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40 Minuten früher Schluss: Streit um John Summits Set eskaliert

40 Minuten früher Schluss: Streit um John Summits Set eskaliert

John Summits Auftritt in Buenos Aires endete gegen 5:20 Uhr – und damit 40 Minuten früher, als viele Besucher erwartet hatten. Während Fans von einem angekündigten dreistündigen Set sprechen, erklärt der DJ, bereits länger als üblich gespielt zu haben und direkt zum nächsten Flughafen gefahren zu sein. Inzwischen berichtet er von Hassnachrichten und Aufforderungen zum Suizid.

Um 5:20 Uhr ist plötzlich Schluss

Am 12. September spielte John Summit im Mandarine Tent in Buenos Aires. Neben ihm standen unter anderem LP Giobbi und Najles im Line-up des von PM Open Air veranstalteten Abends. Nach Angaben mehrerer Besucher sollte John Summit gegen 3 Uhr beginnen und bis 6 Uhr spielen. Als die Musik bereits gegen 5:20 Uhr verstummte, hatte er rund zwei Stunden und 20 Minuten hinter den Decks gestanden. Eine Erklärung vor Ort soll es zunächst nicht gegeben haben.

In den sozialen Netzwerken machte sich deshalb schnell Frust breit. Einige Fans hatten ihre Rückfahrt auf das angekündigte Ende um 6 Uhr abgestimmt und standen anschließend früher als erwartet vor dem Gelände. Andere betonten dagegen, das Set sei stark gewesen und der Ärger richte sich vor allem gegen die Kommunikation. Öffentlich auffindbare Veranstaltungsseiten bestätigen den Termin und John Summit als Headliner. Ob mit ihm tatsächlich ein persönliches Drei-Stunden-Set vereinbart war oder lediglich das Ende der gesamten Veranstaltung für 6 Uhr kommuniziert wurde, geht daraus jedoch nicht eindeutig hervor.

John Summit kontert: Dann hätte es einen Closing-DJ gebraucht

John Summit meldete sich wenig später selbst in einer Diskussion auf Reddit zu Wort. Er bezeichnete den Auftritt als längstes Set seiner aktuellen Tour und erklärte, direkt im Anschluss zum Flughafen gefahren zu sein. Bereits am folgenden Abend stand der nächste Auftritt in Rio de Janeiro an. Falls die Party länger dauern sollte, hätte der Veranstalter nach seiner Meinung einen weiteren DJ für das Closing buchen müssen. Er habe sein Bestes gegeben, sei zu diesem Zeitpunkt aber schlicht erschöpft gewesen.

Ein Blick auf den Tourplan zeigt tatsächlich sein enges Programm: Am 10. September spielte John Summit in Bogotá, einen Tag später in São Paulo, anschließend in Buenos Aires und am 13. September in Rio de Janeiro. Vier Shows an vier aufeinanderfolgenden Tagen in drei Ländern.

Erst wenige Wochen zuvor hatte der US-Amerikaner seine noch ausstehenden Festivalauftritte im August abgesagt (wir berichteten). Damals erklärte er, eine Pause zu benötigen, um seine Batterien wieder aufzuladen und sich auf die kommenden Termine vorzubereiten.

Aus der Kritik wird blanker Hass

In einem weiteren Statement sprach John Summit ausführlicher über die Schattenseiten seines Tourlebens. So glamourös das Reisen nach außen wirken könne, bedeuteten die ständigen Flüge, wenig Schlaf und die lange Zeit fern von zu Hause auch eine erhebliche mentale Belastung. Den Fans in Bogotá, São Paulo und Rio dankte er für ihre Unterstützung. Auch in Argentinien habe es viele Menschen gegeben, die wegen der Musik gekommen seien und ihm einen großartigen Abend bereitet hätten.

Ein Teil der anschließenden Reaktionen ging nach seinen Angaben jedoch weit über normale Kritik hinaus. John Summit berichtet von Nachrichten, in denen er dazu aufgefordert worden sei, sich das Leben zu nehmen – weil er zwei Stunden und 20 Minuten statt der erwarteten drei Stunden gespielt hatte. Die übliche Länge seiner Shows betrage rund zwei Stunden. Die Kritik an der Kommunikation rund um den Abend ist legitim. Aufforderungen zum Suizid sind es nicht.

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Die wichtigste Antwort bleibt der Veranstalter schuldig

Bislang hat der Veranstalter nicht öffentlich klargestellt, welche Set-Time mit John Summit tatsächlich vereinbart war. Deshalb lässt sich auch nicht abschließend beurteilen, wer für die fehlenden 40 Minuten verantwortlich ist. Wurde ausdrücklich ein dreistündiges John-Summit-Set beworben, müssen sich die Veranstalter fragen lassen, warum es nicht eingehalten wurde. War der DJ dagegen lediglich für seine üblichen zwei Stunden gebucht, hätte ein weiterer Act den Abend bis zum angekündigten Ende fortsetzen können.

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John Summit einfach zu unterstellen, er habe seinen Auftritt eigenmächtig abgebrochen, greift nach aktuellem Stand zu kurz. Übrig bleibt vor allem eine vermeidbare Kommunikationspanne, aus der innerhalb weniger Stunden ein international diskutierter Streit wurde.

Fotocredit: Philipp Mathes

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de