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Krewella sind zurück: „Peak“ räumt mit dem Mythos vom großen Erfolg auf

Krewella sind zurück: „Peak“ räumt mit dem Mythos vom großen Erfolg auf

Vier Jahre nach „The Body Never Lies“ veröffentlichen Krewella ihr viertes Studioalbum. Auf „Peak“ blicken Jahan Yousaf und Yasmine Yousaf auf die vermeintlichen Höhepunkte ihrer Karriere und fragen sich, warum die Jagd nach dem nächsten Erfolg eigentlich nie aufhört.

Der Gipfel, den es nie gab

Wer die Geschichte von Krewella nur anhand von Zahlen erzählt, landet ziemlich schnell bei ihrem vermeintlichen Höhepunkt. 2012 gelang den Schwestern mit der selbst veröffentlichten EP „Play Hard“ der Durchbruch. Ein Jahr später stieg ihr Debütalbum „Get Wet“ bis auf Platz acht der US-amerikanischen Albumcharts, während „Alive“ zum millionenfach verkauften Hit wurde. Von außen sah es aus, als würde es für das Duo nur noch nach oben gehen.

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Für Jahan Yousaf und Yasmine Yousaf fühlte sich diese Zeit allerdings nicht immer so an. Einige ihrer größten Erfolge fielen mit persönlichen Tiefpunkten zusammen. Umgekehrt wurden ausgerechnet die ruhigeren Jahre abseits des großen Rampenlichts zu einer Phase, in der sie ihrer Musik und sich selbst wieder näherkamen.

Deshalb ist „Peak“ auch kein Album über einen erreichten Gipfel. Krewella verabschieden sich vielmehr von der Vorstellung, dass es diesen einen Moment im Leben überhaupt gibt. Kaum ist ein Ziel erreicht, wartet schon das nächste. Erfolge verlieren ihren Glanz, Rückschläge bekommen im Nachhinein plötzlich einen Sinn und die Welt dreht sich trotzdem immer schneller weiter.

Von Pop-Melodien bis zu ihren Dubstep-Wurzeln

Musikalisch bleibt „Peak“ genauso beweglich wie sein Thema. Die zwölf Tracks legen sich nicht auf einen einzigen Sound fest und wechseln immer wieder zwischen großen Melodien, verletzlichen Momenten und deutlich härteren Produktionen.

„press play“ und „the blueprint“ zeigen die zugänglichere, poppigere Seite von Krewella. Auf „Hear Me Now“ und „TILL IT HITS!“ wird es dagegen rauer. Hier erinnern die Schwestern an die Wucht, mit der sie zu Beginn ihrer Karriere bekannt wurden. „Crying On The Dancefloor“ und „Something Sacred“ führen das Album wiederum in Richtung melodischen Techno.

Im Mittelpunkt steht der Titeltrack „PEAK“. Darin geht es um das Gefühl, mit einer immer schnelleren Welt nicht mehr mithalten zu können. Die Musik klingt dazu erstaunlich hell und euphorisch. Genau diese Gegensätze ziehen sich durch das gesamte Album: Erschöpfung trifft auf Aufbruch, Verzweiflung auf den nächsten großen Refrain.

Wer Krewella noch immer vor allem mit „Alive“ verbindet, wird die emotionale Direktheit wiedererkennen. Gleichzeitig hört man, wie weit sich das Duo seit „Get Wet“ musikalisch bewegt hat.

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Elektroschrott statt Hochglanz

Auch das Cover und weitere begleitende Inhalte greifen die Gedanken hinter dem Album auf. Fotografiert wurden Krewella in einem Recyclingbetrieb für Elektroschrott, umgeben von ausrangierten Computern, Festplatten und anderer Technik. Zwischen den Geräten wachsen Efeu und Blumen.

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Viele dieser alten Geräte haben einmal Fotos, Gespräche, Musik und persönliche Erinnerungen gespeichert. Nun stehen sie nutzlos in einem Regal. Für zwei Künstlerinnen, deren Arbeit größtenteils auf Laptops und in digitalen Dateien entsteht, ist das ein ziemlich passendes Bild für die Vergänglichkeit der eigenen Arbeit.

Damit landet „Peak“ schließlich auch bei künstlicher Intelligenz. Krewella stellen die Frage, warum Menschen überhaupt noch Musik erschaffen sollen, wenn immer mehr Inhalte in kürzester Zeit maschinell produziert werden können. Ihre Antwort fällt sehr persönlich aus: Sie machen weiter, weil Musik sie intensiver fühlen lässt – Freude genauso wie Verständnis und Schmerz.

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„Peak“ ist seit dem 4. September über das eigene Label Mixed Kids Records auf allen bekannten Plattformen erhältlich.

Fotocredit: Press Pic/Lauren Dunn

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de