PAROOKAVILLE: Von der Beachparty zu Deutschlands größtem EDM-Festival

PAROOKAVILLE: Von der Beachparty zu Deutschlands größtem EDM-Festival

Am Wochenende werden insgesamt 225.000 Besucher aus über 40 Ländern nach PAROOKAVILLE pilgern und an drei vollen Showtagen „Madness, love and pure happiness“ feiern. Aber wie hat das Ganze eigentlich angefangen? Ganz einfach: Am Anfang war das alles einfach nur eine kleine Beachparty.

PAROOKAVILLE: Von der Vision bis zum ersten Festival

Bernd Dicks, ein leidenschaftlicher Reporter für 1 Live und gebürtiger Weezer, war von elektronischer Musik begeistert und entdeckte damals einen „Hunger junger Menschen nach einem Festival-Showkonzept wie bei Tomorrowland“. Als er die Loveparade-Katastrophe hautnah als Festivalreporter miterlebte, entstand in ihm der Wunsch, ein neues Großevent zu schaffen, das die elektronische Festival-Landschaft beleben würde.

„Nach der Loveparade war ein regelrechtes Vakuum in der elektronischen Festival-Landschaft entstanden. Der Hunger nach etwas Neuem war groß.“

Gemeinsam mit seinen Freunden Norbert Bergers und Georg van Wickeren organisierte er zunächst eine jährliche Beachparty, um die Veranstaltungskultur in seiner Heimatstadt zu bereichern. Doch der Erfolg wuchs rasch und mit 5.000 Besuchern im Jahr 2014 wurde der Weezer Rathausplatz als Veranstaltungsort zu klein. So kam die Idee, das Gelände am Flughafen zu nutzen, wo bereits das Hardstyle-Festival Q-Base stattfand. Und so wurde die Vision von PAROOKAVILLE geboren.

Die Gründer arbeiteten zwei Jahre lang intensiv am Festivalkonzept. Bernd brachte seine Erfahrung im Umgang mit Künstlern durch seine Radioarbeit ein, während Norbert und Georg ihre Expertise in technischen Bereichen einbrachten. Auch Ulrich Rauschenberger, Booker für Künstlerakquise im Bootshaus, wirkte von Anfang an am Konzept mit.

Als Inspiration dienten ihnen bekannte Festivals wie Tomorrowland, Mysteryland und Electric Daisy Carnival. Doch sie wollten kein simples Kopieren, sondern ein eigenes einzigartiges Konzept schaffen. So entstand die Idee einer eigenen Stadt als Kulisse für PAROOKAVILLE, wobei sie für die Mainstage der ersten Ausgabe 2015 denselben Bühnenbauer wie Tomorrowland engagierten.

In drei Jahren aus der Regionalliga in die Champions League

2015 fand dann die erste Ausgabe mit insgesamt 40.000 Besuchern statt – damals mit „nur“ fünf Bühnen und rund 80 DJs, darunter Alesso, Armin van Buuren, Dimitri Vegas & Like Mike und Steve Aoki. Trotz anfänglicher organisatorischer Schwierigkeiten erhielt die Premiere positive Resonanzen von Besuchern, Künstlern und Fachmagazinen. Insbesondere das gelungene Konzept sowie der offene Umgang der Organisatoren mit Kritik wurde hervorgehoben.

Zur zweiten Ausgabe 2016 wurden die Kapazitäten an Besuchern pro Tag deutlich erhöht. Dazu wurde das Festivalgelände von 65.000 m² auf 80.000 m² erweitert. Binnen drei Tagen war das Festival ausverkauft, obwohl zu dem Zeitpunkt noch kein Name des Line-ups bekannt war.

Im dritten Jahr wagte das Festival einen mutigen Schritt und erstreckte sich erstmals über drei aufregende Tage voller elektronischer Musik und unvergesslicher Momente. Um noch mehr Festivalgänger zu begeistern, wurde die Kapazität erneut erweitert – jetzt konnten täglich 60.000 begeisterte Besucher das Festivalgelände erkunden. Vorfreude und Begeisterung waren spürbar, als 100.000 Vorregistrierungen eingingen und innerhalb von nur vier Stunden 72.000 der 80.000 Tickets im November innerhalb von zwei Tagen vergriffen waren. Damit ist Parookaville nach drei Jahren das größte elektronische Festival Deutschlands und gehört zu den fünf größten allgemein.

Im Jahr 2018 brach PAROOKAVILLE erneut alle Rekorde und wurde zum vierten Mal in Folge komplett ausverkauft. Das Festival lockte nicht nur eine begeisterte Menge, sondern auch einige der heißesten Star-DJs der Szene an. Die Bühne wurde von Martin Garrix und für das fulminante Closing von Hardwell gerockt, was eine Premiere für das Festival darstellte. Doch das war noch nicht alles – der Auftritt von KSHMR sorgte für zusätzliche Ekstase. Mit einer spektakulären Live-Show, bei der er 20 talentierte indische Künstler mitbrachte, bewies KSHMR, dass er ein wahres Genie der Bühnenperformance ist. Dieses atemberaubende Spektakel hatte vor PAROOKAVILLE nur einmal, und zwar bei Ultra Miami, stattgefunden. Ein wahrhaft unvergessliches Jahr voller Musik, Energie und Magie.

Im fünften Jahr wurde erstmals mit mehr als 300 DJs gefeiert, darunter Above & Beyond, Alesso, The Chainsmokers, DJ Snake, Oliver Heldens, Sven Väth, W&W und Yellow Claw. Insgesamt 210.000 Besucher pilgerten nach Weeze und Steve Aoki war sogar mit einem Gastronomiestand seiner eigenen Marke Pizzaoki vertreten.

Nachdem PAROOKAVILLE 2020 und 2021 abgesagt wurde, ging es 2022 weiter mit den Rekorden. Erstmals besuchten 225.000 Besucher das Festival und feinste elektronische Musik, gepaart mit extravaganten Bühnen, Lasern, Feuerwerk und Lichterketten, sorgten für eine einzigartige Atmosphäre. Die Stadt, die nur einmal in Jahr existiert, war wieder bis ins kleinste Detail liebevoll ausgearbeitet.

PAROOKAVILLE 2023

Nun öffnet PAROOKAVILLE vom 21. bis zum 23. Juli erneut seine Tore. Alle Visa für die siebte Edition sind vergriffen und es werden wieder 225.000 Bürger am Airport Weeze mit über 300 DJs auf mehr als 10 Bühnen feiern. Einen Livestream gibt es dieses Jahr auch: Sieben Stunden täglich werden wechselnd von Mainstage, Bill’s Factory, Desert Valley, Time Lab und Cloud Factory die DJ-Sets u. a. von Afrojack, Hardwell, Kygo and W&W übertragen. Alle Informationen dazu findet ihr bei uns.

Fotocredit: Moments Fotography / Robin Böttcher 


Franz Liesenhoff

Franz Liesenhoff

Head of Editorial / franz@djmag.de