Rusko zieht nach mehr als 20 Jahren im Musikgeschäft die Notbremse. Der britische Dubstep-Pionier spricht offen über einen psychischen Zusammenbruch, sagt seine kommenden Shows ab und lässt offen, ob er eines Tages auf die Bühne zurückkehren wird.
Rusko: „Ich habe mein Gehirn und meinen Körper viel zu lange ignoriert“
In einem persönlichen Statement erklärt Rusko, dass er zunächst nicht gewusst habe, wie und ob er öffentlich über seinen Rückzug sprechen wolle. Die passenden Worte zu finden, sei ihm lange nicht möglich gewesen. „Ich habe mein Gehirn und meinen Körper einfach viel zu lange ignoriert. Schließlich erreichte ich einen Punkt, an dem ich ernsthaft zusammenbrach“, schreibt der 41-Jährige. Mehr als 20 Jahre lang habe er sein gesamtes Leben der Musik gewidmet und sei damit um die Welt gereist. Für die Erfahrungen und die Unterstützung seiner Fans sei er unendlich dankbar.
Gleichzeitig sei ihm klar geworden, dass er psychisch zusammenbreche und die Szene deshalb auf absehbare Zeit verlassen müsse. Bei seinen Fans entschuldigt sich Rusko für die ausfallenden Auftritte. Ihre Unterstützung habe ihm über all die Jahre alles bedeutet.
Wie lange seine Pause dauern wird, weiß der DJ und Produzent selbst nicht. Vorerst müsse er seinen Instinkten folgen und sich auf Heilung und Erholung konzentrieren. Eine Rückkehr könne er nicht garantieren. Trotzdem hoffe er, dass seine Worte keinen endgültigen Abschied bedeuten: „In meinem Herzen hoffe ich, dass dies eines Tages kein Lebewohl sein wird, sondern eher ein ‚See you later, alligator‘.“
Damit vermeidet Rusko bewusst eine konkrete Ankündigung seines Karriereendes. Fest steht lediglich, dass Musik, Tourneen und Auftritte für ihn bis auf Weiteres nicht infrage kommen.
Einer der prägenden Künstler des Dubstep
Rusko heißt mit bürgerlichem Namen Christopher Mercer und wurde 1985 in Leeds geboren. Aufgewachsen ist er in der Nähe von York, später studierte er am Leeds College of Music. Über die Veranstaltungsreihe Sub Dub kam er Mitte der 2000er-Jahre mit der damals noch jungen Dubstep-Szene in Berührung.
Nach seinem Umzug nach London arbeitete er eng mit Caspa zusammen. Der gemeinsame Mix „FabricLive.37“ aus dem Jahr 2007 gilt als wichtiger Baustein für die internationale Verbreitung des Genres. Mit Tracks wie „Cockney Thug“ und „Woo Boost“ prägte Rusko anschließend einen besonders direkten, wobblelastigen Dubstep-Sound. Sein Debütalbum „O.M.G.!“ erschien 2010.
Es ist nicht das erste Mal, dass Rusko seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen muss. 2017 wurde bei ihm ein Magenlymphom diagnostiziert. Er sagte sämtliche Shows ab und unterzog sich einer Chemotherapie. Noch im selben Jahr erhielt er die Nachricht, krebsfrei zu sein, im Februar 2018 kehrte er auf die Bühne zurück.
Wann und ob es diesmal ein Comeback geben wird, bleibt offen. Vorerst gehe es für Rusko ausschließlich darum, wieder gesund zu werden.
Fotocredit: Rukes

Autor
Franz Beschoner
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