Mit „Maneater“, „Promiscuous“ und „Say It Right“ prägte „Loose“ den Sound der 2000er – und bis heute unzählige Dancefloors. Zum 20. Jubiläum veröffentlicht Nelly Furtado das Album neu: mit 28 Tracks, bislang unveröffentlichten Aufnahmen und völlig neuen Versionen ihrer größten Hits.
Das Album, das 2006 kaum zu überhören war
Am 7. Juni 2006 veröffentlichte Nelly Furtado ihr drittes Studioalbum „Loose“. Gemeinsam mit Timbaland schlug die kanadische Sängerin damals eine deutlich elektronischere und rhythmischere Richtung ein. Pop, R&B, Electro, House, Latin und Reggaeton trafen aufeinander – zu einer Zeit, in der diese Mischung im Radio noch längst nicht selbstverständlich war.
Das Ergebnis war eines der erfolgreichsten Alben der 2000er. „Loose“ verkaufte sich weltweit mehr als zehn Millionen Mal und brachte mit „Promiscuous“, „Maneater“ und „Say It Right“ gleich mehrere Songs hervor, die bis heute regelmäßig neu entdeckt, geremixt oder auf Social Media wiederbelebt werden. Nun kehrt das Album in einer umfangreichen Jubiläumsausgabe zurück.
Zehn zusätzliche Aufnahmen und ein geheimes Demo
Die digitale „Loose (20th Anniversary Deluxe Edition)“ erscheint am 4. September und umfasst insgesamt 28 Tracks. Neben den bekannten Songs enthält sie zehn zusätzliche Aufnahmen. Darunter befinden sich drei bislang unveröffentlichte Tracks aus den damaligen „Loose“-Sessions, zwei unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Jahr 2024, vier neu interpretierte Versionen bekannter Songs und eine bislang unter Verschluss gehaltene Demo.
Welche Titel sich genau dahinter verbergen, verrät Nelly Furtado noch nicht. In der vorläufigen Tracklist werden die meisten Bonusstücke lediglich als „Track 19“, „Track 20“ und so weiter geführt. Nur eine der neuen Versionen ist bereits bekannt.
„Maneater“ klingt plötzlich völlig anders
Mit „Maneater (RITUAL Version)“ ist der erste Vorgeschmack auf die Deluxe Edition bereits erschienen. Statt der elektronischen Produktion des Originals besteht die neue Fassung lediglich aus Furtados Stimme und dem Klavierspiel von Adam Tendler. Die Aufnahme entstand in einem einzigen Take und wurde weitgehend improvisiert. Insgesamt nahmen die beiden während einer elf Stunden langen Session mehrere neue Interpretationen von vier „Loose“-Songs auf.
Für Furtado geht es dabei nicht darum, die Originale möglichst genau nachzubauen. Die neuen Versionen sollen zeigen, wie sie die Songs heute – zwei Jahrzehnte und einige persönliche Veränderungen später – empfindet.
„Loose“ ist längst wieder auf den Dancefloors angekommen
Dass Nelly Furtado ihr erfolgreichstes Album gerade jetzt erneut öffnet, kommt nicht völlig überraschend. Die Songs erleben seit einiger Zeit ein deutliches Comeback. Allein „Promiscuous“ hat bei Spotify inzwischen mehr als zwei Milliarden Streams erreicht, während „Maneater“ und „Say It Right“ jeweils die Milliardengrenze überschritten haben.
Auch die elektronische Musikszene hat den Katalog längst wieder für sich entdeckt. Erst im vergangenen Jahr erschienen neue „Say It Right“-Remixe von Deborah De Luca, Adana Twins, Rinzen und Nala. Letztere veröffentlichte außerdem eine eigene Version von „Maneater“.
Die Jubiläumsausgabe ist deshalb mehr als das bekannte Album in einer neuen Verpackung. Vor allem die bislang geheim gehaltenen Aufnahmen machen die Sache interessant. Was sich hinter der unveröffentlichten Demo und den alten Session-Tracks verbirgt, erfahren wir am 4. September.
Fotocredit: Martin Philbey, Nelly Furtado at Beyond the Valley 2022, CC BY 2.5

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




