Die Tim Bergling Foundation hat in Stockholm eine politische Debatte zur mentalen Gesundheit junger Menschen mitorganisiert. In der Avicii Arena diskutierten Vertreter aller acht schwedischen Parlamentsparteien über Suizidprävention, Schulen, Social Media und lange Wartezeiten in der Jugendpsychiatrie.
Aviciis Vermächtnis erreicht Schwedens Politik
Die Tim Bergling Foundation hat in Schweden eine besondere Debatte zur mentalen Gesundheit junger Menschen mitorganisiert. Am 21. Mai kamen in der Avicii Arena in Stockholm Vertreter aller acht schwedischen Parlamentsparteien zusammen, um über eines der drängendsten gesellschaftlichen Themen des Landes zu sprechen.
Nach Angaben der Stiftung war es die erste Parteidebatte in Schweden, die sich vollständig auf die psychische Gesundheit junger Menschen konzentrierte. Beteiligt waren neben der Tim Bergling Foundation auch der Mental-Health-Podcast Ångestpodden und Sveriges Elevkårer, der schwedische Schülerverband. Im Mittelpunkt standen unter anderem steigende Suizidraten unter jungen Menschen, lange Wartezeiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Frage, wie Schulen stärker unterstützen können. Auch ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren wurde diskutiert.
Aviciis Name steht heute für mehr als Musik
Dass diese Debatte ausgerechnet in der Avicii Arena stattfand, gibt dem Termin eine besondere Symbolik. Die frühere Stockholm Globe Arena trägt seit 2021 den Namen des schwedischen Produzenten Tim Bergling, der 2018 im Alter von 28 Jahren starb. Die Umbenennung war von Beginn an eng mit dem Ziel verbunden, Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit und Suizidprävention zu schaffen.
Die Tim Bergling Foundation wurde 2019 von Aviciis Familie gegründet. Seitdem setzt sie sich vor allem für junge Menschen ein und arbeitet daran, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren. Dazu gehörten in den vergangenen Jahren unter anderem Konzerte, Bildungsprojekte, Spendenaktionen und Initiativen rund um Musik, Schule und mentale Gesundheit. Deshalb wirkt auch die Debatte in Stockholm wie ein weiterer Schritt in der Arbeit der Stiftung. Aviciis Name bleibt nicht nur mit Songs wie „Wake Me Up“ oder „Levels“ verbunden, sondern inzwischen auch mit konkreten gesellschaftlichen Räumen, in denen über Hilfe, Prävention und Verantwortung gesprochen wird.
Der vollständige Mitschnitt der Debatte ist inzwischen auf YouTube verfügbar:
Fotocredit: Press Pic

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de





