Die Macher hinter Printworks und Drumsheds suchen nach neuen Standorten – auch in Berlin. Broadwick möchte international wachsen und prüft dafür Gebäude in mehreren europäischen Metropolen. In New York und Miami laufen bereits Gespräche mit Projektentwicklern.
Berlin steht auf Broadwicks Wunschliste
Eine neue Location in Berlin, entwickelt von den Menschen hinter Printworks: Für Fans elektronischer Musik dürfte diese Aussicht einige Erwartungen wecken. Bis zur ersten Party wäre es allerdings noch ein weiter Weg. Im Gespräch mit der britischen Zeitung The Times erklärte Broadwick-Geschäftsführer Simon Tracey, dass sein Unternehmen nach geeigneten Flächen in Berlin, Paris und Mailand Ausschau hält. In New York und Miami sei man bereits in aktiven Gesprächen mit Projektentwicklern.
Für Berlin ist bislang kein konkretes Gebäude bekannt. Auch welches Veranstaltungskonzept dort einziehen könnte und wann eine Eröffnung möglich wäre, bleibt offen. Die Suche gehört zu einer größeren Expansion: Innerhalb von vier bis fünf Jahren möchte Broadwick seinen Jahresumsatz von rund 100 Millionen auf 200 Millionen britische Pfund verdoppeln.
Räume, die man wiedererkennt
Was Broadwick bekannt gemacht hat, lässt sich am Printworks gut nachvollziehen. In einer ehemaligen Londoner Zeitungsdruckerei eröffnete 2017 ein Veranstaltungsort, dessen lange Hallen und industrielle Architektur bald weit über Großbritannien hinaus bekannt waren. Above & Beyond, Bicep, Black Coffee, CamelPhat, Dom Dolla, Peggy Gou und Tale Of Us gehörten unter anderem zu den Artists, die dort spielten. Bis zur Schließung 2023 kamen mehr als 2,5 Millionen Besucher.
Mit Drumsheds bekam 2023 ein weiteres ungewöhnliches Gebäude ein neues Leben. Wo zuvor ein IKEA untergebracht war, entstand ein Veranstaltungsort für bis zu 15.000 Menschen. Ladebereiche, Aufzugsschächte und andere Spuren der früheren Nutzung blieben erhalten. Sie gehören zu einem Raum, der sich deutlich von einer gewöhnlichen Konzerthalle unterscheidet.
Solche Gebäude zu finden, ist ein wesentlicher Teil von Broadwicks Arbeit – und laut Tracey zugleich eine der Schwierigkeiten bei der Expansion. Große Flächen mit einem eigenen Charakter stehen auch international nicht beliebig zur Verfügung.
Welcher Ansatz nach Berlin kommen könnte
Broadwick entwickelt unterschiedliche Veranstaltungsformate. Neben großen Musiklocations gehören dazu vielseitig nutzbare Häuser nach dem Vorbild von Magazine London, in denen Konzerte, Modenschauen und Ausstellungen stattfinden. Das Konzept Landing richtet sich wiederum stärker an Konferenzen und Firmenveranstaltungen.
Welche Richtung das Unternehmen in Berlin einschlagen würde, lässt sich aus den bisherigen Angaben nicht ablesen. Entsprechend früh wäre es, bereits ein Berliner Gegenstück zum Printworks zu erwarten.
In London warten Fans weiter auf Printworks
Während Broadwick neue Städte ins Auge fasst, beschäftigt viele Fans vor allem die Rückkehr nach London. Printworks schloss 2023 im Zuge der Neuentwicklung des Viertels Canada Water. Die zunächst angestrebte Wiedereröffnung 2026 hat bislang nicht stattgefunden.
Die überarbeiteten Pläne für das Gebäude sehen inzwischen einen eigenständigen, dauerhaften Kulturstandort vor. Statt der zuvor vorgesehenen Kombination mit Büroflächen soll mehr Raum für unterschiedliche Musik-, Kultur- und Veranstaltungsformate entstehen. Der industrielle Charakter soll dabei erhalten bleiben. Einen Eröffnungstermin gibt es bisher noch nicht. Für alle, die dort selbst gefeiert haben oder die markanten Hallen bislang nur aus Videos kennen, heißt es damit weiter warten. Wie viel ein einzelner Raum für eine Szene bedeuten kann, lässt sich an dieser anhaltenden Sehnsucht nach dem Printworks jedenfalls gut erkennen.
Fotocredit: Printworks London

Autor
Franz Beschoner
Head of Editorial / franz@djmag.de




