Ein Instagram-Account, der sich als ehemaliger US-Partner von Steer Management bezeichnet, verbreitet derzeit schwere, bislang nicht verifizierte Behauptungen gegen mehrere Hard-Techno-Artists. Die Vorwürfe ziehen bereits erste öffentliche Reaktionen nach sich – und setzen eine Szene unter Druck, die gerade erst beginnt, das Ausmaß zu begreifen.
„Steer Files“ sorgen für Aufruhr in der Hard-Techno-Szene
Seit einigen Tagen kursieren Vorwürfe eines ehemaligen US-Partners der französischen Management-Agentur Steer. Auf Instagram verbreitet er in zahlreichen Postings schwerwiegende Behauptungen gegen mehrere Artists, bis hin zu Vorwürfen sexualisierter Übergriffe. Unabhängig verifizieren lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
Der Betreiber schreibt auf seinem Instagram-Account „bradnolimit“ wörtlich: „As the stories will expire – I will post them permanently. If you have a voice, if you have a testimony and you remain silent – you are almost as bad as these monsters who have been making sexual abuse a lifestyle.“
Hunderte Storys und Screenshots wurden auf dem Profil seitdem veröffentlicht, zum großen Teil ungefiltert – und vor allem ohne Trigger-Warnung. Zeitweise wurden im Minuten-Takt Screenshots von Nachrichten gezeigt, in denen Menschen Erfahrungen mit entsprechenden DJs schildern, die die Anschuldigungen des ehemaligen Partners unterstreichen sollen.
Inzwischen gibt es erste öffentliche Reaktionen: Einer der in den Posts erwähnten Artists, Shlømo, weist die Darstellungen zurück, spricht von einer Diffamierungskampagne auf Basis falscher Informationen, kündigt rechtliche Schritte an und erklärt, sich für die kommenden Wochen zurückzuziehen.
Die französische Agentur Steer hat zudem inzwischen Konsequenzen walten lassen und erklärt, die Zusammenarbeit mit den betroffenen Artists vorerst auszusetzen. Die entsprechenden Namen waren zum Zeitpunkt unserer Veröffentlichung nicht mehr auf der Steer-Website gelistet. Zugleich betont die Agentur, keine Ermittlungsbehörde zu sein, prüfe die ihr vorliegenden Informationen aber intern und wolle sich erneut äußern, sobald zusätzliche Fakten vorliegen.
Welche Auswirkungen die Anschuldigungen auf kommende Bookings haben, ist noch unklar. Bei zahlreichen deutschen Festivals stehen betreffende Künstler in dieser Saison im Line-up.
Fotocredit: Maurício Mascaro

Autor
Katrin Fuhrmann
CEO & Founder




