Ende einer EDM-Ära: Tiësto beendet Clublife nach 18 Jahren

Ende einer EDM-Ära: Tiësto beendet Clublife nach 18 Jahren

Mit Episode 978 hat Tiësto seine Radioshow „Clublife” eingestellt. Damit endet nach fast zwei Jahrzehnten eines der prägendsten Formate der EDM-Ära – und ein zentraler Seismograf für die Entwicklung elektronischer Musik.

Das Ende einer Institution

Kurz vor Ende des Jahres 2025 lief die letzte Ausgabe von Clublife. Seit dem Start im Jahr 2007 war die wöchentliche Sendung weit mehr als ein persönliches Sprachrohr: Clublife setzte Trends, öffnete Türen für neue Künstler und begleitete den Aufstieg elektronischer Musik von der Clubkultur bis hin zur globalen Festivalindustrie.

In der Abschiedsausgabe blickte Tiësto auf diese Entwicklung zurück. Stile hätten sich verändert, neue Künstlergenerationen seien entstanden und Festivals seien zu Großereignissen gewachsen. Der Ton war dankbar, reflektiert und ohne Drama. Kein abruptes Ende, sondern ein bewusst gesetzter Schlusspunkt.

„Im Laufe der Jahre haben sich die Stile verändert, elektronische Musik wurde größer denn je und Festivals entwickelten sich zu Großveranstaltungen. Ich bin so dankbar, dass ich immer noch auf der ganzen Welt auftreten und überall neue talentierte Künstler kennenlernen kann und dass ich diese unvergängliche, herzerwärmende Verbindung zum Publikum erleben darf.“

Tiësto

Die finale Episode versteht sich als musikalischer Rückblick. Es wurden Tracks gespielt, die ganze Phasen der Szene markiert haben, darunter „Levels“ von Avicii, „Clarity“ von Zedd, „Strobe“ von Deadmau5, „Language“ von Porter Robinson oder „Animals“ von Martin Garrix.

Über Jahre hinweg war die Show für viele Produzenten ein Sprungbrett. Nicht wenige Karrieren nahmen hier erstmals international Fahrt auf. In dieser Funktion war Clublife nie nur eine Radioshow, sondern ein strukturelles Element der elektronischen Szene.

Das Ende von Clublife bedeutet aber keinen Rückzug, sondern eine Neuausrichtung. Tiësto hat zuletzt deutlich gemacht, wohin die musikalische Reise geht: zurück zu tranceorientierten Sounds, weg vom reinen EDM-Formelbetrieb.

Fotocredit: Rukes


Franz Beschoner

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de