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Nach über 20 Jahren bekommt „Sandstorm“ einen neuen Remix – von Darude selbst

Nach über 20 Jahren bekommt „Sandstorm“ einen neuen Remix – von Darude selbst

Unzählige Produzenten haben sich an „Sandstorm“ versucht, jetzt hat Darude seinen größten Hit erstmals selbst neu interpretiert. Für den „Storm 25 Mix“ rekonstruierte er das Original bis ins kleinste Detail und baute es anschließend für heutige Festivalbühnen neu auf. Am 2. Oktober folgt eine ganze Remix-EP.

Eine Melodie, die kaum Fehler verzeiht

Manche Tracks lassen sich neu interpretieren, ohne dass dabei ihr eigentlicher Charakter verloren geht. Bei „Sandstorm“ ist das schwieriger. Die markante Leadmelodie und die darunterliegende Akkordfolge sind so eng mit dem Song verbunden, dass bereits kleine Veränderungen sofort auffallen. Trotzdem entstanden über die vergangenen Jahrzehnte Hunderte inoffizielle Edits, Bootlegs und Mashups. Einige wurden zu festen Bestandteilen großer Festivalsets, andere verschwanden ebenso schnell wieder, wie sie aufgetaucht waren. Eine offizielle Neuinterpretation von Darude selbst gab es bislang jedoch nicht. Genau das ändert sich mit „Sandstorm (Storm 25 Mix)“, der am 18. September über sein eigenes Label Vibing Out erschienen ist.

Auch Darude war sich bewusst, wie heikel der Eingriff in seinen bekanntesten Song werden könnte. Mehrere von ihm geschätzte Produzenten hätten ihm erklärt, dass ihnen das Original schlicht zu riskant zum Anfassen sei. Für ihn selbst war die Sache noch persönlicher. „Mit diesem Track hat für mich und meine Karriere alles begonnen“, erklärt der Finne zur Veröffentlichung.

Erst das Original nachbauen, dann neu anfangen

Der „Storm 25 Mix“ entstand ursprünglich als spezielle Live-Version für Darudes weltweite Jubiläumstour. Statt den bekannten Synthesizer einfach mit einem neuen Drop zu verbinden, ging der Produzent allerdings mehrere Schritte zurück. Zunächst rekonstruierte Darude das Original nach eigenen Angaben vollständig. Von der letzten Hi-Hat bis zu den charakteristischen Supersaw-Flächen baute er sämtliche Bestandteile so genau wie möglich nach. Erst anschließend begann er, die entscheidenden Sounds neu zu gestalten.

Die zentrale Melodie bleibt deshalb unangetastet. Rundherum erhält „Sandstorm“ jedoch deutlich mehr Druck für moderne Festivalbühnen. Der Drop verbindet Big-Room-Energie mit Einflüssen aus Melodic Techno, während im Breakdown neue orchestrale Texturen hinzukommen. Das Ergebnis soll den Klassiker nicht ersetzen oder radikal umdeuten. Darude überträgt den Track vielmehr in eine aktuelle Produktion, ohne den Moment zu verlieren, bei dem das Publikum bereits nach wenigen Sekunden weiß, was gleich passiert.

Darude - Sandstorm (Storm 25 Mix) [Vibing Out] - Live at EDC Las Vegas

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Die neue Version wurde lange vor ihrer Veröffentlichung vor Publikum getestet. Darude spielte sie unter anderem bei seiner STORM-25-Tour und beim EDC Las Vegas. Die Reaktionen während dieser Auftritte flossen nach seinen Angaben in die endgültige Fassung ein.

Komplette Remix-EP folgt im Oktober

Der „Storm 25 Mix“ bleibt nicht die einzige neue Version des Klassikers. Am 2. Oktober erscheint über Vibing Out die vollständige EP „Sandstorm: The Remixes“. Darauf sollen neben Darude auch SYREETA, ZANS, lau.ra, Mike Saint-Jules, VNSSA, Orion und Dimension ihre eigenen Neuinterpretationen beisteuern. Damit treffen auf der EP unter anderem House, Techno, Trance und Drum and Bass auf einen der bekanntesten Synthesizer-Riffs der elektronischen Musik. Gerade Dimension dürfte dabei für eine der spannendsten Versionen sorgen. Der britische Produzent gehört zu den größten Namen des aktuellen Drum-and-Bass-Booms und hat seinen Remix bereits in großen Festivalsets angespielt.

Darudes eigene Version bildet nun den Auftakt des Projekts. Sie setzt zugleich den Maßstab dafür, wie weit sich die übrigen Produzenten vom Original entfernen können, ohne dessen unverwechselbaren Kern zu verlieren.

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Vom Trance-Hit zum ewigen Internet-Meme

„Sandstorm“ erschien erstmals 1999 in Finnland und wurde im folgenden Jahr international veröffentlicht. In Deutschland erreichte der Instrumentaltrack Platz sechs der Singlecharts, in Großbritannien Platz drei. Seine zweite Karriere begann viele Jahre später im Internet. Wer in einem Video oder Livestream nach dem Namen eines unbekannten Songs fragte, bekam irgendwann beinahe reflexartig „Darude – Sandstorm“ als Antwort. Aus dem Trance-Klassiker wurde eines der langlebigsten Musik-Memes überhaupt.

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Gleichzeitig verschwand der Track nie wirklich aus Clubs, Festivals, Sportstadien und Videospielen. Nach Angaben von Darudes Team kommt „Sandstorm“ inzwischen auf mehr als eine Milliarde Streams. Das offizielle Musikvideo wurde bei YouTube über 320 Millionen Mal angesehen.

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach seiner Veröffentlichung braucht „Sandstorm“ deshalb kein klassisches Comeback. Der Song war nie wirklich weg. Der „Storm 25 Mix“ versucht auch nicht, diese ganze Geschichte neu zu schreiben. Er gibt ihr lediglich mehr Druck für das Jahr 2026 – und zeigt, wie vorsichtig selbst der ursprüngliche Schöpfer mit einer Melodie umgeht, die längst größer geworden ist als er selbst.

Fotocredit: Janita Autio/Press Pic

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Franz Beschoner

Autor

Franz Beschoner

Head of Editorial / franz@djmag.de