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Lilly Palmer: „Es wären viele über mein privates Ich überrascht“

DJ Mag Redaktion

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Lilly Palmer: „Es wären viele über mein privates Ich überrascht“

Unsere Redakteurin Marie hat die aufstrebende Techno-Künstlerin Lilly Palmer beim Electric Love Festival in Salzburg zum Interview getroffen und mit ihr über ihre neuen Tracks, die Zukunft der Techno-Szene sowie ihre ganz private Seite gesprochen.

Lilly Palmer im DJ Mag Germany Interview

Lilly, du kommst gerade von der Bühne. Wie geht’s dir?

Lilly: Gerade bin ich einfach nur happy. Ich hatte zwar zwei Gigs hintereinander und ich fühle mich etwas erledigt, aber ich bin fit und gerade geht es für mich richtig ab. Momentan habe ich zwischen 15 und 20 Gigs im Monat.

Deine vergangenen Monate waren auch gar nicht mal so erfolglos. „We Control“ war wochenlang auf der Nummer eins bei Beatport. Wie stolz bist du?

Lilly: Ich hatte den Track schon 2021 gespielt – ganz lange, bevor er eigentlich herausgekommen ist. Bei den Festivals, wo ich ihn gespielt habe, habe ich gemerkt, da geht was! Vor lauter Freude habe ich sogar meinem Freund und Verlobten, Egbert, davon erzählt. Mit ihm zusammen habe ich den Track produziert. Ich habe erwartet, dass der Song groß wird, aber dann doch nicht so groß.

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Gewöhnt man sich eigentlich schnell an so einen Erfolg?

Lilly: Ja klar gewöhnt man sich daran. Die ersten zwei Wochen des Hypes waren echt krass für mich und dann ist es eigentlich normal, dass man die Nummer eins ist (lacht).

Du bist eine aufstrebende Künstlerin – in manchen Bereichen gibt es auch Missgunst. Wie ist das bei dir? Musst du oft die Krallen ausfahren, weil Leute neidisch sind und dir nichts gönnen?

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Lilly: Auf jeden Fall. Im Moment flacht das gerade wieder ab, aber ich habe richtig viel Hate abbekommen. Gerade als mein Social Media so explodiert ist. Es kamen viele bei mir an, die einfach nicht geglaubt haben, dass ich so erfolgreich bin. Manche haben mir sogar unterstellt, ich hätte Follower auf Instagram gekauft oder könne gar nicht auflegen.

Geht dir so ein negatives Feedback nahe?

Lilly: Nein, das geht da rein und da wieder raus. Der Erfolg spricht für mich. Allerdings macht es mir schon etwas aus, wenn Hate von Kollegen aus der Szene lautstark wird. Manchmal kommt das dann „von hinten rum“ oder sogar direkt. Mit Letzterem kann ich gut umgehen. Ich hatte schon einige Diskussionen mit anderen DJs und bin durch eine anstrengende Zeit gegangen. Aber das gehört auch zum Job dazu. Gott sei Dank, habe ich ein gutes Umfeld – mein Manager, mein Booker und mein Freund unterstützen mich total.

Bei so einem mentalen Stress ist es umso wichtiger, dass du runterkommst. Du magst das Meer, das habe ich auf deinem Instagram gesehen. Ist das dein „happy place“?

Lilly: Ich bin aus Zürich, von den Bergen ans Meer nach Holland gezogen. Ich gehe dort gerne Surfen und Kitesurfen. Man denkt ja, ich bin ein absolut extrovertierter Mensch, aber ich brauche auch meine Ruhe. Vor allem nach diesem ganzen Halligalli am Wochenende. Ich bin so froh, wenn ich drei oder vier Tage einfach nur zu Hause bin und niemanden sehe, außer meinen Freund und meine Katze.

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Jetzt bin ich neugierig geworden: Wie unterscheidet sich die private Lilly von der Lilly auf der Bühne?

Lilly: Ich glaube, es wären tatsächlich viele überrascht, wenn sie wüssten, wie ich privat bin. Ich wirke manchmal vielleicht etwas zurückhaltend, aber eigentlich bin ich ziemlich kindisch, wild und mache viel Scheiß (lacht).

Weg von deinem „Crazy-Ich“ und zurück zur Musik. Was wünschst du dir für die Zukunft von Techno?

Lilly: Das ist eine große Frage. Aber ich glaube, es wäre wichtig, wenn es in den Clubs und auf den Festivals weniger Handys gäbe und sich die Menschen mehr aufs Raven konzentrieren. In manchen Ländern, wo ich aufgelegt habe, sind die Partygäste nur am Telefon gehangen. Sogar beim Drop wurde nur gefilmt. Das ist wirklich süß und ein Kompliment, aber manchmal bin ich dann diejenige, die am meisten tanzt. Das ist nicht gut für die Partystimmung.

Was ist dir für die Zukunft noch wichtig?

Lilly: Ich fände es für die Techno-Szene wichtig, dass es immer Veränderungen gibt. Neue Produzenten, neue Genres. Ich hoffe, dass die Pandemie da nicht zu viel kaputt gemacht hat.

Wie meinst du das?

Lilly: Die Pandemie war einfach frustrierend, auch für mich. Es war schwierig, etwas Neues zu schaffen. Ich hoffe einfach, dass wir so etwas in der Szene nicht mehr erleben müssen.

Du hast gesagt, dass du etwas Neues geschaffen hast? Wann bekommen wir was zu hören?

Lilly: Wir sind gerade dabei, eine EP zu finalisieren. Im August kommt eine Single von mir auf meinem Label Spannung. Die habe ich auch auf dem Electric Love Festival gespielt. Da ist viel Acid dabei und sie ist richtig energetisch.

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Lilly, danke dir für das Interview und viel Erfolg weiterhin!

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