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Dolly Parton ist tot: Warum auch die Dance-Welt trauert

Dolly Parton ist tot: Warum auch die Dance-Welt trauert

Country-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Ihre Musik reichte weit über Nashville hinaus: Mit Galantis landete sie einen elektronischen Nummer-eins-Hit, während „Jolene“ immer wieder auf die Tanzfläche zurückkehrte.

Die Musikwelt verliert eine ihrer größten Songwriterinnen

Dolly Parton ist tot. Wie ihre Familie am Dienstag, 25. August, mitteilte, starb die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin im Alter von 80 Jahren. Weitere Einzelheiten zu ihrem Tod wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

Mit Songs wie „Jolene“, „9 to 5“ und „I Will Always Love You“ wurde Parton zu einer der größten Künstlerinnen der Country-Geschichte. Sie verkaufte weltweit mehr als 100 Millionen Tonträger, gewann elf Grammys und schrieb im Laufe ihres Lebens schätzungsweise 3000 Songs. Ihr musikalischer Einfluss endete allerdings nicht an den Grenzen Nashvilles. Dolly Parton hinterließ auch in der Dance-Welt Spuren – und das bereits lange bevor elektronische Produzenten begannen, ihre bekanntesten Songs neu aufzulegen.

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Dolly Parton stand schon 1978 in den Dance-Charts

Partons Verbindung zur Tanzfläche begann nicht erst im EDM-Zeitalter. Bereits 1978 erschien die Maxi-Single „Dance with Dolly“ mit Disco-Versionen von „Baby I’m Burnin’“ und „I Wanna Fall in Love“. Der Remix von „Baby I’m Burnin’“ erreichte anschließend Platz 15 der Billboard Dance Club Songs.

Auch „Potential New Boyfriend“ wurde 1983 als Extended Dance-Version veröffentlicht und schaffte es bis auf Platz 14. 1997 folgte ein umfangreiches Remix-Paket zu „Peace Train“, an dem unter anderem der New Yorker DJ Junior Vasquez beteiligt war. Der Song erreichte Platz 23 der amerikanischen Dance Club Songs.

Dolly Parton war damit schon Teil der Club-Charts, als Begriffe wie EDM noch keine Rolle spielten.

Mit Galantis an die Spitze der Dance-Charts

Ihre deutlichste Verbindung zur modernen elektronischen Musik entstand 2019. Gemeinsam mit Galantis und dem niederländischen Sänger Mr. Probz veröffentlichte Parton „Faith“. Der Song basiert auf John Hiatts Klassiker „Have a Little Faith in Me“, wurde von Galantis aber zu einer großen, euphorischen Dance-Pop-Nummer umgebaut. Die ungewöhnliche Zusammenarbeit zahlte sich aus: „Faith“ stieg auf Platz eins der Billboard Dance/Electronic Digital Song Sales ein. Für Dolly Parton war es der erste Nummer-eins-Hit in einem elektronischen Genre.

Parton nahm ihre Vocals persönlich in Nashville auf. Im offiziellen Musikvideo fährt sie einen liegen gebliebenen Bus und verwandelt die unfreiwillige Pause gemeinsam mit den Fahrgästen in eine kleine Tanzparty.

Galantis & Dolly Parton - Faith feat. Mr. Probz [Official Music Video]

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„Jolene“ wurde immer wieder für den Club neu erfunden

Kaum ein Song aus Partons Katalog wurde von elektronischen Produzenten so häufig aufgegriffen wie „Jolene“. Bereits 2014 fertigte der norwegische Produzent Todd Terje für ein Dolly-Parton-Tribute eine eigene Remix-Version des Klassikers an. Ein Jahr später veröffentlichte Ferreck Dawn seine House-Neuinterpretation von „Jolene“ über Spinnin’ Records. 2024 brachten POLTERGST, Blasterjaxx und ILSE den Song noch einmal als deutlich druckvollere elektronische Coverversion zurück.

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Die wichtigste offizielle Dance-Version stammt allerdings von Destructo. Der US-Produzent durfte 2021 mit Partons Originalaufnahme arbeiten und verwandelte „Jolene“ in einen Deep-House-Track. Parton bezeichnete das Ergebnis damals sogar als ihren liebsten Remix des Songs: Er bringe sie zum Tanzen.

Dabei muss man unterscheiden: Destructos Version ist ein offiziell autorisierter Remix mit Dolly Partons Originalstimme. Bei den Veröffentlichungen von Ferreck Dawn sowie POLTERGST, Blasterjaxx und ILSE handelt es sich dagegen um neu eingesungene elektronische Coverversionen.

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Auch Cheat Codes arbeiteten mit Dolly Parton

2023 kam eine weitere Zusammenarbeit mit einem bekannten Dance-Act hinzu. Für „Bets On Us“ holte das US-Trio Cheat Codes Dolly Parton auf sein genreübergreifendes Album „One Night in Nashville“. Musikalisch lehnte sich der Song zwar stärker an Country als an elektronische Clubmusik an. Die Zusammenarbeit zeigte aber erneut, wie selbstverständlich Parton mit Künstlern arbeitete, die aus einer völlig anderen musikalischen Welt kamen.

Dolly Parton war keine Dance-Künstlerin im klassischen Sinne. Sie brauchte dieses Etikett allerdings auch nicht. Ihre Songs waren stark genug, um als Disco-Maxi, House-Cover oder Festival-Version zu funktionieren. Mit „Faith“ erreichte sie schließlich sogar die Spitze eines elektronischen Billboard-Charts. Auch deshalb verliert die Dance-Welt mit ihr mehr als nur die Stimme hinter „Jolene“.

Fotocredit: Curtis Hilbun, Dolly Parton accepting Liseberg Applause Award 2010 portraitCC BY 3.0

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de