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Wenn der Dancefloor persönlich wird: Monoko veröffentlicht „Nightshift“

Wenn der Dancefloor persönlich wird: Monoko veröffentlicht „Nightshift“

Auf seiner neuen EP „Nightshift“ bringt Monoko Bewegung und Verletzlichkeit zusammen. Die fünf Tracks führen von warmen, hypnotischen Grooves über direkte Clubmomente bis zu einem beinahe schwerelosen Finale. Damit öffnet der Produzent sein Soundbild, ohne den emotionalen Kern seiner Musik aus den Augen zu verlieren.

Vom Hintergrund ins eigene Rampenlicht

Monoko ist ein belgisch-schwedischer Produzent und Komponist aus Brüssel. Lange arbeitete er vor allem hinter den Kulissen, inzwischen rückt er seine eigene künstlerische Handschrift immer stärker in den Mittelpunkt. Dass ausgerechnet ein ausgebildeter Bauingenieur musikalisch wenig von starren Konstruktionen hält, passt zu diesem Weg. Monoko arbeitet bewusst intuitiv und experimentell. Electronica, UK Garage, IDM, Breakbeats, Pop und Ambient bilden dabei keine klar voneinander getrennten Bereiche, sondern fließen immer wieder ineinander.

Sein Soloprojekt kommt mittlerweile auf mehr als 3,5 Millionen Spotify-Streams und erhielt unter anderem Unterstützung von Tsugi sowie redaktionellen Spotify-Playlists. 2025 baute Monoko auch seine Live-Präsenz aus: mit Shows im Vorprogramm von Stereoclip, gemeinsamen Sets mit Nico Morano und einer immersiven 360-Grad-Performance mit Reliefs Records. 2026 weitete Monoko auch sein musikalisches Umfeld weiter aus. Er steuerte einen Track zur Compilation „Anjunadeep 16“ bei; eine eigene EP für das renommierte Label ist bereits in Arbeit. Zudem entstanden neue Projekte mit heylucas, Obsimo und Inkko.

Mit „Nightshift“ beginnt nun das nächste Kapitel. Die am 28. August über sein eigenes Label Outside Records erschienene EP klingt alternativer, tanzbarer und stellenweise poppiger. Ein radikaler Bruch ist sie trotzdem nicht. Vielmehr erweitert Monoko seine musikalische Welt um neue Farben. Clubmusik und stille Momente stehen dabei nicht getrennt nebeneinander. Sie gehören zur gleichen Geschichte. Mal erinnern die fünf Tracks an die warmen, detailreichen Klangwelten von Four Tet oder Caribou, mal an die emotionale Direktheit von Jamie xx, Tourist oder Ross From Friends. Monoko übernimmt diese Einflüsse jedoch nicht einfach, sondern nutzt sie als Koordinaten für einen eigenen Sound zwischen Euphorie und Einkehr.

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„Dominoes“ lässt sich Zeit – und zahlt sie aus

Den Auftakt macht „Dominoes“, der deutlichste Vorbote dieser neuen Richtung. Der Track beginnt zurückhaltend und baut seine Spannung langsam auf. Ein geflüstertes „Ready“ zieht sich durch das Arrangement, während der Groove immer mehr Raum einnimmt. Als sich die angestaute Energie schließlich entlädt, wirkt der Drop nicht wie ein kalkulierter Höhepunkt, sondern wie echte Erleichterung. Genau darin liegt die Stärke des Tracks: „Dominoes“ will nicht möglichst schnell Wirkung erzielen, sondern nimmt sich die Zeit, die es dafür braucht.

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Mit „What I Know“ und „Thinkin’ Bout You (Always)“ waren zwei weitere Tracks der EP bereits vorab als Singles erschienen. Beide zeigen die zugänglichere Seite von „Nightshift“ und verbinden warme Grooves mit einem deutlich emotionalen Unterton. Unterstützung erhielten die Songs unter anderem von Tipik, Bruzz und Jam RTBF.

Wenn Bewegung und Zweifel aufeinandertreffen

Mit „When I Needed“ wird „Nightshift“ direkter. Der Track drängt entschlossener auf den Dancefloor, trägt unter seinem treibenden Rhythmus jedoch eine offene Verletzlichkeit. Die wiederkehrende Frage „Where were you when I needed you?“ gibt der Energie einen schmerzhaften Unterton. Monoko entscheidet sich dabei nicht zwischen Clubmoment und innerem Zweifel. Beides darf gleichzeitig existieren: der Wunsch, sich in der Musik zu verlieren, und das Gefühl, das einen selbst dort nicht loslässt.

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Zum Abschluss verändert der Titeltrack die Atmosphäre noch einmal vollständig. „Nightshift“ ist ruhig, weit und beinahe schwerelos. Nach den warmen Grooves und der wachsenden Energie der vorherigen Stücke bleibt plötzlich Raum zum Durchatmen. Kurze Vocals über den Mut zum Sprung und die beruhigende Zusage, dass alles gut wird, führen die EP behutsam zu Ende.

So entsteht aus fünf Tracks ein klarer Bogen: vom ersten Sog des Dancefloors bis zu jenem stillen Moment, in dem die Nacht langsam ausklingt. Monoko muss sich dabei nicht zwischen Bewegung und Gefühl entscheiden. „Nightshift“ funktioniert gerade deshalb, weil beides untrennbar miteinander verbunden bleibt.

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Fotocredit: Press Pic

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de