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Keine neuen Clubs mehr auf Ibiza? Insel plant historischen Lizenzstopp

Keine neuen Clubs mehr auf Ibiza? Insel plant historischen Lizenzstopp

Ibiza will die weitere Ausbreitung seines Nachtlebens stoppen. Im neuen Tourismusplan PIAT soll festgeschrieben werden, dass künftig keine zusätzlichen Lizenzen für Clubs und andere Nachtbetriebe mehr vergeben werden. Unterstützung kommt ausgerechnet von der lokalen Clubbranche.

Ibiza hält sein Nachtleben für groß genug

Amnesia, Pacha, Hï, Ushuaïa , DC-10, Eden, Es Paradis und seit 2025 auch das [UNVRS]: An großen Clubs mangelt es Ibiza nicht. Geht es nach dem Inselrat, sollen vorerst auch keine weiteren hinzukommen.

Mariano Juan, Vizepräsident des Consell d’Eivissa, kündigte an, die Vergabe neuer Lizenzen für Nachtbetriebe im kommenden Plan de Intervención en Ámbitos Turísticos, kurz PIAT, zu untersagen. Der Tourismusplan befindet sich derzeit noch in der Ausarbeitung. Die geplante Regelung soll das bestehende Nachtleben gewissermaßen einfrieren. In bestimmten Regionen der Insel gebe es bereits ein ausreichendes Angebot, weshalb keine weiteren Genehmigungen notwendig seien, erklärte Juan während einer Sitzung des Inselrats. Bestehende Clubs wären von der Maßnahme nicht betroffen. Auch die Übernahme eines bereits vorhandenen Betriebs soll weiterhin möglich bleiben. Verhindert werden soll dagegen, dass das Angebot durch zusätzliche Nachtclubs immer weiter wächst.

Selbst die Clubbranche unterstützt den Lizenzstopp

Überraschend ist vor allem, dass der geplante Schritt offenbar mit Teilen der lokalen Nachtlebenbranche abgestimmt ist. Der Verband Ocio de Ibiza bezeichnete die Entscheidung als mutig und grundsätzlich positiv – kritisierte allerdings, dass sie rund zehn Jahre zu spät komme. Bereits 2015 habe der Verband ein Moratorium für neue Lizenzen vorgeschlagen. Damals sei die Forderung aus politischen Gründen abgelehnt worden. Inzwischen gebe es auf der Insel ein Überangebot an Clubs und verwandten Betrieben, erklärt Verbandssprecher José Luis Benítez.

Nach Ansicht des Verbands müsste die Diskussion deshalb sogar noch weiter gehen. Auch bei Restaurants, Musikbars und Beachclubs sei eine stärkere Regulierung notwendig. Hintergrund ist unter anderem der Vorwurf, dass manche Hotels und Gastronomiebetriebe Veranstaltungen anbieten, die faktisch mit klassischen Clubs konkurrieren, ohne unter denselben Voraussetzungen zu arbeiten.

Schutz der Insel oder Schutz vor neuer Konkurrenz?

Die Maßnahme ist Teil einer größeren Debatte über Ibizas zukünftiges Tourismusmodell. Seit Jahren diskutiert die Insel über Übertourismus, illegale Partys, Lärmbelastung und das Verhältnis zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Alltag der Bevölkerung. Ein Stopp neuer Lizenzen könnte den weiteren Ausbau des Nachtlebens begrenzen und damit zumindest einen Teil des Drucks von der Insel nehmen. Gleichzeitig würde er den bestehenden Clubs eine außergewöhnlich starke Position sichern: Wer künftig in den Markt einsteigen will, müsste einen bereits zugelassenen Betrieb übernehmen.

Noch ist der Lizenzstopp allerdings nicht in Kraft. Erst mit dem Abschluss und der Verabschiedung des PIAT wird feststehen, wie weit das Verbot tatsächlich reicht und welche Betriebe darunterfallen.

Klar ist schon jetzt: Ibiza will seine weltberühmte Clubkultur nicht abschaffen. Die Insel scheint aber zu dem Schluss gekommen zu sein, dass sie keine weiteren Clubs mehr braucht.

Fotocredit: Raymond Petrik

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