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„Wir haben alles versucht“: Stella Bossis Set in Mumbai gestoppt

„Wir haben alles versucht“: Stella Bossis Set in Mumbai gestoppt

Nach rund 50 Minuten war Schluss: Während Stella Bossis Auftritt in Mumbai trat ein uniformierter Beamter ans DJ-Pult und stoppte die Musik. Zunächst war von einem Polizeieinsatz die Rede. Tatsächlich schritt jedoch eine andere Behörde ein – weil nach einem kurzfristigen Ortswechsel eine wichtige Genehmigung fehlte.

Nach 50 Minuten ist plötzlich Schluss bei Stella Bossi

Eigentlich sollte Stella Bossi am Freitagabend beim Steelworks Festival in Mumbai auftreten. Ihr Set fand im Club antiSOCIAL im Stadtteil Lower Parel statt und war bereits rund 50 Minuten alt, als ein Mann in Khaki-Uniform ans DJ-Pult trat und das Ende der Musik verlangte. In einem anschließend veröffentlichten Video ist zu sehen, wie der Beamte mit einer Handbewegung das Abschalten fordert. Aus dem Publikum sind laute Buhrufe zu hören. Stella Bossi kommentierte die Szene gewohnt trocken: „POV: Du bist 50 Minuten in deinem Set in Mumbai und die Polizei hat endlich den Aus-Knopf gefunden.“ Man habe alles versucht und wolle bald zurückkommen.

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Die Polizei war überhaupt nicht beteiligt

Weil der Beamte eine Khaki-Uniform trug, gingen zunächst nicht nur die Besucher, sondern auch Stella Bossi selbst und einige Medien von einem Polizeieinsatz aus. Die Polizei von Mumbai stellte später jedoch klar, dass niemand aus ihrer Behörde den Club besucht habe.

Bei den Männern im Video handelte es sich stattdessen um Mitarbeiter des Maharashtra State Excise Department. Die Behörde ist im Bundesstaat Maharashtra unter anderem für Alkoholgenehmigungen und die Kontrolle entsprechender Veranstaltungen zuständig. Ihre Uniformen ähneln denen der Polizei, wodurch es vor Ort zu der Verwechslung kam.

Nach dem Ortswechsel fehlte eine wichtige Lizenz

Der Auftritt sollte ursprünglich am Cruise Terminal im Stadtteil Ballard Estate stattfinden. Nachdem für diesen Veranstaltungsort keine Genehmigung erteilt worden war, verlegten die Organisatoren das Event kurzfristig ins antiSOCIAL. Der Club verfügte zwar über eine reguläre Genehmigung zum Ausschank von Alkohol. Diese reichte laut den Behörden aber nicht aus, um dort eine größere Veranstaltung mit Ticketverkauf auszurichten. Dafür wäre eine zusätzliche, auf den jeweiligen Veranstaltungsort beschränkte Tageslizenz notwendig gewesen.

Vor der Erteilung einer solchen Genehmigung werden unter anderem die verfügbare Fläche, die erwartete Besucherzahl, Notausgänge und der Brandschutz überprüft. Nach Angaben der Behörde lag diese Lizenz für den neuen Veranstaltungsort nicht vor. Mitarbeiter hätten den Club gegen 20 Uhr gut gefüllt vorgefunden und die Veranstaltung daraufhin beendet. Dass das Event zu diesem Zeitpunkt laut Behörde bereits seit etwa drei Stunden lief, widerspricht Stella Bossis Angabe nicht: Sie bezog sich ausschließlich auf die Länge ihres eigenen Sets. Gegen die Veranstalter sollen nun weitere Schritte geprüft werden. Vorwürfe gegen Stella Bossi selbst gibt es nicht.

Stella Bossi will keine Schuldzuweisungen

Einige Tage nach dem Vorfall meldete sich Stella Bossi noch einmal mit einer ausführlicheren Einordnung. Mumbais Nachtleben habe schwierige Momente erlebt, darunter auch Fälle, in denen Menschen nach einer Partynacht gestorben seien. Deshalb könne sie nachvollziehen, dass die Vorschriften strenger geworden seien.

Sie habe nicht alle Antworten und glaube nicht, dass gegenseitige Schuldzuweisungen weiterhelfen. Gleichzeitig müsse weiterhin darüber gesprochen werden, wie Nachtleben sicherer werden könne, ohne dabei seine Kultur und seine Freiheit zu verlieren. Niemand dürfe bei einer Partynacht sein Leben verlieren. Für ihre Fans hatte Stella Bossi trotzdem eine klare Botschaft: Sie möchte nach Mumbai zurückkehren.

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Fotocredit: Press Pic

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de