Seit Tagen verbreitet ein Instagram-Account, der angibt, ein ehemaliger US-Partner von Steer Management zu sein, schwere Anschuldigungen gegen mehrere Hard-Techno-Künstler. Diese Angaben lassen sich bislang nicht unabhängig verifizieren – trotzdem zieht die Debatte bereits spürbare Kreise: Erste Künstler und die Agentur selbst haben reagiert, Veranstalter passen ihre Line-ups an.
„Steer Files“ sorgen für Aufruhr in der Hard-Techno-Szene
Auslöser der aktuellen Eskalation ist der Instagram-Account „bradnolimit“. Der Betreiber gibt an, ein früherer US-Partner von Steer Management zu sein, und veröffentlicht mit hoher Frequenz Storys, Screenshots und Texte mit schweren Behauptungen über mehrere Personen aus der Szene. Der Wahrheitsgehalt dieser Veröffentlichungen lässt sich derzeit nicht unabhängig prüfen. In den Posts werden sehr unterschiedliche, teils schwerwiegende Vorwürfe erhoben: von grenzüberschreitendem Verhalten und unangemessener Kommunikation bis hin zu Vorwürfen sexualisierter Übergriffe und weiteren strafrechtlich relevanten Anschuldigungen.
Der Account kündigt zudem an, Inhalte dauerhaft zu sichern. Wörtlich schreibt der Betreiber: „As the stories will expire – I will post them permanently. If you have a voice, if you have a testimony and you remain silent – you are almost as bad as these monsters who have been making sexual abuse a lifestyle.“
Seitdem wurden auf dem Profil hunderte Storys und Screenshots gepostet – teils ungefiltert und ohne Triggerwarnung. Zeitweise zeigt der Account im Minutentakt Nachrichten und Aussagen, die er als Zeugnisse und Belege für seine Behauptungen präsentiert.
Erste Reaktionen: Shlømo weist Vorwürfe zurück
Inzwischen gibt es erste öffentliche Reaktionen der genannten Künstler. Shlømo weist die Darstellungen zurück, spricht von einer auf falschen Informationen basierenden Diffamierungskampagne, kündigt rechtliche Schritte an und erklärt, sich für die kommenden Wochen zurückzuziehen.
Steer Management setzt Zusammenarbeit aus
Auch Steer Management hat sich öffentlich positioniert. In einem Statement erklärt die Agentur, die Zusammenarbeit mit den involvierten Künstlern vorerst auszusetzen. Zugleich betont Steer, dass sie keine Ermittlungsbehörde sei, die vorliegenden Informationen jedoch intern prüfe und sich erneut äußern werde, sobald zusätzliche Fakten vorlägen. Zum Zeitpunkt unserer Veröffentlichung waren die entsprechenden Namen zudem nicht mehr im Talent-Bereich der Steer-Website gelistet.
Von Vorwürfen zu Folgen: Line-ups geraten in Bewegung
Was als Social-Media-Eskalation begann, hat längst Konsequenzen in der realen Welt. Mehrere Festivals, Promoter und Clubs haben bereits angekündigt, betroffene Acts bis zur Klärung aus ihren Line-ups zu nehmen oder ihre Auftritte zu streichen. Wie groß die Welle am Ende wird und welche Auswirkungen das auf kommende Bookings und die Saison hat, ist derzeit offen.
Parallel dazu verschiebt sich die Debatte: Neben der Frage nach einzelnen Fällen rücken zunehmend auch die Strukturen in den Fokus, beispielsweise Backstage-Zugänge, Awareness-Prozesse und verbindliche Standards bei Veranstaltern. Es geht nicht mehr nur darum, wer gebucht wird, sondern auch darum, welche Regeln und Schutzmechanismen hinter den Kulissen tatsächlich greifen.
Alle bestätigten Updates und Entwicklungen sammeln wir fortlaufend in unserem Liveticker:
Fotocredit: Maurício Mascaro

Autor
Katrin Fuhrmann
CEO & Founder




