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Nach Tod von Kavinsky: The Weeknd würdigt ihn mit „Odd Look“ in Frankfurt

Nach Tod von Kavinsky: The Weeknd würdigt ihn mit „Odd Look“ in Frankfurt

Die elektronische Musikszene trauert um Kavinsky. The Weeknd würdigte seinen früheren Kollaborateur bei einem Konzert in Frankfurt mit „Odd Look“, während David Guetta, Gaspard Augé, A-Trak und weitere Weggefährten persönliche Erinnerungen an den französischen Produzenten teilten.

The Weeknd erinnert in Frankfurt an Kavinsky

Bei seinem Konzert am 30. Juli im Frankfurter Deutsche Bank Park nahm The Weeknd Kavinskys Tod zum Anlass für einen besonderen Moment. Der kanadische Sänger spielte ihre gemeinsame Version von „Odd Look“ und sang Teile des Songs live mit. Der Auftritt fand nur einen Tag vor Kavinskys 51. Geburtstag statt. The Weeknd kündigte den Song als Würdigung des verstorbenen Produzenten an und bezeichnete ihn als außergewöhnliches Talent, Visionär und Legende.

Bereits nach Bekanntwerden des Todes hatte der Sänger erklärt, die Nachricht breche ihm das Herz. Kavinsky sei „eine Inspiration für so viele Menschen, auch für mich“ gewesen. Er werde dessen Namen und Musik weiterhin ehren, schrieb The Weeknd. Die beiden Musiker hatten 2013 für eine neue Version von „Odd Look“ zusammengearbeitet. Der ursprüngliche Track war auf Kavinskys Debütalbum „OutRun“ erschienen und wurde für die gemeinsame Fassung um den Gesang von The Weeknd ergänzt.

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David Guetta würdigt Kavinskys unverwechselbaren Sound

Auch David Guetta verabschiedete sich mit persönlichen Worten. Er bezeichnete Kavinsky als „wahre Ikone der französischen elektronischen Musik“ und erinnerte an einen Künstler, der einen vollständig eigenen Sound geschaffen habe. Kavinskys Musik werde weiterhin Menschen inspirieren, schrieb Guetta. Zugleich hob er die Freundlichkeit und Bodenständigkeit des Produzenten hervor.

Gaspard Augé, eine Hälfte des französischen Duos Justice, richtete einen kurzen Abschiedsgruß an seinen langjährigen Freund. A-Trak erinnerte sich an Kavinsky als den „lustigsten Menschen, den ich je getroffen habe“. Sébastien Tellier beschrieb ihn als einmalige Persönlichkeit, die gleichzeitig urkomisch und tief bewegend gewesen sei. Seine meisterhafte Musik werde bleiben.

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Der „verrückte Onkel“ der französischen Electro-Szene

Obwohl Kavinsky nie selbst Musik bei Ed Banger Records veröffentlichte, gehörte er eng zum Umfeld des Pariser Labels. Er arbeitete unter anderem mit Justice, SebastiAn, Mr. Oizo und dem 2011 verstorbenen DJ Mehdi zusammen. Ed-Banger-Gründer Pedro Winter beschrieb Kavinsky als eine Art verrückten Onkel der Szene: lauter als alle anderen, unberechenbar und häufig der lustigste Mensch im Raum. In diesem Umfeld hatte Vincent Belorgey, wie Kavinsky mit bürgerlichem Namen hieß, einen besonderen Platz.

Die Erinnerungen seiner Weggefährten zeigen damit eine Seite, die hinter seiner düsteren Kunstfigur leicht verschwand. Kavinsky inszenierte sich musikalisch als untoter Fahrer eines roten Ferrari Testarossa, der aus den 1980er-Jahren zurückkehrt. Für seine Freunde war er jedoch vor allem eine außergewöhnlich humorvolle und warmherzige Persönlichkeit.

Frankreich nimmt Abschied

Auch außerhalb der Musikszene löste Kavinskys Tod große Anteilnahme aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron würdigte ihn als „französischen Stolz für immer“. Kulturministerin Catherine Pégard erklärte, Frankreich habe eine seiner eigenständigsten musikalischen Stimmen verloren. Kavinskys gleichzeitig tanzbare und nostalgische Musik werde Generationen und Landesgrenzen überdauern.

Angèle, die „Nightcall“ 2024 gemeinsam mit Kavinsky und Phoenix bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Paris aufgeführt hatte, sprach von „unermesslicher Trauer“. Sie dankte ihm für den unvergesslichen gemeinsamen Bühnenmoment und die anschließende Zusammenarbeit.

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Todesursache weiterhin nicht bestätigt

Kavinsky wurde am Dienstagabend, 28. Juli, tot in seiner Pariser Wohnung gefunden. Er wurde 50 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, um die genaue Todesursache zu klären. Verdächtige Hinweise am Fundort wurden nach Angaben der Behörden nicht entdeckt. Berichte über einen möglichen Schlaganfall sind bislang nicht offiziell bestätigt. Weitere Details zu Kavinskys Tod und seiner musikalischen Laufbahn findet ihr in unserem Nachruf vom 29. Juli.

Die zahlreichen Reaktionen machen deutlich, dass Kavinskys Bedeutung weit über „Nightcall“ hinausging. Für The Weeknd war er eine musikalische Inspiration, für Guetta ein Künstler mit unverwechselbarem Sound und für seine Pariser Weggefährten ein enger Freund, dessen Humor ebenso einzigartig war wie seine Musik.

Fotocredit: Aaron.etendardKavinsky (© Marcus Herring)CC BY-SA 4.0

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de