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Karriere-Update: Was machen eigentlich DVBBS?

Karriere-Update: Was machen eigentlich DVBBS?

DVBBS gehörten in den 2010ern zu den auffälligsten Namen der großen EDM-Welle. Mit Tracks wie „Tsunami“, „Gold Skies“ und „We Were Young“ standen die kanadischen Brüder für einen Sound, der nach Festival-Sommer, Mainstage-Euphorie und sehr viel Hände-in-die-Luft-Moment klang. Zuletzt wurde es um das Duo spürbar ruhiger. Jetzt arbeiten DVBBS an einem neuen Album und kündigen ausgerechnet eine Rückkehr zu jenem Sound an, mit dem viele Fans sie bis heute verbinden.

Vom Big-Room-Hype zur Festival-Erinnerung

Wer Anfang der 2010er elektronische Musik verfolgt hat, kam an DVBBS kaum vorbei. Christopher und Alexandre van den Hoef trafen mit ihrem Sound ziemlich genau den Nerv einer Zeit, in der EDM weltweit explodierte. „Tsunami“, die gemeinsame Single mit Borgeous, wurde 2013 zu einem dieser Tracks, die auf Festivalgeländen kaum zu überhören waren. Kurz darauf folgten Songs wie „Stampede“, „Raveology“, „Gold Skies“ und „We Were Young“.

Gerade „Gold Skies“, gemeinsam mit Sander van Doorn, Martin Garrix und Aleesia, steht bis heute für eine bestimmte EDM-Ästhetik: große Melodien, klare Vocals, breite Drops und dieses Gefühl, dass ein Track nicht nur für den Club, sondern für den Sonnenuntergang vor der Mainstage gebaut wurde. DVBBS waren damals nicht nur Teil dieser Welle, sie prägten ihren Sound sichtbar mit.

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Auch im DJ Mag Top 100 DJs Voting waren DVBBS über Jahre vertreten. 2020 landete das Duo noch auf Platz 55. Danach verschob sich die Wahrnehmung. Die ganz großen Festival-Schlagzeilen wurden seltener, andere Sounds rückten nach vorne, die EDM-Landschaft veränderte sich. DVBBS veröffentlichten weiter Musik, standen aber nicht mehr so deutlich im Zentrum der globalen Mainstage-Erzählung wie in ihrer Hochphase.

Neues Album soll an die frühe Ära anknüpfen

Genau deshalb ist die Ankündigung des neuen Albums spannend. In einem Video erklärten DVBBS im März, dass sie offiziell mit der Arbeit an einem neuen Album begonnen hätten. Zwei Wochen lang waren sie täglich im Studio, um an neuer Musik zu arbeiten. Besonders auffällig war jedoch ein anderer Satz: Das Album sei für all jene gedacht, die DVBBS seit den frühen Tagen begleiten und Songs wie „Gold Skies“ und „We Were Young“ lieben.

Sie sprechen nicht von einem kompletten Neustart, sondern von einer Rückkehr zu einem Gefühl, das viele Fans mit ihrer erfolgreichsten Phase verbinden. Auch der Hinweis, dass sie wieder selbst auf ihren Tracks singen werden, passt in dieses Bild. Es geht offenbar nicht nur um Drops, sondern wieder stärker um Songs, Melodien und Wiedererkennbarkeit.

Ob daraus tatsächlich ein großes Comeback wird, bleibt abzuwarten. Dafür ist es noch zu früh. Als Karriere-Moment ist die Ansage jedoch spannend, weil DVBBS damit bewusst an einen Sound andocken, der aktuell bei vielen Fans eine nostalgische Wirkung entfaltet. Die frühen 2010er sind nämlich längst nicht mehr nur Vergangenheit, sondern tauchen in Sets, Edits und Social-Media-Clips immer wieder als Sehnsuchtsort auf.

Die neuen Singles „Stay Tonight“ und „Runaway“

In der Vergangenheit gab es einige neue Musik, zuletzt am 24. April. Ob diese jedoch zum neuen Album gehört, ist ungewiss. An diesem Tag erschien „Stay Tonight“, eine gemeinsame Single mit Jakk Rinse. Der Track bewegt sich klar im House-Bereich, setzt auf eine eingängige Vocal-Line und ist deutlich kompakter als die großen Big-Room-Entwürfe der frühen DVBBS-Jahre. Trotzdem liegt darin etwas, das zur aktuellen Phase passt: weniger brachiale Festival-Geste, mehr Songgefühl, mehr Nähe zur melodischen Seite ihres Sounds.

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Ebenfalls am 24. April erschien „Runaway” mit Naarly und Oliver Rio. Auch hier geht es weniger um maximalen Druck als um einen zugänglichen Dance-Entwurf mit Sommerstimmung. Der Track klingt nicht wie ein plumper Versuch, „Tsunami” noch einmal zu schreiben. Er wirkt eher wie ein Baustein in einer Phase, in der DVBBS ihre alte DNA wiederentdecken, ohne in die Vergangenheit zurückzufallen.

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Was bleibt von DVBBS?

DVBBS sind nicht verschwunden. Sie sind jedoch ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich die Sichtbarkeit in der elektronischen Musikszene verändern kann. Ein Act kann Hits, Festivalmomente und Top-100-Platzierungen vorweisen und wird ein paar Jahre später dennoch eher als Name aus einer bestimmten Ära wahrgenommen. Das neue Album könnte daran etwas ändern. Nicht zwingend, weil DVBBS noch einmal exakt dort landen müssen, wo sie 2013 oder 2014 standen. Sondern weil sie offen formulieren, was viele Fans ohnehin mit ihnen verbinden: große Melodien, emotionale Vocals und ein Sound, der nach Festival-Erinnerungen klingt.

Vielleicht ist genau das ihr stärkster Ansatz. Nicht den alten Hype kopieren, sondern die eigene Handschrift wieder ernst nehmen. Wenn DVBBS diesen Bogen sauber hinbekommen, könnte ihr neues Kapitel mehr werden als nur ein nostalgischer Blick zurück.

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Fotocredit: Press Pic

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