Auf dem Papier wirkt diese Zusammenarbeit ungewöhnlich, auf der Mainstage hat sie längst funktioniert. Nachdem Miss Monique „Beauty In Us“ beim Tomorrowland erstmals spielte und Robbie Williams den Track später überraschend mit ihr im [UNVRS] Ibiza performte, ist die gemeinsame Progressive-House-Single jetzt offiziell erschienen.
Ein Finale auf der Tomorrowland-Mainstage
Robbie Williams und Miss Monique gehören zunächst einmal zu zwei völlig unterschiedlichen musikalischen Welten. Hier einer der erfolgreichsten britischen Popstars der vergangenen Jahrzehnte, dort eine ukrainische DJ und Produzentin, die Progressive House und Melodic Techno auf die größten Festivalbühnen gebracht hat.
Wie gut diese Kombination funktionieren kann, zeigte sich erstmals beim Tomorrowland 2026. Miss Monique spielte den damals noch unveröffentlichten Track als letzte Nummer ihres Sets auf der Mainstage. Die Stimme von Robbie Williams war sofort zu erkennen, weitere Informationen zur Zusammenarbeit gab es zu diesem Zeitpunkt jedoch kaum.
Wenige Wochen später folgte im [UNVRS] Ibiza der nächste große Moment. Während eines Abends der Residency von Carl Cox trat Robbie Williams überraschend zu Miss Monique auf die Bühne. Gemeinsam präsentierten sie „Beauty In Us“ dort erstmals live vor Publikum.
Progressive House statt klassischer Popproduktion
Seit dem 18. September ist „Beauty In Us“ offiziell erhältlich. Veröffentlicht wurde die Single über Cr2 Records. Musikalisch gibt Miss Monique die Richtung vor. Breite Synthesizerflächen, ein progressiver Aufbau und eine Produktion für die Peak-Time treffen auf die unverwechselbare Stimme von Robbie Williams. Statt seine Vocals lediglich über einen fertigen Clubtrack zu legen, rückt der Song sie bewusst ins Zentrum und baut seine Spannung um sie herum auf.
Das Ergebnis ist weder eine klassische Robbie-Williams-Single mit elektronischem Unterbau noch ein beliebiger Festivaltrack mit prominentem Gast. „Beauty In Us“ bewegt sich genau zwischen diesen beiden Welten.
Zwei Clubgenerationen treffen aufeinander
Die Zusammenarbeit kommt weniger zufällig zustande, als es zunächst wirken mag. Robbie Williams und Miss Monique beschreiben den Song als Verbindung ihrer unterschiedlichen Erfahrungen mit elektronischer Musik und Clubkultur. Bei Robbie Williams reicht diese Geschichte bis in die Rave- und Clubszene der 1990er-Jahre in Stoke-on-Trent zurück. Miss Monique wiederum wurde durch die elektronische Szene in Kyjiw und ihre Erfahrungen seit den 2010er-Jahren geprägt. „Beauty In Us“ soll diese beiden Generationen auf einem gemeinsamen Dancefloor zusammenführen.
Auch musikalisch ist Robbie Williams im Club längst kein Fremder. Bereits 2014 lieh er Aviciis „The Days“ seine Stimme. Seit 2022 ist er außerdem Teil des elektronischen Trios Lufthaus, das er gemeinsam mit Tim Metcalfe und Flynn Francis bildet. Das Projekt verbindet elektronische Produktionen mit klassischem Songwriting und veröffentlichte 2023 sein Debütalbum „Visions Volume 1“.
Miss Monique hat sich derweil von ihren millionenfach angesehenen Livestreams zu einem der international gefragtesten Namen ihres Genres entwickelt. Neben ihrem eigenen Label Siona Records spielte sie unter anderem beim Coachella, Ultra Miami, EDC Las Vegas und Tomorrowland.
„Beauty In Us“ ist deshalb mehr als eine überraschende Popstar-Kollaboration. Der Song bringt zwei Künstler zusammen, deren Wege zur elektronischen Musik an völlig unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten begonnen haben. Auf der Tomorrowland-Mainstage und im [UNVRS] hat diese Verbindung bereits funktioniert. Jetzt kann sie auch außerhalb der großen Festivalbühnen zeigen, wie weit sie trägt.
Fotocredit: [UNVRS]

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de





