Zum Hauptinhalt springen

Forever legit? Dann zeig, dass du dein Publikum kennst

DJ Mag Redaktion

DJ Mag Redaktion

· 3 Min. Lesezeit
Forever legit? Dann zeig, dass du dein Publikum kennst

*Bereitgestellt von vivenu | Das Reeperbahn Festival fragt 2026, was in der Musikbranche noch legitim ist. vivenu nimmt die Frage mit ins Ticketing und dreht sie in eine praktische: Was kann ein Veranstalter über sein Publikum eigentlich belegen? Panel und Reception am 16. September im Klubhaus St. Pauli.

Ein Gastbeitrag von vivenu

„Forever Legit?“ fragt das Reeperbahn Festival 2026 und meint damit die ganze Branche. Eine große Frage, und sie wird interessant, sobald man sie praktisch macht. Legitim ist heute nicht, wer die richtige Haltung behauptet. Legitim ist, wer Auskunft geben kann. Über sein Publikum, über seine Preise, über die Wirkung dessen, was er tut.

Genau da wird es im Live Entertainment spannend, denn die Ansprüche sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Fans wollen wiedererkannt werden. Sie erwarten, dass ein Veranstalter weiß, dass sie schon dreimal da waren. Sie vergleichen den Kaufprozess nicht mit anderen Veranstaltern, sondern mit allem anderen, was sie digital machen. Und sie entscheiden sich immer später. Wer früher acht Wochen vor der Show wusste, wie der Abend läuft, weiß es heute manchmal acht Tage vorher.

Auf der anderen Seite stehen Veranstalter, die genau das wissen wollen und oft nicht rankommen. Wie viele Gäste waren zum ersten Mal da. Wie viele kommen wieder. Welcher Preispunkt hat funktioniert und welcher war nur ein Rabatt. Die Informationen existieren, sie liegen nur verteilt: ein Teil im Ticketing, ein Teil im Newsletter-Tool, ein Teil im CRM, ein Teil im Kopf von jemandem, der seit zwölf Jahren dabei ist. Ein ausverkaufter Abend beweist, dass Tickets verkauft wurden. Über die Beziehung zum Publikum sagt er wenig.

Die Standardantwort der Branche darauf heißt gerade KI. Prognosen, Preisempfehlungen, Publikumssegmente auf Knopfdruck. Und hier liegt der Punkt, über den auf Panels erstaunlich selten geredet wird: In den meisten Fällen scheitert KI nicht am Modell, sondern daran, dass es nichts gibt, worauf sie aufsetzen kann. Im Ticketing bedeutet das: Derselbe Fan existiert dreimal unter drei Adressen. Ob jemand wiederkommt, steht in keinem Feld, weil es das Feld nicht gibt. Wer darauf ein Modell setzt, bekommt keine Erkenntnis, sondern eine sauber formatierte Vermutung.

Moritz Knabe, CEO und Founder von BYB Agency und BYB Labs, hat den letzten Technologiewandel der Branche aus der Nähe erlebt. Sein Punkt zur aktuellen Runde:

„Wir erleben gerade, dass sich technische Möglichkeiten schneller entwickeln, als Organisationen entscheiden können. Wer da mithalten will, muss die Distanz zwischen Idee und Umsetzung radikal verkürzen. Technisch bedeutet das, kleine Anwendungsfälle zu bauen, daraus zu lernen und dann zu skalieren, statt zwei Jahre an der großen Strategie zu feilen.“

Das ist der praktikable Weg, und er beginnt kleiner, als die meisten erwarten. Nicht immer mit einer Datenstrategie, sondern mit einer einzigen Frage, die ein Veranstalter über sein Publikum beantworten will, und mit der Arbeit, die nötig ist, damit die Antwort belastbar ist.

Genau darüber sprechen wir beim Reeperbahn Festival. Das Panel heißt No Data, No AI und behandelt die notwendige Vorarbeit: Wie aus einem gewöhnlichen Ticketkauf ein Kundenprofil wird, das zeigt, wer früh kauft, wer auf den Preis reagiert und wer wiederkommt. Was das für Marketing-Budgets bedeutet, wenn man zum ersten Mal weiß, welcher Kanal tatsächlich Wiederkäufer bringt. Und warum ein Veranstalter, der sein Publikum kennt, weniger raten muss, seine Preise erklären kann und die Beziehung zu seinen Fans direkt in der Hand hält.

Folge uns

Um keine News mehr zu verpassen

Das ist die praktische Version von legit. Nicht behaupten, sondern zeigen können.

Danach Getränke und Gespräche, in der Regel die vielleicht sogar noch interessantere Hälfte des Abends.

Wann: Mittwoch, 16. September 2026, 18:00 bis 21:00 Uhr
Wo: Klubhaus St. Pauli, 3. Stock, Spielbudenplatz, Hamburg
Anmeldung: Hier anmelden

DJ Mag Germany Logo
DJ Mag Redaktion

Autor

DJ Mag Redaktion