaum noch hört, was ihm fehlt. Die Bassline wurde mehrfach ausgetauscht, der Break noch einmal verlängert, das Arrangement wieder zurückgebaut. Da kann es helfen, jemand anderen zuhören zu lassen. Oder zu erfahren, wie andere Produzenten mit genau solchen Entscheidungen umgehen.

Beim Amsterdam Dance Event gibt es dafür auch tagsüber Gelegenheiten. Unsere Auswahl konzentriert sich auf Donnerstag und Freitag: mit Anlaufstellen für eigene Musik, Einblicken in die Arbeit erfahrener Artists und Equipment, das ihr selbst ausprobieren könnt.

Ein wichtiger Ausgangspunkt ist ADE Lab Discovery im Cultural Park Westergas. Das Programm läuft vom 21. bis 23. Oktober jeweils von 10 bis 18 Uhr und ist nach Registrierung kostenlos zugänglich. Mit eurem E-Ticket holt ihr am Info & Ticket Desk auf dem Westergas-Gelände das benötigte Wristband ab. Die Anmeldung funktioniert vorab online oder über QR-Codes vor Ort. Hier findet ihr die Registrierung und weitere Informationen.

1. Eigene Musik mitbringen bei Find Your Own Sound

Für alle, die ihre Produktionen anderen vorspielen möchten, ist das Treffen von Ceri und der Find Your Own Sound Community eine konkrete Adresse. Am Donnerstag kommen im Duke of Tokyo Produzenten zur Demo-Feedback-Session zusammen. Anschließend bleibt bei DJ-Sets und einer Labelparty Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wer Feedback möchte, soll zwischen 13 und 15 Uhr eintreffen, die Session beginnt um 15 Uhr. Bringt eure Tracks auf einem für CDJs vorbereiteten USB-Stick mit. Der Veranstalter bittet ausdrücklich darum, beim Export in Rekordbox sowohl Device Library als auch Device Library Plus zu berücksichtigen. Bei vielen Einreichungen kann eine Auslosung entscheiden, welche Tracks besprochen werden.

Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert eine eigene Anmeldung. Bei unserer Recherche zeigte Resident Advisor das Event als ausgebucht an. Prüft dort, ob durch Absagen wieder Plätze verfügbar werden. Auch mit Anmeldung ist Feedback zum eigenen Track nicht garantiert.

  • Wann: Donnerstag, 22. Oktober, 13–21 Uhr; Demo-Feedback ab 15 Uhr
  • Wo: Duke of Tokyo, Reguliersdwarsstraat 37
  • Zugang: Kostenlos mit Anmeldung, ab 18 Jahren
  • Anmeldung und aktueller Ticketstatus

2. Unveröffentlichte Tracks und neue Kontakte bei Another Room

Auch Another Room und Unreleased Community bringen Produzenten, DJs und Labels zusammen. Am Freitagnachmittag stehen Network Sessions auf dem Programm. Der Veranstaltungsort kündigt dafür Meet-and-Greets und die Möglichkeit an, Demos abzugeben. Dahinter steht eine Community, die den Austausch unveröffentlichter Musik zwischen Artists, Labels und DJs organisiert. Musikalisch führt das ADE-Programm die Veranstaltung unter anderem unter Tech House und Minimal Techno. Wer in diesem Umfeld produziert, kann hier gezielt den Kontakt suchen.

Ein festes Feedback-Verfahren oder zugesagte Einzelgespräche werden auf der Veranstaltungsseite allerdings nicht beschrieben. Plant den Besuch deshalb als Gelegenheit zum Kennenlernen und zum Austausch über eure Musik. Der Eintritt bei Another Room ist während der ADE-Woche frei.

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3. Equipment selbst ausprobieren im Gear Test Lab

Manches lässt sich erst beurteilen, wenn man die Hände am Gerät hat. Liegt der Controller gut? Macht der Synthesizer Lust, weiterzuspielen? Passt das Instrument überhaupt zur eigenen Arbeitsweise? Im Gear Test Lab im Het Ketelhuis könnt ihr genau das ausprobieren. Zur Ausstattung gehören Synthesizer, Controller, DJ-Equipment und Produktionswerkzeuge. Vertreten sind unter anderem Arturia, KORG, Roland, Yamaha, AlphaTheta und AIAIAI. Vor Ort könnt ihr außerdem die Teams der Hersteller zu ihren Geräten befragen.

Unser Tipp: Bringt eine konkrete Frage aus eurem Studioalltag mit. Wer weiß, an welcher Stelle er beim Produzieren regelmäßig hängen bleibt, kann gezielter herausfinden, ob ein anderes Werkzeug tatsächlich weiterhilft.

  • Wann: Donnerstag, 22. Oktober, und Freitag, 23. Oktober, jeweils 10–18 Uhr
  • Wo: Het Ketelhuis, Café und Entresol, Pazzanistraat 4
  • Zugang: Über die kostenlose Registrierung für ADE Lab Discovery
  • Programm und Registrierung

4. Space 92 und Ben Gold erklären ihre Produktionen bei Armada

Wie wird aus einer Idee ein fertiger Clubtrack? Am Freitag geben mehrere Artists beim Armada University Hub Einblicke in ihre Arbeit. Carly Wilford führt durch den Nachmittag in der Bar Coco. Secret Cinema nimmt sich mit „Mary Go Wild“, veröffentlicht unter seinem Alias Grooveyard, einen eigenen Klassiker vor. Space 92 erklärt, wie sein Rework von Oxias „Domino“ entstanden ist. Ben Gold geht wiederum die Produktion von „The Whip“, seiner Zusammenarbeit mit SUPERSTRINGS, durch. Für alle, die selbst Trance produzieren, dürfte besonders interessant sein, wie er klassische Eurotrance-Sounds für heutige Dancefloors einsetzt.

Das Programm im Überblick:

  • 12–12:50 Uhr: Jeroen Groenendijk von AlphaTheta über Funktionen und Workflows am CDJ-3000X und DJM-A9
  • 13–13:50 Uhr: Secret Cinema über die Entstehung von „Mary Go Wild“
  • 14–14:50 Uhr: Eelke Kleijn über seinen kreativen Prozess und die Weiterentwicklung seiner Clubtracks
  • 15–15:50 Uhr: Space 92 über sein „Domino“-Rework
  • 16–16:50 Uhr: Ben Gold über die Produktion von „The Whip“

Ort: Bar Coco, Pazzanistraat 10. Der Hub gehört zu ADE Lab Discovery und ist über dessen kostenlose Registrierung zugänglich. Hier steht das vollständige Programm.

5. Räumlichen Sound erleben beim Amptec Hub

Wer über das eigene Stereo-Setup hinausdenken möchte, kann am Freitag beim Amptec Hub mit Trinnov Audio vorbeischauen. Im Amsterdam Flavours wird ein 7.1.4-Dolby-Atmos-System vorgeführt, optimiert mit Trinnov NOVA. Benoit Munoz zeigt anhand eigens entwickelter audiovisueller Arbeiten, wie Musik, Bilder und räumlicher Klang zusammenwirken können. Dabei geht es auch darum, welche gestalterischen Möglichkeiten entstehen, wenn sich Sound dreidimensional im Raum verteilen lässt. Für Produzenten mit Interesse an immersiven Formaten ist das eine Gelegenheit, sich einen eigenen Höreindruck zu verschaffen.

6. Neue Musikwerkzeuge entdecken bei Music Hackspace

Bei Music Hackspace arbeiten Teams während des ADE an Prototypen für Musikproduktion, Performance und das Hören von Musik. Aufgaben für den Hackathon kommen unter anderem von Colin Benders und Sam Feldt. Für Besucher interessant wird es am Freitag: Dann stellen die Gewinnerteams ihre Projekte in De Bakkerswinkel Westerpark öffentlich aus. Zwischen 10 und 18 Uhr könnt ihr vorbeikommen und die Ergebnisse ausprobieren. Die Teilnahme am eigentlichen Hackathon ist davon getrennt. Für die öffentliche Ausstellung müsst ihr aber selbst weder programmieren noch ein eigenes Projekt mitbringen.

Achtung bei den Demopitches von ADE Lab On Track

Wer im Programm nach Feedback sucht, stößt außerdem auf ADE Lab On Track. Diese Sessions richten sich an vorher ausgewählte Teilnehmer. Die Bewerbungsphase ist abgeschlossen. Für die Demopitches am Freitag benötigen zugelassene Teilnehmer zusätzlich eine Buchung über Swapcard. Die kostenlose Discovery-Registrierung eröffnet diesen Zugang nicht.

Was ihr vor dem Losgehen vorbereiten könnt

Wählt lieber zwei oder drei Tracks aus, hinter denen ihr wirklich steht, statt euren gesamten Demo-Ordner mitzunehmen. Ein privater Link zum Hören, den ihr unkompliziert teilen könnt, hilft beim späteren Kontakt. Achtet darauf, dass eure Kontaktdaten leicht zu finden sind und die Dateien auch unterwegs funktionieren.

Überlegt euch außerdem, was ihr wissen möchtet. Fehlt dem Arrangement Spannung? Kommen Kick und Bass einander in die Quere? Oder sucht ihr jemanden, der musikalisch zu euch passt? Eine konkrete Frage kann den Einstieg ins Gespräch erleichtern.

Und hört auch den anderen zu. Zu erfahren, woran jemand gerade arbeitet, kann genauso wertvoll sein wie eine Rückmeldung zum eigenen Track. Vielleicht sitzt ihr nach dem ADE wieder am selben Schreibtisch wie vorher. Aber mit einer klareren Idee, wie es weitergeht – und jemandem, dem ihr die nächste Version schicken möchtet.

Fotocredit: Enrique Meesters

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de